Toyota-Trio dominiert Portugal, Tänak erneut vorne

Von Toni Hoffmann
WRC
Leader Ott Tänak staubte die Verfolger ein

Leader Ott Tänak staubte die Verfolger ein

Während Toyota mit Ott Tänak, Jari-Matti Latvala und Kris Meeke den siebten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft auf den portugiesischen Schotterpisten dominiert, musste Hersteller-Leader Hyundai Federn lassen.

Vor der 3,36 km Abschlussprüfung auf dem Rallycrosskurs von Lousada (Start: 20:00 Uhr MESZ) hat wie zuvor in Chile der Tabellenzweite Ott Tänak auch in Portugal den Taktstock fest in seiner Hand. Nach sechs von 20 Prüfungen der ersten Schotterrallye auf europäischem Boden führte Tänak 15,2 Sekunden vor seinem Teamkollegen Jari-Matti Latvala und 21,7 Sekunden vor seinem Stallgefährten Kris Meeke.

Hyundai-Drama

Die Rallye Portugal, die im letzten Jahr Thierry Neuville im Hyundai i20 WRC gewonnen hatte, hat sich am ersten Tag mehr zu einem Drama des in Alzenau ansässigen WM-Teams des südkoreanischen Automobilherstellers entwickelt. Wegen einer defekten Benzinpumpe im i20 WRC stürzte der führende Dani Sordo beim ersten Durchgang der Kult-Prüfung «Arganil» mit einem Zeitverlust von mehr als 18 Minuten vom ersten auf den letzten Platz ab. Bei seinem Teampartner Sébastien Loeb trat dort das gleiche Problem auf. Er rutschte vom neunten Rang auf die vorletzte Position ab.

Vorjahressieger Thierry Neuville, nach seinem Horrorcrash in Chile wieder fit und schnell, lieferte sich im dritten Hyundai i20 WRC ein beinhartes Duell mit dem sechsfachen Champion und Tabellenführer Sébastien Ogier (Citroën C3 WRC) um den vierten Platz, den sich der Vizeweltmeister Neuville nach der sechsten Entscheidung mit sieben Zehntelsekunden vor Ogier (+ 26,0) knapp sicherte.

«Wir wussten, dass es heute schwierig werden würde. Ich ärgere mich immer noch über meinen Fehler am Morgen, als ich den Motor abwürgte und deswegen Zeit verlor», meinte der WM-Dritte Neuville, der nur 3,6 Sekunden hinter Meeke rangierte.

«Morgen ist ein langer Tag. Wir werden weiter stark pushen und alles versuchen. Unser Zeitverlust hielt sich heute in Grenzen», war der Kommentar des zweifachen Saisonsiegers Ogier.

Der Spitzenreiter Tänak strahlte mit der Sonne im Norden Portugals um die Wette. «Wir haben am Nachmittag hart kämpfen müssen, weil die Bedingungen schwierig waren. Wir taten unser Bestes und ich bin mit dem heutigen Tag sehr zufrieden», sagte Tänak, der in diesem Jahr in Schweden und zuletzt in Chile gewonnen hatte.

Ganz zufrieden war Latvala nicht. «Ich habe auf der letzten Prüfung den Motor abgewürgt und einige Sekunden verloren. Darüber habe ich mich sehr geärgert», war die Selbstkritik von Latvala.

M-Sport ohne Fortüne

Mit einer starken Vorstellung sprengte Teemu Suninen im Ford Fiesta WRC von M-Sport mit seiner Bestmarke auf der fünften Entscheidung das Toyota-Trio. Er verdrängte dort Meeke auf den vierten Rang. Doch auf dem zweiten «Arganil»-Durchgang verlor die Bremsen, fing sich dort fast eine Minute ein und wurde danach auf der sechsten Position (+ 1:10,5) notiert. «Wir hatten keine Bremsen mehr. Ich konnte nichts tun. Möglicherweise haben wir deswegen etwas getroffen», berichtete Suninen. Neun Sekunden hinter ihm reihte sich sein neuer Teampartner Gus Greensmith bei seinem Debüt in einem World Rally Car ein. Sein Teampartner Elfyn Evans mutiert in dieser Saison mehr zum Pechvogel. Wegen eines Elektrikproblems verlor Evans auf der fünften Entscheidung mehr als vier Minuten und fiel vom fünften auf den 14. Rang (+ 4:29,6) ab.

Skoda gab mit der Führung in der WRC2 Pro mit dem neuen Fabia R5 evo einen Einstand nach Maß. Leader Jan Kopecky rangierte 5,4 Sekunden vor dem Kollegen Kalle Rovanperä und 1:48,3 Minuten vor Lukasz Pieniazek im Ford Fiesta R5. Die private WRC2-Wertung ging an den Gesamtneunten Ole-Christian Veiby im VW Polo GTI R5 25,3 Sekunden vor Nikolay Gryazin (Skoda Fabia R5).

Rallye Portugal  – Stand nach der 6. von 20 Prüfungen:

Platz

Team/Auto

Zeit/Diff.

1.

Tänak/Järveoja (EE), Toyota

1:00:50,1

2.

Latvala/Anttila (FIN), Toyota

+ 15,2

3.

Meeke/Marshall (B), Toyota

+ 21,7

4.

Neuville/Gilsoul (B), Hyundai

+ 25,3

5.

Ogier/Ingrassia (F), Citroën

+ 26,0

6.

Suninen/Salminen (FIN), Ford

+ 1:10,5

7.

Greensmith/Edmondson (GB), Ford

+ 1:19,5

8.

Lappi/Ferm (FIN), Citroën

+ 2:13,1

9.

Veiby/Andersson (VN/S), VW R5

+ 3:38,6

10.

Kopecky/Dresler (CZ), Skoda R5

+ 3:42,8

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