Leon Camier von Honda abserviert: BSB-Rückkehr droht

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Leon Camier würde gerne weiter WM fahren

Leon Camier würde gerne weiter WM fahren

2009 wurde Leon Camier Britischer Meister, nach zehn Jahren bieten sich ihm für 2020 in der Superbike-WM nur wenige Möglichkeiten. «Ohne konkurrenzfähiges Material höre ich auf», sagt der 33-Jährige.

Vergangenes Wochenende war Honda-Pilot Leon Camier mit seinem Manager Laurens Klein-Koerkamp beim SBK-Event in Portugal zu Besuch. Der Engländer ist seit seiner Schulterverletzung Ende Mai in Imola außer Gefecht. Die Rückkehr hat er für das letzte September-Wochenende in Magny-Cours ins Auge gefasst – seine sportliche Zukunft ist ungewiss.

Honda strukturiert sein Superbike-Werksteam für 2020 um, zukünftig wird es in Barcelona stationiert sein und ans MotoGP-Team von Repsol angegliedert. Werksfahrer werden der Spanier Alvaro Bautista und der Japaner Takumi Takahashi.

Midori Moriwaki, dieses Jahr für das Honda-Werksteam verantwortlich, plant nach der Degradierung ihres Teams als Satelliten-Mannschaft zu fungieren. Fest steht: Camier wird nicht mehr an Bord sein. Der Engländer bekam in Portimao mitgeteilt, dass er sich für 2020 nach einem neuen Job umsehen muss.

Er eilte mit seinem Manager von einem Treffen zum nächsten, die erfolgversprechendsten Optionen bieten sich ihm bei Puccetti Kawasaki, Ten Kate Yamaha und Barni Ducati.

Alex Lowes hat Yamaha und Ten Kate inzwischen für 2020 abgesagt, der WM-Dritte wird im Kawasaki-Werksteam Kollege von Jonathan Rea!

Damit hat Camier bei Ten Kate nur noch Javier Fores als ernsthaften Mitbewerber. Während der Spanier gut bezahlte Offerten von Tyco BMW und Honda für die Britische Meisterschaft hat, möchte Camier unbedingt in der Superbike-WM bleiben und könnte deshalb für das Team aus Nieuwleusen zur ersten Wahl werden.

Bei Puccetti Kawasaki hat Camier seinen Landsmann Leon Haslam als Mitbewerber, außerdem Sandro Cortese und Lorenzo Savadori.

Aruba-Chef Stefano Cecconi hofft, dass sein Zögling Michael Ruben Rinaldi eine zweite Saison bei Barni Ducati fahren darf, betont aber: «Die Entscheidung liegt bei Barni. Sicher, ich leiste einen Beitrag zur Finanzierung des Teams. Dieser ist aber nicht entscheidend.»

Teamchef Marco Barnabo, Spitzname Barni, ist hin- und hergerissen. Mit der Ducati Panigale V4R hat er eines der besten Motorräder, Rinaldi fuhr dieses Jahr aber erst neun Mal in die Top-10. Andererseits bestreitet der 23-Jährige seine erste voll Saison in der Superbike-WM und hätte eine weitere Chance verdient. Doch Barnabo ist erfolgsverwöhnt: 2018 brauste Javier Fores fünf Mal aufs Podium und Barni Ducati gewann die Independent-Wertung der Privatteams. Da wäre die Erfahrung und Klasse eines Leon Camier willkommen.

Für Camier steht fest: «Bevor ich noch ein Jahr auf nicht konkurrenzfähigem Material hinterherfahre, höre ich auf.»

Während seine Möglichkeiten in der Superbike-WM überschaubar sind, gehört der Britische Meister von 2009 in der nationalen BSB-Rennserie zu den begehrtesten Piloten. Kontakte mit Promoter Stuart Higgs sind geknüpft, für Camier kommen die Topteams von Ducati, Yamaha, BMW und Honda in Frage.

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