World-Cup: Polen dank Joker Weltmeister

Von Ivo Schützbach
Speedway-World-Cup

Dänemark war die beste Mannschaft im Finale des Speedway-World-Cups in Prag. Doch die Polen hatten weniger Pech und durften den Joker einsetzen.

«Wo ist meine Goldmedaille», grummelte Nicki Pedersen auf dem Siegerpodest, als er die silberne um den Hals gehängt bekam. Zuvor hatte der Däne dem polnischen Kapitän Jaroslaw Hampel mit Umarmung herzlich zum Sieg gratuliert. Schlechte Verlierer waren die Dänen nicht. Nur welche, die mit dem System haderten.

Mit einem Punkt Vorsprung gewann Polen den Speedway-World-Cup 2013. Mit einem Punkt, den sie ohne den diskussionswürdigen Joker nicht gehabt hätten. Das Reglement erlaubt einem Team, welches sechs Punkte oder mehr hinter der führenden Mannschaft liegt, den Joker zu bringen. Dann kassiert benannter Fahrer doppelte Punkte. In Lauf 16, bei der letzten Gelegenheit, erledigte das Hampel mit einem Sieg bravourös. Just zu diesem Zeitpunkt lag Polen sechs Punkte zurück. Was einige gutes Timing nennen, schimpfe ich unverschämtes Glück.

Polen bekam somit drei Punkte mehr, als sie normal gehabt hätten, die Goldwaage kippte in ihre Richtung. Zum polnischen Glück addierte sich dänisches Pech: Nicki Pedersen fiel im Schicksalslauf 16 mit kaputter Zündung aus! «So einen Schaden hatte ich seit 200 Rennläufen nicht mehr», klagte der 36-jährige Superstar.

Jarek Hampel rettete eine ganze Nation

Polen fuhr auch ohne den verletzten Tomasz Gollob mit Dänemark auf Augenhöhe. Besonders Hampel machte alles richtig, gewann bis auf einen Lauf bei allen Auftritten. Er punktete als Joker doppelt, als es um die Titelvergabe ging, war es erneut der 31-Jährige, der eine ganze Nation glücklich machte. Heat 20, der letzte Lauf, war zugleich der große Showdown: Egal, wie der Lauf zwischen Polen und Dänemark ausging, wer vor dem anderen ins Ziel kam, war Champion.

Hampel machte schon am Start alles klar und fuhr auf und davon. Michael Jepsen Jensen kämpfte sich zwar noch heroisch von Platz 4 auf 2, doch für den Titel war das zu wenig. Dem U21-Weltmeister kann man keinen Vorwurf machen, schon eher dem dänischen Teammanager Anders Secher, der darauf verzichtete, seinen stärksten Fahrer im letzten Lauf zu bringen.

«Wir genießen diesen Sieg, weil es kein einfacher war», jubelte Hampel. «Als wir sechs Punkte zurücklagen, spielten wir den Joker aus. Es war ein hartes Rennen, die Dänen haben uns von Anfang bis Ende gefordert.»

Australien schlug sich lange wacker, konnte im Endspurt mit den zwei besten Teams der Welt aber nicht mithalten. Der fürs Finale gesetzte Gastgeber Tschechien war in den meisten Läufen nicht mehr als Zierde.

Ergebnisse Speedway-World-Cup, Finale, Prag/CZ:

1. POLEN, 41 Punkte: Jaroslaw Hampel 15, Krzysztof Kasprzak 7, Patryk Dudek 7, Maciej Janowski 12.
2. DÄNEMARK 40: Nicki Pedersen 10, Kenneth Bjerre 11, Niels-Kristian Iversen 12, Michael Jepsen Jensen 7.
3. AUSTRALIEN 33: Darcy Ward 9, Cameron Woodward 8, Jason Doyle 5, Troy Batchelor 11.
4. TSCHECHIEN 12: Vaclav Milik 3, Ales Dryml 7, Lukas Dryml 1, Josef Franc 1.

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