Berti Hauser/BMW: «Gehe los und will 1100 ccm haben»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
In der Konstrukteurswertung der Superbike-WM 2016 liegt BMW nach sechs von 26 Läufen auf Rang 4. Motorsport-Direktor Berthold Hauser nahm für SPEEDWEEK.com alle Hersteller unter die Lupe.

Die ersten drei Saisonevents sind Geschichte, Kawasaki führt die Herstellerwertung mit 140 von 150 möglichen Punkten an. Es folgen Ducati (115), Honda (84), BMW (57), Yamaha (56), Aprilia (35) und MV Agusta (19). Für diese Wertung zählt jeweils das Resultat des besten Fahrers der jeweiligen Marke.

SPEEDWEEK.com setzte sich mit BMW-Motorsport-Direktor Berthold Hauser zusammen und sprach über die Leistungsfähigkeit der sieben in der Superbike-WM vertretenen Hersteller.

Viele Experten vertreten die Meinung, dass, verglichen mit letztem Jahr, Kawasaki und Ducati stagnieren, Honda und BMW haben Boden gut gemacht. Unterschreibst du das so?

Ja. Kawasaki macht ’nen geilen Job, die sind vorne und dafür bewundere ich sie.

Honda hat massiv aufgeholt – Respekt und Kompliment.

Wir haben eine Situation, die in mehreren Dimensionen neu ist. Die einzige Konstante für uns aus dem letzten Jahr ist das Markenabzeichen auf dem Motorrad und meine Leute.

Jetzt kommen Faktoren hinzu, von denen ich immer überzeugt war, dass sie entscheidend sind. Wir haben eine Fahrermotivation, die ist gigantisch. Ich will nicht sagen, dass wir vorher keine motivierten Fahrer hatten, aber die Jungs jetzt...

Kawasaki und Ducati sind ganz oben, mit voller Hose ist gut stinken. Ich höre das Jammern und Weinen bei Ducati, dass sie zu wenig Topspeed haben. Da müssen sie halt schauen, was sie rausholen können. Oder sie fragen, ob sie 100 ccm mehr bekommen. Das Dementieren dieses Wunsches zeigt für mich ganz klar, dass sie darüber nachdenken. Ich gehe jetzt dann auch los und sage, dass BMW einen 1100er-Supersportler bringt und wir 1100 ccm brauchen.

Das Ducati-Argument lautet immer, dass wenn der 1200er-Twin so gut ist, wieso bauen dann alle anderen einen Vierzylinder?

Weil wir ja nicht das gleiche Rezept nehmen müssen, wie sie haben.

Um Ducati zu erreichen, da müssen wir uns die Hosenträger noch eng schnallen. Aber wir werden einiges tun können.

Mit der Kawasaki und der Yamaha sehen wir dieses Jahr zwei neue Motorräder. Sind sie von der Performance dort, wo du sie erwartet hast?

Yamaha muss sich noch einrütteln, da erwarte ich noch Druck in der Kiste.

Die neue Kawasaki ist sicher eine Verbesserung. Wir bei BMW können aber schwer beurteilen, was die Basisneuerungen für einen detaillierten Einfluss auf das Superbike haben. Verschlechtbessert haben sie mit Sicherheit nichts.

MV Agusta hat auch einen Schritt nach vorne gemacht. Leon Camier zeigt Highlights, wenn sein Motorrad läuft. So ein kleiner Hersteller wird sich aber schwer tun sich vorne zu etablieren, oder?

Ich habe Hochachtung vor dem Engagement von MV Agusta. Einer meiner Lieblingsfahrer ist und bleibt Camier. Nur sitzt er aus meiner Perspektive momentan auf dem falschen Motorrad.

Die Jungs bei MV Agusta haben italienisches Flair und Racing-Spirit, drum können sie hart kämpfen und wollen weiterkommen. Aber sie tun sich natürlich schwerer, weil in der Basis des Fahrzeugs manche Sachen nicht auf dem Level sind, wie es Hersteller wie Yamaha, Kawasaki, Ducati oder BMW machen können. Da hecheln sie hinterher.

Der Absteiger des Jahres ist Aprilia. Die letzten zwei Rennen der Saison 2015 gewannen sie, bislang ist ein zehnter Platz das beste Resultat. Die Basis um viel besser zu sein ist da?

Das Team ist neu, die Fahrer sind anders. Aprilia hat ihnen das Material gegeben, mit dem sie in Katar gefahren sind. Woher genau die Leistungsunterschiede kommen, kann man nur spekulativ bewerten.

Das Feld wird sicher zusammenrücken und Aprilia sich verbessern.

Wir können unseren Blick nicht nur nach vorne richten. Wir müssen auch schauen, wer von hinten drückt.

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