Ten Kate Yamaha hat Angst vor der bösen Überraschung

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Die Kräfteverhältnisse unter den Privatteams der Superbike-WM haben sich gegenüber letztem Jahr deutlich verschoben. Loris Baz ist in der Saison 2020 mit Ten Kate Yamaha viel zuzutrauen.

2019 überzeugte Puccetti Kawasaki mit Toprak Razgatlioglu (13 Podestplätze, 2 Siege) als bestes Privatteam, 2018 war es Barni Ducati mit Javier Fores (5 Podestplätze).

Nach den Wintertests befindet sich das Team Ten Kate Yamaha mit Loris Baz in der besten Position, der Franzose war immer vorne dabei.

Bei Puccetti tut sich Xavi Fores mit der Anpassung an die ZX-10RR sehr schwer, bei Barni kam der dauerverletzte Leon Camier bisher kaum zum Fahren und beendete den Phillip-Island-Test als Vorletzter.

Baz fuhr in den vier zweistündigen Sessions in Australien auf die Plätze 5, 3, 2 und 2 – gesamt bedeutet das den zweiten Platz! Lediglich Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki) war um 0,076 sec schneller.

«Wir glauben, dass Loris und das Team auf einem guten Level sind», urteilte Teammanager Kervin Bos. «Gleichzeitig rechnen wir aber ständig damit, dass ein weißes Kaninchen auftaucht. Letztlich sind wir nur ein Privatteam, das auf der Suche nach Verbesserungen ist. Wie es aussieht, sind uns diese gelungen.»

Die technischen Regeln in der Superbike-WM schreiben seit Jahren vor, dass Privatteams zu beinahe allen Teilen Zugang haben, welche die Maschinen der Werksteams auszeichnen.

«Die Regeln sorgen dafür, dass alle eine Chance haben, nicht nur die Werksteam», hielt Bos gegenüber SPEEDWEEK.com fest. «Natürlich haben die großen Teams einen Vorteil, das wird auch immer so sein. Aber es sind alle näher zusammengerückt. Wir haben bei Ten Kate viele Ressourcen, wir können viel im Haus produzieren und verfügen über entsprechende Erfahrung. Das ist ein großer Vorteil für uns. Unsere größte Einschränkung ist Geld. Wenn wir den Vertrag mit unserem Hauptsponsor unser Dach und Fach haben, können wir aufs Ganze gehen.»

«Einen wichtigen Teil zum Erfolg trägt der Fahrer bei», unterstrich der Niederländer. «Die Attitüde von Baz hat von Anfang an sehr gut zu uns und unserer Arbeitsweise gepasst. Man kann gut sehen, dass wir zusammen etwas auf die Beine stellen.»

Die R1 von Ten Kate unterscheidet sich durch das Chassis und die Schwinge von den Werksbikes von Michael van der Mark und Toprak Razgatlioglu.

«Wir bringen mehr und mehr unserer Ideen ein, diese sind für Yamaha jederzeit einsehbar», verdeutlichte Bos. «Wir halten nichts geheim und experimentieren mit dem Chassis, der Schwinge und dem Motor. Wir erklären Yamaha, weshalb wir etwas machen. Loris Baz ist zirka zehn Kilogramm schwerer als Michael und Toprak, deshalb müssen wir gewisse Dinge anders angehen. Das Gewicht macht einen großen Unterschied aus, weil wir das durch zusätzliche Motorleistung kompensieren müssen. Wir sind im Topspeed immer etwas langsamer, wobei uns die neue 2020-Verkleidung hilft.»

Die Zielsetzung für den WM-Auftakt am kommenden Wochenende ist eindeutig. Bos: «Wir fahren, um Pokale zu gewinnen. Auf Phillip Island dreht sich alles um die Lebensdauer der Reifen, darauf haben wir uns auch während der Tests konzentriert. Wichtiger als die Rundenzeit ist, dass du konstant schnelle Runden fahren kannst. Der Traum bei unserem Comeback war, aufs Podium zu steigen. Ein paar Mal waren wir schon nahe dran. Also hoffen wir, dass das bald klappt.»

Kombinierte Zeitenliste Phillip-Island-Test

1. Jonathan Rea (GB), Kawasaki, 1:30,448 min
2. Loris Baz (F), Yamaha, 1:30,524
3. Tom Sykes (GB), BMW, 1:30,568
4. Toprak Razgatlioglu (TR), Yamaha, 1:30,740 min
5. Leon Haslam (GB), Honda, 1:30,882
6. Scott Redding (GB), Ducati, 1:30,885
7. Michael van der Mark (NL), Yamaha, 1:31,077
8. Michael Rinaldi (I), Ducati, 1:31,407
9. Eugene Laverty (IRL), BMW, 1:31,436
10. Alvaro Bautista (E), Honda, 1:31,453
11. Chaz Davies (GB), Ducati, 1:31,533
12. Alex Lowes (GB), Kawasaki, 1:31,560
13. Sandro Cortese (D), Kawasaki, 1:31,565
14. Xavi Fores (E), Kawasaki, 1:31,653
15. Maximilian Scheib (RCH), Kawasaki, 1:31,810
16. Garrett Gerloff (USA), Yamaha, 1:31,941
17. Federico Caricasulo (I), Yamaha, 1:31,944
18. Leon Camier (GB), Ducati, 1:32,676
19. Takumi Takahashi (J), Honda, 1:36,314

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