Pedersen: «Darf nicht an letztes Jahr denken»

Von Katja Müller
Speedway-GP
Nicki Pedersen (li.) stürzte 2009 ein paar mal zu oft

Nicki Pedersen (li.) stürzte 2009 ein paar mal zu oft

Der dreifache Speedway-Weltmeister stand letztes Jahr im Finale des Göteborg-GP. Ein Crash seines Widersachers Emil Sayfutdinov und eine kuriose Schiedsrichter-Entscheidung verhinderten den Sieg.

Es war schon etwas merkwürdig im letzten Jahr: [*Person Nicki Pedersen*] zog mit elf Punkten ins Finale ein. Neben ihm qualifizierten sich Jason Crump, Emil Sayfutdinov und Antonio Lindbäck. Pedersen wählte Startplatz blau und gewann den Start. Nach vielen spektakulären Überholmanövern und Führungswechseln (jeder in diesem Lauf führte kurze Zeit) in den ersten drei Runden, kam Sayfutdinov zu Beginn der vierten Runde an das Vorderrad des Dänen und ging zu Boden.

Dann das Unfassbare: Schiedsrichter Woijciech Grodzki disqualifizierte den Dänen als Abbruchverursacher. Für viele Fahrer, Zuschauer und Pedersen selbst war das eine klare Fehlentscheidung des Polen. Pedersen legte Protest ein, der jedoch abgelehnt wurde. Der Däne wurde als Viertplatzierter im Finale gewertet, Sayfutdinov siegte im Re-Run und gewann den Grand Prix!

Pedersen hatte im letzten Jahr zahlreiche umstrittene Disqualifikationen zu erdulden – die Entscheidung in Göteborg brachte das Fass zum Überlaufen. Nun geht es wieder nach Göteborg und Pedersen lässt die Ereignisse von damals sowie die Saison 2009 Revue passieren: «Das Finale und die Fehlentscheidung machten mir mehr aus, als ich mir damals eingestehen wollte. Wäre ich nicht disqualifiziert worden, hätte ich sehr wahrscheinlich gewonnen und Crump wäre nur Vierter geworden. Ich hätte also den grossen Rückstand auf ihn, Crump gewann die ersten zwei GP, um sechs Punkte verkürzen können. Dann war es andersherum und er konnte seinen Vorsprung noch ausbauen. Und ich hatte auch noch einen gebrochenen Finger, weil ich dumm um mich geschlagen habe. Ich war angespannt, die Probleme in der Saison haben mich ausgepowert.»

«Normal bin ich stark und kann solche Sachen ausblenden und nicht an mich heranlassen», meint der Däne. «Ich wollte mich zu 100 Prozent auf meine Arbeit konzentrieren. Leider muss ich im Nachhinein zugeben, dass mir das nicht wirklich gelungen ist. Göteborg hat vieles verändert, schwieriger gemacht. Ich war unzufrieden.»

«Wenn ich jetzt zurück schaue, kann ich wenigstens sagen, dass ich viel gelernt habe in der letzten Saison», bemerkt der 33-Jährige. «Das half mir, mich für diese Saison aufzubauen. Ich hoffe, dass sich meine Unfallrate im Vergleich zu 2009 stark reduziert. Ich darf beim Grand Prix heute Abend nicht an letztes Jahr denken, das würde mich vermutlich nervös machen. Ich habe mit der Saison 2009 abgeschlossen. Eigentlich ist Göteborg eine gute Bahn für mich, ich war sowohl 2008 als auch im letzten Jahr im Finale. Das muss ich mir vor Augen halten, denn dort möchte ich wieder sein.»

Und er hat allen Grund positiv zu denken: Beim verpatzten Grand-Prix-Start in Lissa belegte Pedersen nur den siebten Platz und hat neun Punkte auf seinem Konto – und damit bereits zehn Punkte Rückstand auf WM-Leader Jason Crump.
In den Ligarennen nach Lissa blieb Pedersen überwiegend ungeschlagen

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