Guim Roda (Kawasaki): «Technischer Unterschied groß»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Nach dem fulminanten Saisonstart von Alvaro Bautista und Ducati glaubte kaum jemand, dass Kawasaki-Ass Jonathan Rea 2020 seinen fünften Titel in Folge in der Superbike-WM gewinnen kann.

Ducati-Star Alvaro Bautista gewann die ersten elf Rennen des Jahres, der Spanier schien mit der neuen Panigale V4R unschlagbar. Weltmeister Jonathan Rea wurde in dieser Zeit zehnmal Zweiter und einmal Dritter. Als sich ihm ab Imola im Mai Chancen boten, ergriff er sie – und Bautista leistete sich reihenweise Fehler.

Als Bautista im zweiten Hauptrennen in Magny-Cours von Toprak Razgatlioglu abgeräumt wurde und Rea seinen 83. Lauf gewann, stand der Nordire bereits zwei Events vor Saisonende als Champion fest – zum fünften Mal in Folge!

«Jeder kann sich vorstellen, dass wir eine unglaubliche Saison hatten», schmunzelte Kawasaki-Teamchef Guim Roda angesichts dieser Erfolgsgeschichte. «Zu Saisonbeginn taten wir uns sehr schwer, weil Bautista so dominant war. Der technische Unterschied zwischen den Motorrädern war sehr groß. Uns wurde schnell klar, dass es kein Fahrerproblem ist. Also bemühten wir uns, Johnny ein Paket hinzustellen, mit dem er seine Stärken bestmöglich ausspielen kann. Wir mussten einige Rennen abwarten, bis sich für uns Chancen auftaten. Aber mit seiner Konstanz, und der Art wie er arbeitet, auch an sich selbst, wie er fit und motiviert und stark blieb, machte er den Unterschied aus.»

Der Katalane weiter: «Vor allem bei speziellen Bedingungen, wenn es sehr heiß oder die Strecke rutschig ist, muss ein Fahrer ruhig bleiben und sehr konzentriert arbeiten, um jede Reaktion des Motorrads zu verstehen und nicht zu stürzen. Er spielt diese Stärken besser aus als jeder andere. Das hängt mit seinem Wissen über das Motorrad und seiner konzentrierten Arbeitsweise zusammen. Johnny verdient diesen Titel mehr als je zuvor. Er verlor Rennen, wenn es nicht anders ging, und gewann, wann immer möglich. Diesen großartigen Fahrer zu sehen, macht mich sehr glücklich.»

«Jonathan hat nie aufgegeben, genauso wenig wie wir, und wir haben das Ziel erreicht», ergänzte Eiko Kirino, Kawasakis Global Marketing-Managerin. «Wir hören nie auf an unserem Motorrad zu arbeiten.»

2019 hat Kawasaki zum ersten Mal seit 1993 das prestigeträchtige Suzuka Eight Hours gewonnen: Wo ordnest du den fünften Titel von Rea im Verhältnis dazu ein?

«Vier Jahre lang haben wir mit dem Team Green probiert in Suzuka zu gewinnen, es klappte aber nie», überlegte die Japanerin. Und ergänzte mit diplomatischer Feinfühligkeit: «Deshalb hat mich der Kawasaki-Präsident gebeten, für dieses Jahr mit dem Werksteam aus der Superbike-WM zusammenzuarbeiten. Das hat bereits im ersten Jahr zum Sieg geführt.»

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