Premiere: Deutscher Club in polnischer Speedway-Liga

Von Sebastian Mischok
Speedway
Wittstocks Clubchef Frank Mauer

Wittstocks Clubchef Frank Mauer

Der Chef des MSC «Wölfe» Wittstock, Frank Mauer, und der polnische Verband PZM unterschrieben diese Woche den Vertrag für die 2. Polnische Liga 2020. Davon wird auch der Speedway-Sport in Deutschland profitieren.

2020 wird es ein Novum in der polnischen und deutschen Speedway-Geschichte geben: Erstmals wird ein deutscher Club in der 2. Polnischen Liga starten. SPEEDWEEK.com sprach mit dem Wittstocker Clubchef Frank Mauer.

Frank, das Top-Thema in der polnischen Presse und den sozialen Medien ist die Teilnahme des MSC Wittstock an der polnischen Liga 2020. Wie kam es dazu?

Es stimmt, unser Team startet 2020 erstmalig in der 2. Polnischen Liga. Ich wäre auch gerne weiter mit meinem Team in der Deutschen Bundesliga gestartet, würde diese nach dem Vorbild des polnischen Ligasystems ausgetragen. Nach ersten Gesprächen per Telefon- und Videokonferenz mit Vertretern der Clubs und des Bahnausschusses des DMSB über das Regelwerk der Bundesliga 2020, wurde mir und dem sportlichen Vorstand unseres Clubs bewusst, dass unsere Vorstellungen weit von deren abweichen.

Ich war zum Beispiel für den Einsatz nur eines A-Fahrers und die Abschaffung der Gastfahrerregel. Ich will eine Mannschaft formen, welche konstant und langfristig als Team eine Einheit bildet. Sie soll aus vielen jungen, aber auch einigen gestandenen Fahrern bestehen.

Ich bin lange mit meinem Team in der Bundesliga gefahren. Den ausländischen A-Fahrer ist nur das Geld wichtig, sie kassieren ihr Söldnerhonorar und das war’s. Ob wir als Club zum Beispiel das Finale erreichen, ist ihnen oftmals nebensächlich. So kommt keine wirkliche Teambindung zustande. Es ist für mich auch nicht nachvollziehbar, was die erreichten Punkte der deutschen Fahrer in der Bundesliga mit der Qualifikation für die Deutsche Einzelmeisterschaft zu tun haben. Somit entspricht die polnische Liga deutlich mehr meinen Vorstellungen.

In Polen besitzt Speedway einen sehr hohen Stellenwert, der Verband PZM arbeitet sehr professionell. Waren die zu erfüllenden Auflagen sehr hoch?

Wir haben eine von der FIM abgenommene Bahn, das war die Grundvoraussetzung. Alles Weitere wurde vertraglich festgehalten. Es ist aber nicht so, wie viele vermuten, dass hohe finanzielle Rücklagen gebildet und vorgewiesen werden müssen.

Durch die Vielzahl an Rennen bekommen die Fahrer deines Teams viel Rennpraxis. Davon profitiert auch der deutsche Speedway-Sport?

Ich glaube, es wird eine große Chance für unsere Fahrer sein, dort zu starten, Erfahrungen zu sammeln und vor allen Dingen durch die Vielzahl der Rennen gute Rennpraxis zu bekommen. Ich glaube auch, dass der deutsche Speedway-Sport davon in Zukunft profitiert. Wo sonst hat ein junger Fahrer die Möglichkeit, sechs oder siebenmal auf seiner Heimbahn zu starten und die gleiche Anzahl Rennen auf verschiedenen Auswärtsbahnen zu fahren? In der Bundesliga wäre das nicht möglich.

Du stehst in Verhandlungen mit Fahrern, die für die Wölfe starten sollen. Kannst du erste Namen nennen?

Ich baue auf mein Team der Wölfe von 2019. Kapitän wird Steven Mauer sein, ich plane weiter mit Tobias Busch, der bereits Erfahrung in der polnischen Liga hat. Auch Dominik Möser, Lukas Baumann, Ben Ernst und Celina Liebmann werden dabei sein. Mirko Wolter bereitet sich ebenfalls hart auf die Saison 2020 vor und wird die jungen Fahrer mit seiner Routine unterstützen. Momentan bin ich gerade mit Erik Riss in Verhandlungen. Es werden noch einige Fahrer hinzukommen, lasst euch überraschen. Wichtig für mich ist, dass wir ein festes Team haben, welches auch als solches zusammenhält und das Grundgerüst für die Zukunft darstellt.

Was sind deinen sportlichen Ziele?

2020 wird für mein Team ein Lehrjahr sein, das heißt, es werden die Grundsteine für die Zukunft gelegt. Ich möchte mein Team fest in der Liga etablieren. Dass wir nicht gleich im ersten Jahr die Play-Off-Runde erreichen werden, ist mir bewusst. Ich möchte so viele Heimrennen wie möglich gewinnen, denn zu Hause sind meine Fahrer echt stark und können alle Teams schlagen.

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