Tourist Trophy 2014: Eine Nachbetrachtung

Von Helmut Ohner
Tourist Trophy
Die Rennen zur Tourist Trophy auf der Insel Man sind mittlerweile Vergangenheit. Vor allem von Michael Dunlop wurde heuer wieder Geschichte geschrieben, hier ein kleiner Rückblick auf die TT 2014.

Mit seinen vier Siegen hat sich Michael Dunlop in der ewigen Bestenliste bereits auf die fünfte Stelle geschoben. Wie seine Kollegen Steve Hislop und Phillip McCallen hält er nun bei elf TT-Erfolgen. Nur sein Onkel Joey Dunlop (26), John McGuinness (21), Dave Molyneux (17) und Mike Hailwood (14) haben öfter gewonnen als der junge Nordire.

Wie zuvor schon Stanley Woods (Cotton, Norton, Moto Guzzi und Velocette) und Molyneux (Yamaha, Honda, Suzuki und Kawasaki) siegte Dunlop (Yamaha, Kawasaki, Honda, BMW) für vier verschiedene Hersteller. Nur Hailwood schaffte dieses Kunststück auf fünf unterschiedlichen Motorradmarken (Norton, Honda, MV Agusta, Ducati und Suzuki).

Kein anderer Fahrer war im für einen Straßenrennfahrer knabenhaften Alter von nur 25 Jahren so erfolgreich als der jüngere der Dunlop-Brüder. Hailwood hatte sieben Siege auf seiner Erfolgsliste, Joey Dunlop und Steve Hislop je einen und John McGuinness gewann sein erstes TT-Rennen sogar erst mit 27 Jahren.

15 Jahre musste BMW auf einen weiteren Sieg bei der Tourist Trophy warten. Der letzte Fahrer, der für den deutschen Motorradhersteller gewinnen konnte, war der inzwischen tödlich verunglückte Dave Morris in der Single-TT. Und nach einem dreiviertel Jahrhundert holte Dunlop für BMW den Sieg in der prestigeträchtigen Senior-TT.

Der Neuseeländer Bruce Anstey verbesserte in der letzten Runde des Superbike-Rennens den von John McGuinness gehaltenen Rundenrekord auf dem über 60 Kilometer langen Mountain-Kurs auf 17.06,682 (Schnitt 212,913 km/h) und ist damit der einzige Fahrer, der die 132-Meilen-Schallmauer durchbrechen konnte.

Conrad und Dean Harrison gelang, was in der über 100-jährigen Geschichte des bekanntesten Straßenrennens der Welt noch niemand gelungen war. Es gab zwar bereits zuvor Siege von Vätern und Söhnen, nie jedoch im selben Jahr. Conrad siegte im ersten Seitenwagen-Rennen und Dean in der Lightweight-TT.

Auf diesen Rekord würde Guy Martin gerne verzichten. Der eigenwillige Brite, der 2010 mit seinem Feuerunfall für Aufsehen sorgte, ist mit seinem zweiten Platz im Superbike-Rennen und dem dritten Rang in der Senior-TT nun der Fahrer mit den meisten Top-3-Platzierungen (15 Podiums), ohne ein Rennen gewonnen zu haben.

Der Italiener Stefano Bonetti löste den Deutschen Rico Penzkofer als schnellsten nicht-englisch sprechende Fahrer auf dem Mountain-Kurs ab. Im Superstock-Rennen schaffte der Steirer Horst Saiger eine Zeit von 18.07,669 (Schnitt 200,975 km/h) und verbesserte damit seinen eigenen österreichischen Rekord.

Nach der bemerkenswerten Leistung vom Australier Josh Brookes im Vorjahr war nicht absehbar, dass die Bestmarke eines TT-Neulings bereits heuer neuerdings verbessert werden würde. Dem Briten Peter Hickman gelang dies in der abschließenden Senior-TT sogar deutlich. Die neue Marke steht nun bei 17.32,078 (Schnitt 207,773 km/h).

Leider blieben auch 107 Jahre nach den ersten Rennen um die Tourist Trophy im Jahr 1907 die schweren Unfälle nicht aus. Mit den beiden Briten Bob Price und Karl «Bomber» Harris waren die Todesopfer 241 und 242 zu beklagen. Auch Ben Birchall, Gary Johnson, Joe Faragher, William Dunlop und Horst Saiger zogen sich bei ihren Stürzen schwere Verletzungen zu.

Und noch ein ungewöhnlicher Rekord zum Abschluss unserer Betrachtungen. Der 58-jährige Brite David Madsen-Mygdal, dessen Sohn Mark im letzten Jahr beim Southern 100 tödlich verunglückt war, hat bereits mehr als 100 TT-Rennen beendet. Heuer gelang ihm seine erste Runde mit mehr als 120 Meilen/Stunde Schnitt.

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