Sieger Randy Krummenacher will Schweizer stolz machen

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
Endlich wieder ein Sieg: Randy Krummenacher

Endlich wieder ein Sieg: Randy Krummenacher

Noch nie gewann ein Schweizer in der Supersport-WM ein Rennen, seit Yves Briguet 1998 stand keiner mehr auf dem Podium. Randy Krummenacher gelang bei seinem Debüt auf Phillip Island der große Wurf.

Randy Krummenachers Sieg in Australien nur dem Sturz von Weltmeister Kenan Sofuoglu zuzuschreiben, wäre unpassend. Als es zu tröpfeln begann und die Bedingungen schwierig wurden, behielt der 26-Jährige aus dem Team Kawasaki Puccetti einen kühlen Kopf, während der führende Türke seine ZX-6R ins Kiesbett schmiss.

SPEEDWEEK.com sprach mit WM-Leader Randy Krummenacher, der nach vielen mageren Moto2-Jahren jetzt Weltspitze ist.

Du hast dir im Geheimen einen Podestplatz ausgerechnet, aber den Sieg?

Das war ein sehr spezielles Rennen, die Bedingungen waren anders als in jedem Training oder Test. Zu Beginn waren wir eine große Gruppe, jeder hat versucht, uns Kawasaki-Fahrer zu überholen, jeder hat nach uns geschaut. Das machte es schwierig. Ich war ein paar Mal über dem Limit, machte Fehler und büßte einige Positionen ein.

Als es zu tröpfeln begann, waren alle etwas vorsichtiger als ich. Also konnte ich hinter Kenan den anderen etwas wegfahren, zu dieser Zeit fuhr ich meine besten Rundenzeiten. Ich habe nie damit gerechnet, dass Kenan stürzen wird, er hatte einen kleinen Rutscher – es tut mir sehr Leid für ihn. Danach war klar, dass ich das Ergebnis ins Ziel bringen muss.

An einigen Stellen regnete es, ich musste aber weiter pushen, weil mich die anderen sonst eingeholt hätten. Als ich durch Lukey Heights fuhr sah ich, dass ich einen kleinen Vorsprung hatte, also fuhr ich die letzten Kurven etwas vorsichtiger. Der Sieg fühlt sich unglaublich an.

Ist dir bewusst, dass nie zuvor ein Schweizer ein Rennen in der Supersport-WM gewann?

Nein, das wusste ich nicht. Mir war klar, dass die Schweizer in der Supersport-WM nicht so stark waren – bis jetzt. Es ist schön, dass ich die Schweizer stolz machen kann.

Dein letzter Podestplatz war 2008 in der Spanischen Meisterschaft?

Ja, damals gewann ich bei den 125ern. Das ist schon so lange her, ich wusste nicht mehr, wie sich die Schweizer Hymne anhört. Es ist großartig. Ich habe immer von einem Podestplatz geträumt, seit vielen Jahren. Das jetzt im ersten Rennen zu schaffen, stachelt mich noch weiter an.

Gelang der Sieg, weil Phillip Island so eine besondere Strecke ist, oder wirst du auf jeder Strecke Podestchancen haben?

Von den Top-3 will ich nicht reden, aber konstant in die Top-5 zu fahren, ist mein Ziel.

Es kommen Strecken, die ich nicht kenne. Ich muss nur ruhig weiterarbeiten, wir sind auf dem richtigen Weg.

Kenan ist der Erfahrenste von uns, sehr stark. Von ihm kann ich viel lernen.

Hattest du Probleme mit den Reifen?

Zu Rennbeginn fuhren wir sehr langsam, trotzdem hatte ich einige Hinterradrutscher. Das war ein seltsames Rennen, das Motorrad fühlte sich anders an als während der Trainings.

Als Bonus bekommst du dazu, dass mit Sofuoglu und Cluzel zwei Favoriten mit null Punkten dastehen, außerdem Zanetti.

Ich habe nur einen neben der Strecke stehen sehen, das war in dem Fall der Cluzel. Er fuhr geradeaus.

Zanetti fuhr brutal aggressiv, er hat mich einmal brutal überholt.

Wir wussten, dass die Reifen am Limit laufen. Im Warm-up konnte ich konstant 1:33 min fahren, dann begannen die Probleme. Es sieht so aus, als hätten die MV Agusta schon bei konstant 1:34 min Probleme. Das war unser Vorteil.

Trotz des Regens hatte ich ein super Gefühl und habe voll gepusht. Die Reifen haben gehalten, so konnte ich ein bisschen wegfahren.

Wieso fuhren zu Rennbeginn alle 1 bis 2 sec langsamer als ihre normale Pace?

Die Bedingungen waren so speziell, der Wind, es war alles ganz anders. Der Wind kam von vorne, da ist der Windschatten noch wichtiger. Kenan sagte mir, dass er wegfahren wollte. Aber als ich gesehen habe, dass er nicht davonkommt, habe ich ihn aus dem Windschatten überholt und mal kurz geführt. Aber dann sind sie wieder im Windschatten gekommen. Bis zu dem Punkt, an dem alle etwas langsamer fuhren und ich endlich nach vorne kam. Dann konnte ich meinen Rhythmus fahren.

Wenn du auf der Gerade nicht genügend Meter vorne bist, dann nehmen sie dich wieder. Ich habe noch nie so einen Windschatten erlebt wie heute. Es hat einen angesaugt ohne Ende, weil Frontwind war.

Als es begann zu tröpfeln, hast du in einer Runde 1,3 sec auf den zu der Zeit führenden Sofuoglu gutgemacht.

Ich habe mich vom Regen nicht beeinträchtigen lassen, das kostete brutale Überwindung. Aber das Motorrad gab mir so viel Feedback, ich habe gespürt, da ist Grip. Warum soll ich vom Gas, auch wenn es tröpfelt? Drum bin ich voll draufgeblieben, auch um die Reifen nicht abzukühlen.

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