Yamaha: Ronald ten Kate schließt Kannibalismus aus

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

«Die größte Änderung in unseren Firmen betrifft das Rennteam», sagt Teamprinzipal Ronald ten Kate über den Wechsel zu Yamaha. Was sich hinter den Kulissen abspielt, verrät der 48-Jährige im Exklusiv-Interview.

Zugegeben, es ist nach wie vor ein seltsamer Anblick, Ronald ten Kate in einem blauen Yamaha-Hemd zu sehen. 25 Jahre lang war Ten Kate im Fahrerlager der Superbike-WM ein Synonym für Honda, gemeinsam wurden zehn Fahrer-WM-Titel erobert: Einer 2007 mit James Toseland bei den Superbikes und neun in der Supersport-Klasse.

2019 schlägt die Firma aus Nieuwleusen zwischen Zwolle und Meppel ein neues Kapitel auf, im Rennsport wird seit Anfang April mit Hondas Erzrivale Yamaha gearbeitet. Am zweiten Juni-Wochenende kehrt Ten Kate Yamaha mit Neuverpflichtung Loris Baz in die Superbike-WM zurück.

SPEEDWEEK.com sprach mit Teamprinzipal Ronald ten Kate.

Ronald, was bedeutet der Wechsel zu Yamaha für euren Motorradladen in Nieuwleusen?

Unsere Firma setzt sich aus dreien zusammen: Dem Motorradladen für die Straßenmotorräder, diesbezüglich wird sich kaum etwas ändern. Die größte Änderung betrifft das Rennteam, welches Ten Kate Racing Yamaha Team heißen wird. Auch für die dritte Firma Ten Kate Racing Products wird sich einiges ändern, weil wir zum Yamaha Pro Shop werden. Wir werden Händler für alle R-Modelle, nach YART und Crescent sind wir die dritte solche Firma in Europa.

Wir werden die R-Modelle verkaufen, leisten Kunden aber auch Unterstützung an der Rennstrecke. Das reicht vom Racing4Fun-Piloten bis zum Profi in der Weltmeisterschaft.

Werdet ihr Yamaha auch als Zweitmarke neben Honda im Motorradladen führen?

Das bleibt vorerst ein Honda-Shop, weil unglücklicherweise für uns nur 20 Kilometer entfernt der größte Yamaha-Dealer der Niederlande sitzt. Was die normalen Straßenmotorräder betrifft, werden wir nicht zu Yamaha wechseln.

Mittelfristig sehe ich diesbezüglich keine Änderung, längerfristig können diese erwartet werden.

Wie hat der angesprochene Händler Gebben Motoren in Rogat reagiert, als er von eurem Wechsel zu Yamaha erfuhr?

Auf dem Weg nach Assen bin ich letzte Woche zusammen mit Kervin Bos bei Gebben Motoren auf einen Kaffee vorbeigefahren. Wir wollten ihnen persönlich erklären, was wir zusammen mit Yamaha planen, und ihnen nicht nur eine E-Mail schreiben.

Sie profitieren sogar von unserem Deal mit Yamaha, wir werden alle Basismotorräder über sie kaufen.

Auf den Rennstrecken sah man die letzten Jahre kaum noch eine Fireblade oder CBR600RR. Eure Tuning-Abteilung bekommt mit Yamaha wieder deutlich mehr Arbeit?

Diesem Geschäftszweig wird das sicher einen Schub versetzen. Es gab eine Zeit, da füllte Honda mehr als die Hälfte des Grids der Supersport-WM. Das waren gute Tage für uns, aber die Zeiten haben sich geändert. Heute sieht man viel blau auf den Rennstrecken, weil sich Yamaha im Rennsport stark einbringt. Wir werden zukünftig sicher wieder mehr Kunden bekommen.

Wir haben schon eine Weile darüber diskutiert, schon letztes Jahr haben wir einige Yamaha getunt. Inzwischen haben wir einige Yamaha-Teams, die mit uns arbeiten. Das werden in naher Zukunft sicher noch einige mehr.

YART hat damit kein Problem? Es gibt ja nicht unendlich viele Teams, die eine getunte Yamaha kaufen möchten.

Ich sehe das eher so, dass wir uns gegenseitig helfen können. Es liegt eine große räumliche Distanz zwischen uns, viele Leute bevorzugen es, in ihrer Nähe einzukaufen. Deshalb gehe ich nicht davon aus, dass wir uns augenblicklich kannibalisieren. Es wird sicher vorkommen, dass ein Kunde bei YART und uns den Preis anfragt, um den besten Deal für sich zu bekommen. Im Moment gibt es so viele Yamaha auf der Rennstrecke, es werden mehr R-Modelle für die Rennstrecke als für die Straße verkauft. Der Markt für Racing-Teile wächst so stark, dass ein Händler in Europa das gar nicht mehr abdecken kann.

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