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Razgatlioglu wundert sich: «Alvaro wirkte zerstört»

Von Ivo Schützbach
2024 ein seltenes Bild: Alvaro Bautista vor Toprak Razgatlioglu

2024 ein seltenes Bild: Alvaro Bautista vor Toprak Razgatlioglu

BMW-Heilsbringer Toprak Razgatlioglu hat Ducati-Gigant Alvaro Bautista als Nummer 1 der Superbike-WM abgelöst. 2025 soll auch Teamkollege Michael van der Mark deutlich stärker sein.

2023 verteidigte Alvaro Bautista seinen Titel erfolgreich und wurde zum zweiten Mal Superbike-Weltmeister. Der Ducati-Star gewann 27 von 36 Rennen und ließ Toprak Razgatlioglu auf der schwachbrüstigen Yamaha kaum eine Chance.

In diesem Jahr sahen wir ein gänzlich anderes Bild: Wegen des neu eingeführten Mindestgewichts für den Fahrer in voller Montur musste Bautista zirka sechs Kilogramm zuladen, wodurch sich die Balance seiner Panigale V4R grundlegend veränderte und Alvaro über weite Strecken in der Saison strauchelte.

Lediglich vier Siege des Spaniers dokumentieren, wie sich die Kräfteverhältnisse verschoben haben: Toprak triumphierte auf der BMW in seinen 30 Rennen 18 Mal und stand 27 Mal auf dem Podium.

Razgatlioglu und sein ROKiT-Teamkollege Michael van der Mark bekommen für 2025 ein neues Homologationsmodell der M1000RR, während Ducati seine bereits vorgestellte und grundlegend verbesserte neue Panigale erst 2026 in der Weltmeisterschaft einsetzt – die Italiener sprechen von einem technischen Wunderwerk.

«Ich weiß nicht warum, aber Alvaro wirkte dieses Jahr etwas zerstört», wunderte sich Razgatlioglu über seinen härtesten Rivalen der Vorjahre. «Ich hoffe, dass er nächstes Jahr stark zurückkehrt und wir wieder gegeneinander kämpfen. Letztlich kann ich nur auf mein Team schauen, wir versuchen das Motorrad zu verbessern. Wir müssen stärker werden – mein Traum ist, zusammen mit Michael um den Titel zu kämpfen. Er wird stärker, nach seinen schlimmen Verletzungen läuft es immer besser. Inzwischen versteht er das Motorrad besser, vor allem die Reifen. Mit ihm zu arbeiten ist eine Freude, für mich ist er der bestmögliche Teamkollege in der Superbike-WM.»

Erst zweimal hat ein BMW-Fahrer die Superbike-WM in den Top-3 abgeschlossen: Marco Melandri 2012 als Dritter und Razgatlioglu 2024 als Champion. Für 2025 peilt der deutsche Hersteller an, beide Fahrer aufs Podium zu bringen.

«Alle werden immer schneller, wir müssen kleine Verbesserungen in sämtlichen Bereichen des Motorrads finden», hielt van der Mark fest. «Im Rennsport darf es nie Stillstand geben. Wir haben eine gute Basis, müssen uns aber vorwärts orientieren. Leistung, Grip, Verzögerung, Turning – das sind die wichtigsten Punkte. Wir haben den Titel gewonnen, aber jeder weiß, dass wir uns steigern müssen, wie es alle tun werden.»

«Ich würde sagen, Grip und Verzögerung kommen zuerst», grinste Toprak. «Die Leistung ist nicht schlecht, nach meiner Zeit mit Yamaha beschwere ich mich nicht über die Motorleistung. Bei BMW schuften auch nach dem Titelgewinn alle weiter. Wenn wir den Grip am Hinterrad und die Elektronik etwas verbessern, dann können wir nächstes Jahr zulegen.»


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