Ducati V4R: Das Flügelwerk sorgt für Veränderungen

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Die Ducati Panigale V4R von vorne

Die Ducati Panigale V4R von vorne

Als erster Hersteller setzte Ducati in der Superbike-WM 2019 ein Motorrad mit Winglets ein, 2020 zieht Honda nach. Leon Camier und Eugene Laverty machten interessante Beobachtungen.

Die Gefährlichkeit und Sinnhaftigkeit der «Winglets» in der MotoGP-Weltmeisterschaft war seit den Wintertests im Februar 2016 ein heiß diskutiertes Thema. Nach der Saison 2016 wurden die an der Verkleidung montierten Flügel verboten. Die MotoGP-Hersteller wollten auf den dadurch generierten zusätzlichen Anpressdruck am Vorderrad aber nicht verzichten und entwickelten Verkleidungen, welche ohne Anbauteile klarkommen, aber für denselben Effekt sorgen.

In der Superbike-WM sahen wir bis 2019 kein Motorrad mit Winglets, weil in der seriennahen Meisterschaft die Verkleidung bis auf eine kleine Toleranz jener der homologierten Maschine entsprechen muss.

Das zieht nach sich, dass die Winglets für Ducati mit ihrem aktuellen Modell obligatorisch sind. Die Verkleidung der Panigale V4R ist an den Seiten mit kiemenförmigen Aussparungen ausgestattet, und an der Stelle, wo an einem Straßenmotorrad bis vor einigen Jahren noch die Blinker an der Verkleidung angeschraubt waren, ragen Flügel aus Karbon. Mit der neuen Honda CBR1000RR-R Fireblade verhält es sich gleich, auch sie ist in Serie mit einer Flügelverkleidung versehen.

«Diese Flügel entsprechen ziemlich genau jenen, die wir 2016 in der MotoGP-WM einsetzten», erklärte Ducati-Geschäftsführer Claudio Domenicali. «Auf 2017 wurden die anmontierten Flügel verboten, doch an einem Straßenmotorrad dürfen wir sie weiterhin verbauen. Das bedeutet, dass die käufliche V4R aerodynamisch effizienter ist als unsere aktuellen MotoGP-Werkmaschinen. Bei 270 km/h erhöht sich die Vorderradlast um 30 kg. Das bringt mehr Stabilität und eine bessere Bremsleistung bei Bremsbeginn.»

Eugene Laverty, der dieses Jahr für das Team Go Eleven Ducati unterwegs war, fiel auf: «Mein einziges Problem war, dass ich am Kurvenausgang zu wenig Last auf dem Hinterrad hatte. Das hängt in meinen Augen mit den Flügeln zusammen. Sie haben große Vorteile, weil sie in der Beschleunigung das Vorderrad am Boden halten. Manchmal willst du aber auch Last auf dem Hinterrad. In der MotoGP-WM haben die Hersteller viel Erfahrung mit den Winglets, sie bekommen das mit der Lastverteilung inzwischen gut hin. Bautista hatte diesbezüglich keine Schwierigkeiten, vermutlich, weil er so klein ist. Er war mit seinem Oberkörper nie über dem Vorbau. Chaz Davies ist viel größer, womit er mehr Gewicht auf dem Vorderrad hat. Inzwischen hat das Ducati aber im Griff, das sieht man daran, wie stark Chaz jetzt ist.»

Ducati-Neuzugang Leon Camier aus dem Barni-Team bemerkte noch weitere Aspekte. «Fühlen kannst du die Flügel nicht, in den Daten siehst du aber ihre Wirkung», erzählte der 33-Jährige SPEEDWEEK.com. «Ende der langen Geraden in Aragon tauchte das Motorrad durch den Anpressdruck vorne um 35 Millimeter ab. Bei hoher Geschwindigkeit haben die Flügel eine große Wirkung, da wirken sie sich positiv aus. Insgesamt muss man das im Hinterkopf haben und die entsprechende Balance finden. Wenn du durch den Anpressdruck weniger Federweg zur Verfügung hast, ist das tendenziell negativ. Aber in Kurven, in denen du nicht viel bremst und den Speed mitnehmen willst, ist es ein Vorteil, weil sich das Bike dadurch besser umlegen lässt.»

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