Comeback: Irre Gerüchte um Max Biaggi

Kolumne von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Max Biaggi erhitzt die Gemüter

Max Biaggi erhitzt die Gemüter

Kaum ein anderer versteht es so auf dem Medien-Klavier zu spielen wie Weltmeister Max Biaggi. Der ehemalige Aprilia-Star löste eine Euphorie aus.

Am 7. November 2012 erklärte Max Biaggi nach dem Gewinn seines zweiten Superbike-WM-Titels den Rücktritt vom Profi-Rennsport. Seine Frau wollte sich von ihm trennen, wenn er weiterfährt, wussten italienische Medien damals. Es war wohl eher seine Art, wie er mit Aprilia umsprang, die ihn in den Unruhestand zwang.

Doch nicht nur uns fehlt Charakterkopf Max Biaggi, ihm fehlt auch die öffentliche Aufmerksamkeit. Als er Dienstagabend twitterte «schönen guten Abend. Morgen ist ein langer Arbeitstag, ich erwarte wichtige Antworten», löste das einen Sturm im Internet aus. Will er ein Comeback wagen?

Längst wissen wir um die Macht des world wide web: Es kann Regierungen stürzen, Karrieren ruinieren und koreanische Hinterhof-Rapper zu Weltstars machen. Das weiß auch Max Biaggi.

Kein Wunder, interpretierten italienische Websites in die Äußerungen des 41-Jährigen mehr als drinsteckt. Ein enger Bekannter von Biaggi vermutet, der Römer meinte lediglich, dass er zukünftig mehr Supermoto fahren möchte, eventuell auch Rennen. Beim «SIC Day» zu Ehren des tödlich verunglückten Marco Simoncelli hat der Superstar das bereits getan.

Wer würde für seine Rückkehr bezahlen?

Betrachten wir die Realität: Biaggis altes Team Aprilia, mit Sylvain Guintoli und Eugene Laverty die bislang beste Mannschaft der Superbike-WM 2013, wäre technische dazu in der Lage, Biaggi ein konkurrenzfähiges Motorrad hinzustellen. Sofort, wenn es sein muss. Für das kolportierte Comeback auf der Highspeed-Strecke im königlichen Park von Monza am 12. Mai ohne Probleme.

Doch für so eine Aktion muss auch immer jemand bezahlen. Biaggi selbst wird den Geldbeutel nicht aufmachen, um sich einen Wochenendausflug zu finanzieren. Der beliebteste Gast ist der Römer in der Aprilia-Box auch nicht. Darauf sollte man im Rennsport allerdings nicht viel geben, Erfolg macht Freunde.

Es gibt auch Stimmen, die Biaggi auf eine Kawasaki oder Alstare-Ducati reden. Wenn es eine Strecke gibt, auf welcher derzeit niemand eine Ducati 1199 Panigale fahren will, dann in Monza. Gegen die schnellsten Vierzylinder wird der 1200-ccm-Zweizylinder bis zu 30 km/h Topspeed einbüßen.

Und Kawasaki? Die Grünen haben andere Sorgen, brauchen mit  Biaggi keine weiteren. Zudem haben sie mit Tom Sykes den Fahrer, der Biaggi in seinem letzten Jahr beinahe im Titelkampf vernichtet hätte. Und auf Geld gebettet ist das spanisch-japanische Team auch nicht.

Auch wenn ich das Wort «nie» aus meinem Wortschatz gestrichen habe, fehlt doch der Glaube an die Rückkehr eines der größten Rennfahrer der letzten zwei Jahrzehnte. Schade eigentlich, er sorgt immer für Gesprächsstoff, wie wir sehen.

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