Die FIM bleibt inkonsequent

Kolumne von Ivo Schützbach
Speedway
Für die GP-Stars macht die FIM eigene Regeln

Für die GP-Stars macht die FIM eigene Regeln

Ab 2010 sind neue Schalldämpfer mit geringerer Lautstärker Pflicht. Doch wie so oft, ist die FIM nicht konsequent.

Wie das jüngste Beispiel Pocking verdeutlicht, ist es an der Zeit, sich einer immer motorsport-feindlicheren Umgebung anzupassen – eine Reduktion des Lärms der logische Schritt. Auch wenn man Gefahr läuft, dadurch einen Teil des Spektakels zu verlieren.

Viele Rennbahnen liegen heute in Städten, sie wurden in den letzten Jahrzehnten von den Baugebieten vereinnahmt.
Das trifft aber auch auf Rennstrecken zu, auf denen Formel-1- und MotoGP-Renner ihre Runden drehen – mit infernalischem Lärm!
Der gravierende Unterschied: Deren Teams bezahlen viel Geld, um testen zu können, die Rennen spülen Geld in die Kassen der Gemeinden, Städte oder sogar des Landes.
Hinter den zwei grössten Motorsport-Serien steht eine starke Lobby. Also muss man sich auch keine Gedanken wegen Umweltschutz oder Lärm machen. Was das anbetrifft, ist der Bahnsport seit Jahren auf Pole-Position.

Die neuen Schalldämpfer, drei sind inzwischen homologiert, sind also ab 2010 Pflicht. Überall? Nein, überall, nur nicht im Speedway-GP – der Königsdisziplin.
Ginge es nach Ole Olsen, würde dort seit Jahren ganz ohne Schalldämpfer gefahren werden – um das Spektakel zu erhöhen.
Der Hintergrund: Sitzt man in einem grossen Stadion wie Cardiff auf den oberen Plätzen, hört man von den Motorrädern nichts. Jeder kann den Selbstversuch machen: Wie interessant ist ein Motorradrennen vor dem Fernseher, wenn ich den Ton abstelle.

Die GP-Cracks dürfen also auch 2010 mit den herkömmlichen Dämpfern fahren. Für mich nachvollziehbar, schliesslich hat die FIM die Rechte, und damit auch einen grossen Teil der Macht, an Promoter IMG verkauft.
Die FIM glaubt zwar weiterhin, dass sie sportlich und technisch den Weg vorgeben, wie wenig das der Fall ist, sehen wir aber noch viel eindrucksvoller als im Speedway-GP in der MotoGP-WM, wo ausschliesslich Promoter Dorna und die Herstellervereinigung MSMA festlegen, was abgeht. Die FIM nickt dann noch brav ab und passt das Reglement an.

Damit wären wir wieder bei der Lobby. So lange es im Bahnsport keine gibt, werden sich jedes Jahr aufs Neue lustige Menschen bei der FIM lustige technische Neuerungen einfallen lassen. Die Liste ist endlos: Blockreifen im Speedway, neue Zündunterbrecher vor der Saison 2008, nicht funktionierende Dirt-Deflectors für die Langbahn, ein homologierter Schalldämpfer mit 98dB, der in Wirklichkeit viel lauter war ... Um nur Beispiele aus den letzten Jahren zu nennen.

Lächerlich ist allerdings die Begründung der FIM, weshalb die GP-Stars noch mit 2009er-Dämpfern fahren dürfen: Es wäre nicht genügend Zeit, um die Motoren abzustimmen und das Material haltbar zu machen. Was sollen da die Eisspeedway-Fahrer sagen, deren Saison jetzt losgeht?

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