Alex Lowes (Kawasaki): «Das geht auf Yamaha nicht»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Der Engländer Alex Lowes wechselte als WM-Dritter für die Superbike-Saison 2020 von Yamaha auf Kawasaki. Obwohl er mit der ZX-10RR auf Anhieb schnell war, weiß er, dass er an seinem Fahrstil arbeiten muss.

Alex Lowes hinterließ bei seinem ersten Test mit dem Kawasaki-Werksteam Mitte November in Aragon einen tadellosen Eindruck. Der 29-Jährige stürzte trotz schwieriger Bedingungen nie, sein Speed passte auf Anhieb.

Kawasaki hofft, dass sie den schnellen, aber früher oft ungestümen Alex Lowes zähmen und dem ungeschliffenen Diamanten zu Glanz verhelfen können. Ende dieser Woche geht es beim zweiten Wintertest in Jerez weiter.

Der Engländer mochte die Kawasaki ZX-10RR auf Anhieb, merkte aber auch schnell, dass er sie nicht wie eine Yamaha R1 fahren kann.

«Die Yamaha ist sehr gut darin, die Geschwindigkeit in die Kurven mitzunehmen», erklärte der Kawasaki-Werksfahrer. «Als ich 2014 zu Suzuki kam, tat ich mir damit unglaublich schwer. Mein damaliger Teamkollege Sylvain Guintoli konnte das hingegen hervorragend, also bemühte ich mich, meinen Fahrstil zu ändern. Mit der Kawasaki ist es so, dass ich sie eher so fahren muss wie ich das tat, als ich jünger war. Die Kawasaki passt gut zu meinem natürlichen Stil, was aber nicht bedeutet, dass ich wieder 23 bin.»

Läuft diese Umstellung automatisch ab, oder musst du dir vor jeder Kurve Gedanken machen, wie du sie anfährst? «Das läuft automatisch, es fiel mir mit der Kawasaki auch viel leichter als erwartet», erzählte Lowes SPEEDWEEK.com. «Ich habe während der ersten beiden Testtage deutlich Schritte nach vorne gemacht, die Kawasaki zu fahren, fühlt sich sehr natürlich an. Mit diesem Motorrad kann man aggressiver fahren, das geht mit der Yamaha nicht – vor allem nicht über eine Renndistanz. Das Bike fühlt sich schon jetzt wie meines an. Und auch das Team: Sie sind fantastisch. Sie haben so viel Erfahrung und waren so erfolgreich, sie können mir sehr helfen. Sie wissen genau, was funktioniert und was nicht. Sie können mir dabei helfen, ein besserer Fahrer zu werden. Mein Ziel ist, nächstes Jahr einen Schritt nach vorne zu machen.»

Lowes setzte sich in der Weltmeisterschaft 2019 gegen seinen damaligen Yamaha-Teamkollegen Michael van der Mark und Toprak Razgatlioglu, dieses Jahr für Puccetti Kawasaki unterwegs, im Kampf um WM-Rang 3 durch. Nur sein jetziger Teamkollege Jonathan Rea sowie Alvaro Bautista, der für 2020 von Ducati zu Honda wechselte, waren unerreichbar.

«Jeder ist sofort schnell, wenn er auf die Yamaha steigt», hielt Lowes fest. «Das liegt daran, dass sie sich so leicht einlenken lässt. Dann kommst du aber an einen Punkt, wo es nicht mehr weitergeht – aus welchen Gründen auch immer. Die Kawasaki ist am Kurveneingang stabiler, mit ihr kannst du die Kurven besser planen. Und du kannst variabler fahren. Wenn du mal eine weitere Linie wählen musst, dann geht das trotzdem. Deswegen kann ich jetzt aggressiver fahren. So wie es Rea und Razgatlioglu dieses Jahr taten. Sie machten einige Fehler, verloren deswegen aber keine Zeit. Die Kawasaki vermittelt ein hervorragendes Gefühl für den Vorderreifen und ist sehr stabil. Das gibt dir Vertrauen – die Yamaha bewegt sich viel mehr. Wenn dann eine Welle kommt, geschehen viel leichter Fehler. Bei der Kawasaki kündigt sich an, was passiert. Ich bin aber noch nicht sehr viele Runden mit diesem Motorrad gefahren, deshalb will ich nicht zu früh zu viel sagen.»

Was kannst du uns über den Motor erzählen? Lowes: «Die Kawasaki hat am Kurvenausgang eine sehr lineare Leistungsentfaltung, welche dir viel Vertrauen vermittelt. Welcher Motor mehr Leistung hat – schwer zu sagen.»

Mit Jonathan Rea als neuen Teamkollegen kommst du klar? «Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu meinen Teamkollegen», unterstrich der Britische Meister von 2013. «Aber dein erster Gegner ist immer dein Teamkollege. Jetzt im Winter geht es vor allem darum, das Motorrad zu verbessern. Ich hatte wegen des Teams etwas Bedenken, weil ich so lange mit Crescent gearbeitet habe. Aber es war die richtige Zeit, um einen Neustart zu wagen.»

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