Jason Anderson (Husqvarna): Ist der WM-Zug abgefahren?

Von Thoralf Abgarjan
Supercross-WM
Titelverteidiger Jason Anderson steht schwer unter Druck

Titelverteidiger Jason Anderson steht schwer unter Druck

Das Projekt Titelverteidigung ist für den amtierenden Supercross-Champion zunächst in weite Ferne gerückt. Dazu kommt, dass Husqvarna-Privatier Dean Wilson in der Tabelle vor Anderson rangiert.

Titelverteidiger Jason Anderson (Husqvarna) durchlebt gerade schwierige Zeiten. In der Supercross-WM geht in diesem Jahr nichts zusammen. Nach dem desaströsen Auftakt in Anaheim (P14) erkämpfte er in Glendale Rang 2. Doch der dritte WM-Lauf (Anaheim 2) war mit Rang 9 für den einzig verbliebenen Husqvarna-Werksfahrer in doppelter Hinsicht eine bittere Pille.

Erstens ist das Unternehmen 'Titelverteidigung' in weite Ferne gerückt. Inzwischen hat sich Anderson in der WM-Tabelle auf Platz 7 einen Rückstand von 17 Punkten auf Leader Ken Roczen eingehandelt.

Aber was für ihn und das Werksteam noch schwerer wiegt, ist der zweite Punkt: Husqvarna-Privatier Dean Wilson rangiert in der Tabelle vor Anderson auf Platz 6.

Dean Wilson hat für die Ränge 4 (Anaheim), 8 (Glendale) und 7 (Anaheim 2) insgesamt ca. 8.500,- US$ an Preisgeld erhalten. Der Schotte fährt zu den Rennen mit seinem eigenen Sprinter, in dem sein Bike verladen ist.

Die US-Niederlassung von Husqvarna hat zwar im Vergleich zu den anderen Herstellern wie Honda oder Yamaha vergleichsweise geringe Kosten für das OEM-Geschäft (es wird nach Recherchen von transworldmotocross.com mit 367.200 US$ für das Jahr 2018 angegeben), doch das Team kommt natürlich intern zunehmend unter Druck, wenn Fahrer ohne Budget dauerhaft bessere Ergebnisse als hochdotierte Werksfahrer abliefern.

Diesen Druck bekommt auch Jason Anderson zu spüren. Man kann es regelrecht auf der Strecke sehen: Von der früheren Leichtigkeit des unbekümmerten Aufsteigers ist nicht mehr viel übrig geblieben. Auch seine ruppige Aktion gegen Ken Roczen in Glendale zeigt: Die Nerven liegen blank.

In Anaheim 2 erreichte Anderson in den ersten beiden Rennen das Ziel auf Rang 6. Im dritten Lauf fuhr er gegen Glendale-Sieger Blake Baggett die Ellenbogen aus, so dass beide Fahrer die Strecke verlassen mussten. Mehr als Platz 17 war anschließend für den Titelverteidiger nicht drin.

«Ich werde weiter angreifen», gab sich Anderson an Anaheim trotzdem kämpferisch. «Nächste Woche wird es besser.» Die Supercross-WM ist mit 14 weiteren Runden zweifellos noch lang. Andersons wichtigster Gegner, den es zu schlagen gilt, ist im Moment Dean Wilson. Wenigstens den Husqvarna-Privatier muss er hinter sich lassen, dann kann er vielleicht wieder freier und unbekümmerter in die Rennen gehen. Im Moment wirkt der Titelverteidiger verkrampft und neben sich stehend.


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