Speedway

Exklusiv: Jawa will Vertrag mit Smolinski verlängern

Von Ivo Schützbach - 15.09.2015 04:55

Seit Tagen geistern die wildesten Gerüchte durchs Internet, was die Zusammenarbeit von Speedway-Ass Martin Smolinski, Tuner Großewächter Racing-Parts und Hersteller Jawa betrifft. Die wahren Hintergründe.

Am 9. Februar 2015 unterschrieb Martin Smolinski einen Werksvertrag mit dem wiederbelebten Traditionsunternehmen Jawa. Der Olchinger arbeitete seither sehr eng mit Tuner und Jawa-Importeur Großewächter Racing-Parts in Spenge zusammen.

Smolinski hat schwierige Monate hinter sich, die Entwicklung der Motoren gestaltet sich schwierig, die Zusammenarbeit zwischen Smolinski und Großewächter war zuletzt nicht mehr die beste. Vor dem Bundesligarennen in Landshut am 2. August 2015 trennte sich der Bayer von seinem Tuner und präpariert seine Motoren in Zusammenarbeit mit einigen Partnerfirmen seither selbst.

Mit Erfolg: Bei besagtem Bundesligarennen fuhr Smolinski Maximum, zwei Wochen später zeigte er mit Rang 5 bei der Speedway-EM in Kumla seine beste internationale Leistung in dieser Saison. Vor gut einer Woche eroberte der 30-Jährige in Wolfslake ungeschlagen seinen vierten Speedway-DM-Titel.

SPEEDWEEK.com traf sich mit Ingenieur Jaroslaw Rezler, dem neuen Generaldirektor von Jawa, um sich über die zukünftige Zusammenarbeit mit Martin Smolinski zu unterhalten.

Ist Smolinski in diesem Jahr der einzige Jawa-Werksfahrer?

Richtiger Werksfahrer ist Martin der einzige. Wir arbeiten auch noch mit einigen jungen tschechischen Fahrern zusammen, welche wir mit Material unterstützen.

Welche Unterstützung erhält er als Werksfahrer?

Martin bekommt in diesem Jahr zwei Chassis’ und zwei Motoren, dazu Ersatzteile. Außerdem weitere Motoren, die für die Entwicklung nötig sind. Wir wissen, dass ein Spitzenfahrer fünf bis zehn Motorräder braucht. Wir haben jetzt mal mit zwei Bikes angefangen, wenn wir weitermachen, werden wir sehen.

Weshalb habt ihr euch für Smolinski und nicht für einen der Grand-Prix-Stars entschieden?

Martin hat uns 2014 nach dem Goldhelmrennen in Pardubitz kontaktiert und uns gesagt, dass er gerne mit uns arbeiten würde.

Jeder kennt die Situation bei Jawa: Die Motorenproduktion war vor der Firmenübernahme durch Stanislav Diatka unterbrochen, wir haben daraufhin mit einigen Fahrern gesprochen. Es ist nicht so einfach, die guten Fahrer zu Jawa zurückzubringen.

Martin ist der beste deutsche Fahrer, dazu ein guter Fahrer auf europäischem und Weltlevel. Für uns ist es sehr wichtig, dass wir von den Fahrern Informationen bekommen. Das vorherige Management hatte ungefähr zehn Werksfahrer, dort gab es aber nur Informationsfluss von Jawa zu den Fahrern, aber nicht umgekehrt.

Martin gibt uns alle Informationen, wir überlegen zusammen welches Material laut ihm notwendig und das Beste ist.

Ist es ein Problem für euch, dass sich Smolinski von seinem Tuner Friedhelm Großewächter getrennt hat?

Nein. Wir wissen, dass die heutigen Rennfahrer Tuner brauchen. Jawa ist die einzige Firma der Welt, bei der man ein komplettes Motorrad kaufen kann. Die Fahrer kaufen bei uns aber in erster Linie wegen der Chassis’ ein. Was zum Beispiel die Kupplung betrifft, hat jeder andere Vorlieben.

Was die Motoren betrifft, sind die Fahrer der Meinung, dass ein Motor, der direkt ab Werk geliefert wird, kein guter ist – sie wollen ihn von einem Tuner präpariert haben. Das haben die Fahrer so im Kopf, sogar die jungen.

Wenn ich einem Fahrer einen Werksmotor anbiete fragt er mich, welcher Tuner ihn vorbereitet hat. Wenn ich dann sage, dass wir das im Werk gemacht haben, fragen sie ob das denn gut ist.

Großewächter ist ein europaweit angesehener Tuner, Martin ist eine Kooperation mit ihm eingegangen. Das ergab sich so, als Martin mit uns über eine Zusammenarbeit sprach. Was die beiden miteinander ausgemacht haben, weiß ich nicht.

Jetzt gibt es Probleme in der Zusammenarbeit, ich muss erst mit Herrn Großewächter und Smolinski reden, um genau zu wissen was vorgefallen ist. Ich weiß auch nicht, ob die Trennung 100-prozentig ist.

Für uns ist das aber auch nicht wichtig, wir könnten die Motoren für Martin selbst vorbereiten.

Vielleicht ist es für Jawa sogar besser, wenn Martin die Motoren gemeinsam mit seinen Partnern selbst vorbereitet und die Entwicklung zwischen ihm und euch direkt besprochen wird?

Für uns wäre es besser, wenn kein Tuner dazwischen geschaltet ist. Für was braucht es einen Tuner? Unser Motor kostet Betrag X. Wenn ein Fahrer einen Motor bei einem Tuner kauft, kostet er zwei- oder dreimal mehr – für was?

Möchte Jawa auch 2016 mit Martin Smolinski zusammenarbeiten?

Ja, wir haben am Sonntag in Olching miteinander geredet. Kommendes Wochenende nimmt Martin am Goldhelmrennen in Pardubitz teil, da werden wir uns wieder unterhalten. Am Montag danach treffen wir uns im Werk in Divisov zu Verhandlungen. Ich gehe davon aus, dass wir nächste Saison weiter zusammenarbeiten.

Jawa-Eigentümer Stanislav Diatka, Martin Smolinski und Generaldirektor Jaroslaw Rezler (v.l.) © SR Speed Performance Jawa-Eigentümer Stanislav Diatka, Martin Smolinski und Generaldirektor Jaroslaw Rezler (v.l.) Martin Smolinski soll auch 2016 das Jawa-Werk repräsentieren © SR Speed Performance Martin Smolinski soll auch 2016 das Jawa-Werk repräsentieren

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