Aprilia: Massimo Rivola soll Rennerfolge bringen

Von Günther Wiesinger
Superbike-WM
Massimo Rivola

Massimo Rivola

Bei Aprilia wird aufgeräumt: Mit dem bisherigen Ferrari-Sportdirektor Massimo Rivola wurde ein neuer Vorgesetzter für den glücklosen Romano Albesiano präsentiert. In der Superbike-WM 2019 fehlt der Hersteller aus Noale.

Die Piaggio Group installiert mit Massimo Rivola per 7. Januar 2019 einen neuen Chief Executive Officer (CEO) für die Rennabteilung Aprilia Racing in Noale. Er ist 47 Jahre alt, hat Betriebswirtschaft studiert, ist leidenschaftlicher Motorradfan und Kenner der Marke Aprilia. Massimo Rivola hat 21 Jahre lang in der Formel 1 gearbeitet und mehr als 300 Grands Prix in der automobilen Königsklasse miterlebt. Zwölf Jahre lang war er für Minardi tätig, dann bei Toro Rosso, zuletzt agierte er sieben Jahre lang als Sportdirektor bei der Scuderia Ferrari. So lange hat dort keiner vor ihm auf diesem Schleudersitz durchgehalten.

Rivola hat mit Champions wie Alonso und Vettel zusammengearbeitet. In den letzten drei Jahren war er Chef der «Ferrari Driver Academy» und hat den jungen Charles Leclerc vom Formel-3-Rennwagen bis in die Formel 1 begleitet. Der Franzose übernimmt jetzt nach einem Formel-1-Jahr bei Alfa Romeo-Sauber den Platz von Kimi Raikkönen bei Ferrari.

Die Verpflichtung von Rivola mag überraschend kommen, die Entmachtung des erfolglosen Romano Albesiano ist nicht verwunderlich. Denn Aprilia wurde in den letzten zwei Jahren in der MotoGP-WM von Neuling KTM besiegt, es wurden mehrmals falsche Fahrerentscheidungen getroffen, als Albesiano den unwilligen Melandri für 2015 zurück in die MotoGP-Klasse holte, dann nach der Saison 2016 das Duo Bautista/Bradl entließ und stattdessen Bruchpilot Sam Lowes holte. Er hat mit Scott Redding einen weiteren bösen Fehlgriff getan und jetzt auch noch das Superbike-WM-Projekt vermasselt. Auch Aleix Espargaró kann an Bautista nicht heranreichen, trotzdem bekam er einen Vertrag für 2019 und 2020.

Durch die erwähnten Fehlentenscheidungen hat bei Aprilia ein Auszug der besten Techniker stattgefunden.

Es war eine Frage der Zeit, wie lange Piaggio-Group-Präsident Roberto Colaninno dieser Blamage noch zuschauen würde. Jetzt wurde der Leidensdruck offenbar zu groß – nach vier MotoGP-Jahren ohne erkennbaren Aufwärtstrend. Dabei hatte Albesiano schon vor der Saison 2017 angekündigt: «Wir wollen mit Aleix Espargaró unter die Top-5 der Gesamtwertung fahren.» Er wurde dann nur WM-15. und fiel 2018 sogar auf den 17. WM-Rang zurück.

Massimo Rivola soll jetzt Aprilia Racing wieder auf die Erfolgsspur bringen. Aprilia hat 54 WM-Titel gewonnen, den letzten 2014 mit Sylvain Guintoli in der Superbike-WM, aber das war noch ein Erbe von Gigi Dall'Igna, der 2014 zu Ducati wechselte.

In der Pressemitteilung wird der Name Albesiano nicht erwähnt. Bisher ist vorgesehen, dass er nur noch die Aufgabe des Technical Directors wahrnimmt. Er wird also künftig dem neuen CEO Rivola unterstellt sein. Albesiano war bislang für das Management und die technischen Aspekte zuständig und sagte zuletzt beim WM-Finale in Valencia, dass er sich zukünftig gerne auf die Technik konzentrieren würde.

2019 fahren für Aprilia der Italiener Andrea Iannone und der Spanier Aleix Espargaró die MotoGP-WM. Bradley Smith wurde als Testfahrer engagiert. Als Crew-Chiefs wurden neu die Routiniers Antonio Jimenez und Fabrizio Cecchini (für Iannone) engagiert.

In der Superbike-WM 2019 fehlt Aprilia. Vor zehn Jahren kehrte der Hersteller mit der RSV4 in die seriennahe Meisterschaft zurück, 2010 und 2012 wurde mit Max Biaggi der Fahrer-Titel gewonnen, 2014 mit Guintoli. Nach der Saison 2015 zog sich Aprilia werksseitig zurück und konzentriert sich seither auf die MotoGP-WM.

Obwohl Aprilia die Forderungen für ein Zwei-Mann-Team in der Superbike-WM für 2019 auf 500.000 Euro halbierte, gelang es nicht ein Team zu finden.

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