Chris Stange wie Jorge Lorenzo: «Umstellung dauert»

Von Kay Hettich
Supersport-WM
Chris Stange muss sich noch auf die Lorini-Honda einschießen

Chris Stange muss sich noch auf die Lorini-Honda einschießen

Ohne Testfahrten ergänzte der Sachse Christian Stange beim Meeting in Thailand überraschend das Feld der Supersport-WM 2019. Die Umstellung auf die Honda fällt dem 20-Jährigen nicht leicht.

Erst in Thailand stieg Chris Stange in die Supersport-WM 2019 ein; er ersetzte den Italiener Gabriele Ruiu, der bei GEMAR - Ciociaria Corse seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen war. Hinter dem Team stehen die Lorini-Brüder, die seit vielen Jahren mit Honda in der Supersport-WM aktiv sind.

In Thailand fiel er mit Defekt aus. Über 18. Plätze in Aragón und Assen kam der in Heidenau lebende Stange bisher nicht hinaus. «Manchmal ist man selbst das Problem, wenn man sich zu viel Druck macht», sagte der 20-Jährige im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Dann ist man die ersten sieben Runden verkrampft oder landet sinnlos, wie in Assen am Freitag, im Kiesbett. Das Team gibt mir aber Zeit, das haben sie mir in Assen noch einmal gesagt.»

Mit der Honda CBR600 RR hat Stange nicht das beste Motorrad zur Verfügung. Yamaha und MV Agusta geben Ton an, mit etwas Abstand folgt Kawasaki. Schnellster Honda-Pilot ist Hannes Soomer, der allerdings auf Phillip Island sowie in Aragón und Assen im Rennen stürzte. In Thailand fuhr der Este auf Platz 10. «Mit der Honda sind solche Ergebnisse noch drin, also wie der Soomer», meint auch Stange. «Klar sind die Top-10 das Ziel und klar will ich bester Honda-Fahrer werden. Wir kommen zwar schleppend, aber wir kommen näher.»

«Ich war drei Jahre Kawasaki gefahren und kam dann in die WM auf eine Kawasaki. Da kannte ich das Motorrad und natürlich geht das dann auch alles schneller. Ich war festgefahren auf die ZX-10R und fahre jetzt ich ein komplett anderes Bike – ich brauche etwas für die Gewöhnung», hält der Sachse fest. «Selbst die Stars haben damit Probleme. Schau dir aktuell Lorenzo an. Bei Ducati haben sie ihn zuerst ausgelacht, dann haben sie geheult, als er gegangen ist. Man unterschätzt das oft, der Wechsel vom einen aufs andere Motorrad ist nicht so einfach.»

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