Weshalb der Speedway-GP für die Fahrer so teuer ist

Von Ivo Schützbach
Speedway-GP

Ein Spitzenfahrer wie Emil Sayfutdinov hat kein Interesse am Speedway-Grand-Prix. Martin Smolinski erklärt, welch riesiger Aufwand für die zwölf Rennen betrieben wird.

2014 sahen wir zwölf Speedway-GP in acht Ländern, einer davon Übersee in Neuseeland. Um vorne mitzufahren, müssen die Fahrer großen logistischen, personellen und materiellen Aufwand betreiben. Martin Smolinski erzählte SPEEDWEEK.com die Hintergründe.

Warum sind die Kosten im Grand Prix so hoch?

Auf diesem Niveau muss das Material passen, es darf kein Fehler vorkommen, die Intervalle sind extrem kurz. Es wird fast für jeden Grand Prix alles erneuert, von Kupplungsbelägen über Kette, der ganze Kleinkram. Dazu die Motorrevisionen.

Um gut vorbereitet zu sein, brauchst du Personal. Wir waren teilweise mit sechs Mann unterwegs, das ist finanziell aber nicht tragbar. Sechs Mann, drei Nächte Hotel, einen Tag früher anreisen, Spesen, das sind alles Kostenfaktoren.

Wenn ich in die Top-8 fahre, bekomme ich 3500 Euro, habe aber Fixkosten von 4500 Euro. Ich kann nicht jedes Mal 1000 Euro mitbringen.

Ist das mit dem Material wirklich notwendig? In Kilometern gesprochen kann es doch gar nicht sein, dass Motor oder Kette nach einem Grand Prix getauscht werden müssen?

Einerseits ist es ein Witz. In Bruchteilen von Sekunden merkt man aber, dass etwas fehlt.

Wie kann es dann sein, dass ein Wildcard-Fahrer mit seinen Ligabikes einen Grand Prix gewinnt?

Für diese eine Veranstaltung investiert so ein Fahrer alles, um vorne mitzufahren. Da bin ich mir 100-prozentig sicher. Zmarzlik fuhr mit seinen Ligabikes, er hat vor dem Rennen aber sicher fast alles erneut, um auf höchstem Niveau zu stehen. Er macht das einmal, ich musste es zwölfmal machen.

Konntest du durch deine Teilnahme am Speedway-GP neue Werbepartner finden?

Ich hatte zwei neue Partner an Bord, gute Firmen. Der extreme Boom, wie ihn sich vielleicht einige erhofft haben, ist nicht gekommen. Mir war das aber klar. Bedanken muss ich mich bei meinen bestehenden Sponsoren, die mich seit Jahren unterstützen und für dieses Jahr noch mal was draufgelegt haben. Es macht Spaß, lange mit Leuten zu arbeiten, die auch sehen, dass sich bei uns etwas tut. Ohne meine Sponsoren bin ich gar nichts. Was für die Zukunft kommt, wird von der Entwicklung mit dem Fernsehen abhängen. Es laufen Gespräche. Nach dem Best-Pairs-Rennen in Thorn und dem Grand Prix in Neuseeland kamen auch einige meiner Sponsoren auf mich zu und haben sich für die gute Werbung bedankt. Und sie haben sich nicht lumpen lassen.

Für den Landsberg-GP hatte ich Fujitsu, eine Weltfirma. Das Interesse ist da, TV-Übertragungen auf Eurosport oder Sport1 interessieren aber nicht. Wenn ich sehe, wie viele Leute am Montagabend auf Bayern 3 die Sportschau oder die Nachrichten anschauen, das ist interessanter.

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