Skandal um Barberá und Team Toth: Polizei ermittelt

Von Kay Hettich
Supersport-WM
Hector Barbera (re.)

Hector Barbera (re.)

Beim Supersport-WM-Meeting in Aragón fehlte Héctor Barberá in der Startaufstellung. Der Spanier und das Team Toth überhäufen sich mit gegenseitigen Vorwürfen. Die Yamaha R6 verschwand über Nacht spurlos aus der Box.

Die Aufregung war groß, als am Sonntagvormittag in Aragón die Guardia Civil im Superbike-Paddock auftauchte und geradewegs in die Box des ungarischen Toth Teams marschierte. Teambesitzer Imre Toth hat die Yamaha R6 als gestohlen gemeldet – und verdächtigt unter anderen seinen Ex-Piloten Héctor Barberá.

Beweise liegen nach aktuellem Kenntnisstand nicht vor, es gilt die Unschuldsvermutung.

Zum Hintergrund. Nach Startplatz 12 in der Superpole am Samstag verweigerte Barberá die Arbeit und tauchte am Rennsonntag nicht mehr an der Rennstrecke auf. Stattdessen schrieb sich der 32-Jährige bei Instagram den Frust von der Seele. Er klagte über finanzielle Probleme des Teams, was sich in fehlenden Ersatzteilen auswirke. Die Laufzeit des Motors sei gefährlich überschritten worden, behaupte Barberá, und kündigte deshalb an, an seinem Heimrennen in Aragón nicht teilzunehmen.

Bei Teambesitzer Imre Toth meldete er sich über Whatsapp ab. «Ich habe keine Ahnung, was mit Héctor los ist. Um zwei Uhr morgens erhielt ich eine Nachricht von ihm. Er wolle nicht mehr fahren, weil das Motorrad Scheiße wäre», erzählte der Ungar bei Teledeporte. «In der Superpole hatte er einen harmlosen Sturz im dritten Sektor – er hätte Siebter werden können. Mit dem Motor gab es kein Problem. Er hat nur geringfügig mehr Kilometer, als der von Caricasulo. Und ich bezahle alle Rechnungen und Gehälter, jeder kann die Mechaniker fragen. Der Vertrag mit Héctor sieht keine Bezahlung vor. Wir haben das Budget, um die Saison zu beenden und wollen in Assen dabei sein, aber mit einem anderen Fahrer.» 

Barberá wird wiederum von motosan.es zitiert. «Man hatte mir für Aragón zwei neue Motoren versprochen, wir fanden am Freitag aber keine andere Situation vor. Ich habe selbst noch versucht, per Flugzeug einen neuen Motor aus Deutschland zu beschaffen.»

Als Imre Toth am Sonntagmorgen die Box aufschloss, war die Yamaha R6 verschwunden. «Ich habe getan, was ich tun musste und habe die Polizei informiert», sagte Toth gegenüber Marca. «Ich hoffe, es wird gefunden. Es ist ein gutes Motorrad, das von guten Mechanikern aufgebaut wurde. Héctor ist ein schneller Rennfahrer, aber wenn ich mich an die Ereignisse im Pons-Team erinnere, hinterlässt das einen seltsamen Beigeschmack.»

Zur Erinnerung: Barberá wurde nach einer Alkoholfahrt im Juni 2018 vom Pons-Team entlassen. Der Spanier war auch vorher mehrfach wegen Trunkenheit am Steuer sowie fahrens ohne Führerschein aufgefallen und wurde wegen körperlicher Gewalt gegen seine damalige Partnerin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.


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