Bundesliga Norden: Referee lehnte Videobeweis ab

Von Peter Fuchs
Speedway-Bundesliga
Letzter Lauf: Grzegorz Zengota (li.) gegen Michael Härtel

Letzter Lauf: Grzegorz Zengota (li.) gegen Michael Härtel

Zwei Schiedsrichter-Entscheidungen sorgten in der Speedway-Bundesliga Norden gegen Landshut für Unverständnis. Landshut ist dem Finale durch den Sieg ein großes Stück näher.

Die Begegnung zwischen den MC Norden Haien und den AC Landshut Devils versprach viel Spannung. In den ersten beiden Läufen gab es ein Unentschieden, bevor Landshut das erste Mal einen Vorsprung herausfahren konnte, da der überraschend angriffslustige Jan Lukas Dittner in der letzten Kurve stürzte, als er einen Angriff auf den führenden Mark Riss wagte und dabei die Kontrolle über seine Maschine verlor.

Landshut konnte in den weiteren drei Läufen den Vorsprung um noch einen Punkt ausbauen, kassierte jedoch in Heat 7 ein 5:1 und konnte nur noch auf zwei Punkte Vorsprung blicken.

In Lauf 8 kassierten die Haie ein 2:4, durch einen klaren Sieg konnte Landshut wieder anziehen, bevor Norden sofort wieder konterte und ein 4-2 ablieferte – durch eine Krankheitsvertretung von Mathias Schultz. Der Grund dafür war ein Sturz, bei dem nach dem Start in der ersten Kurve drei Fahrer zu Boden gingen. Marcel Limberger wurde mit Verdacht auf Rippenfrakturen ins Krankenhaus gefahren.

Das Problem für die Norden Haie bestand darin, dass sich Mariusz Staszewski zeitgleich bei seinem Teamchef Robert Lienemann meldete und über starke Schmerzen an der Wirbelsäule klagte. Der Pole war gestürzt und am Kurvenausgang, außerhalb des Airfences-Bereichs, mit dem Rücken an die Bande geraten – eben verheilte Wirbelverletzungen schmerzten daraufhin erneut.

Die vom MC Norden präparierte Bahn wurde mit jedem Lauf schwieriger zu fahren. Norden hatte durch die krankheitsbedingten Umbesetzungen zwar Vorteile, konnte diese jedoch in den letzten drei Heats vor dem Finale nicht optimal nutzen, und ging mit zwei Punkten Rückstand in die Finalläufe, obwohl Andrey Kudryashow in Heat 10 nach einem Sturz disqualifiziert wurde. Da in den vorherigen Läufen nach Sturz in der ersten Kurve alle Fahrer wieder zum Re-run zugelassen wurden, führte diese Entscheidung zum Unverständnis der Landshuter.

Norden konnte im ersten Finale nach spektakulärem Sieg durch Schultz das Ergebnis halten, C-Fahrer Jan Lukas Dittner jedoch keinen der beiden Landshuter Russen bezwingen, somit blieb es bei einem 38:40 und es war noch alles möglich im letzten Lauf.

Im letzten Finale wurde der bis dahin überragende Michael Härtel von Grzegorz Zengota attackiert und stürzte ohne nennenswerte Berührung, disqualifiziert wurde jedoch Zengota. Einen Videobeweis lehnte der Schiedsrichter ab, im Stadion machte sich deutlicher Unmut breit, die Fans der Norden Haie fühlten sich betrogen um ihre Chance.

Der Teamchef der Haie nahm die Entscheidung ohne Protest hin, da die Landshuter im Vorfeld in Heat 10 durch eine Schiedsrichter-Entscheidung benachteiligt wurden.

Im Re-run von Lauf 14 gewann Robert Lambert souverän vor den Landshuter Rekordmeistern, das Team aus Bayern gewann trotzdem mit 43:41 Punkten und zog damit an der Tabellenspitze nach Matchpunkten mit Brokstedt und Stralsund gleich.

Ergebnisse Speedway-Bundesliga Norden vs. Landshut:

Norden Haie, 41 Punkte:
Grzegorz Zengota 14
Mariusz Staszewski 0
Mathias Schultz 9
Robert Lambert 13
Marcel Limberger 3
Jan Lukas Dittner 2

Landshut Devils, 43 Punkte:
Andrey Kudryashov 4
Renat Gafurov 9
Michael Härtel 13
René Deddens 3
Mark Riss 10
Stephan Katt 4

Stand:
1. Brokstedt 3 Rennen/145 Laufpunkte/4 Matchpunkte
2. Stralsund 3/136/4
3. Landshut 3/131/4
4. Wolfslake 2/85/2
5. Norden 2/63/0
6. DMV White Tigers 1/36/0

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