Cortese über Krummenacher: «Gemacht, was nötig war»

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
Februar 2018: Randy Krummenacher (li.) mit Sandro Cortese

Februar 2018: Randy Krummenacher (li.) mit Sandro Cortese

Supersport-Weltmeister Randy Krummenacher bleibt der Klasse treu und wird 2020 eine MV Agusta F3 675 pilotieren. Sein Vorgänger Sandro Cortese stellt ihm für das Finale in Katar ein hervorragendes Zeugnis aus.

Randy Krummenacher führte die Supersport-WM 2019 vom ersten bis zum letzten Rennen an. Der Schweizer kam mit acht Punkten Vorsprung auf seinen Bardahl Evan Bros Yamaha-Teamkollegen Federico Caricasulo zum Finale nach Katar.

Im Rennen wurde der vierfache Saisonsieger zwar nur Fünfter, weil Caricasulo direkt vor ihm ins Ziel kam und somit nur zwei Punkte mehr eroberte, reichte das zum ersten Schweizer Titel im Straßenrennsport seit Tom Lüthi 2005 in der 125er-Klasse.

Zum ersten Mal gewann in der 1999 etablierten Weltmeisterschaft ein Eidgenosse den Titel.

«Das hat er gut gemacht», lobte Sandro Cortese, der Supersport-Weltmeister von 2018. «Er hat gemacht, was man machen muss – nicht mehr und nicht weniger. Es war Caricasulos Aufgabe zu gewinnen, Randy hatte bis zur letzten Runde alle im Griff.»

Cortese gewann den Titel vor einem Jahr nach einem gigantischen Kampf gegen Jules Cluzel, der zweifache Weltmeister musste damals sein gesamtes Können auf den Punkt bringen und wurde hinter Lucas Mahias Zweiter im Rennen.

«Bei mir war das eine andere Situation, ich musste gewinnen», erinnerte sich Cortese. «Hätte Cluzel damals gewonnen, wäre ich Zweiter geworden. Randys Ausgangssituation war, dass er direkt hinter Caricasulo ins Ziel kommen muss, dann ist er Weltmeister. Natürlich ist so etwas riskant. Ihm spielte in die Karten, dass die ersten drei an der Spitze ordentlich Gas gegeben haben. Cluzel wollte das Rennen unbedingt gewinnen, er hatte auch noch die Chance Weltmeister zu werden. Das hat Randy geholfen. Man muss ein Rennen aber auch immer erst zu Ende fahren. Sachen müssen erst mal so gut klappen, wie man sich das vorstellt. Randy war der Konstanteste übers Jahr und hat es verdient.»

Trotzdem hatte er für die Superbike-WM 2020 nur ein Angebot auf dem Tisch, von Go Eleven Ducati, und bleibt in der Supersport-WM. «Die Politik ist im Motorrad-Rennsport heute leider so, mir geht es im Moment nicht anders.»

Während Cortese auf den Vertrag mit Ten Kate Yamaha für die Superbike-WM wartet, hat Krummi bereits unterschrieben: Er wechselt von Yamaha zu MV Agusta und wird nächstes Jahr statt mit seiner gewohnten Nummer 21 mit der 1 des Weltmeisters in der Supersport-Klasse starten.

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