Kroatien: Keferböck/Minor - «Rallye der Erkenntnisse»

Von Toni Hoffmann
WRC
Johannes Keferböck/Ilka Minor

Johannes Keferböck/Ilka Minor

Johannes Keferböck und Ilka Minor konnten bei der dritten Runde zur Rallye-Weltmeisterschaft in Kroatien im Skoda Fabia Rally2 evo des Gawonni Racing Teams Platz sieben der WRC3 erringen.

Johannes Keferböck blickt mit Zufriedenheit auf die Rally Croatia zurück, die als dritter Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) abgehalten wurde, weil Johannes und seine WM-erfahrene Co-Pilotin Ilka Minor im Skoda Fabia Rally2 evo letztendlich Platz sieben in der WRC3 erringen konnten, sondern auch weil Keferböck bei dieser selektiven Rallye einige wesentliche Erkenntnisse ziehen konnte, in erster Linie technischer Natur.

Johannes Keferböck erklärt: «Es gibt ein paar Dinge, die ich bei der Fahrzeugabstimmung bisher eigentlich noch nicht hundertprozentig verstanden habe, das weiß ich nun. Ich habe in Kroatien extrem viel gelernt über das Auto und über dessen Einstellverhalten.»

Die Prüfungen bei der WRC-Premiere der Rallye Kroatien beschreibt Johannes Keferböck als «extrem schwer», wobei der Freitag dem Oberösterreicher zur «Gewöhnung ans Gerät» diente. Nachdem es in der Nacht auf Freitag geregnet hatte, waren die ohnehin schon kniffligen Prüfungen noch einen Tick giftiger. Keferböck und Minor beschlossen daher, es am Vormittag vorsichtig anzugehen, am Nachmitag wollte man sich steigern.

Doch auch hier musste man stets aufpassen: „«Der Grad zwischen Draufdrücken und Ausfallen war extrem schmal. Diese Rallye ist wirklich außerordentlich schwierig. Solche Strecken - mit ihren drehenden Kuppen und den oftmals überraschend weiten Sprüngen kennt man in Österreich so nicht, zumindest würde mir keine Prüfung einfallen, die dem entspricht. Wirklich verdammt schwierig, aber genau deshalb ist die Rally Kroatien eine megageile Rallye.» Wie anspruchsvoll und heikel diese Prüfungen tatsächlich waren, zeigt auch der Umstand, dass gleich am Freitag drei von sieben Teams mit Österreich-Bezug ausgefallen sind.

Anspruchsvolle Streckenwahl

Dabei waren die Strecken am Samstag rückwirkend betrachtet noch schwieriger, und am Sonntag stand mit der Powerstage die laut Johannes Keferböck schwierigste Prüfung der gesamten Rallye auf dem Programm. Johannes nickt: «Für solche anspruchsvollen Strecken benötigst du einen exakten Aufschrieb, diesbezüglich bin ich mit Ilka in einer sehr guten Position, da ich von ihrer Erfahrung profitieren kann. Aber selbst wir haben in punkto Schrieb in Kroatien noch Optimierungspotential vorgefunden.»

Weil man Platz sieben in der WRC3, als bestplatzierte Österreicher, bereits am Freítagabend innehatte und es in der WRC3 nach vorne nichts mehr zu gewinnen gab, konzentrierte sich das Team darauf, möglichst auf der Strecke zu bleiben. Denn am Samstag kam es gleich zweimal zu einem Dreher, am Vormittag war es besonders heikel: «Nachdem wir es auf der ersten Prüfung des Tages noch zu verhalten angingen, wollten wir auf der nächsten, ebenfalls rund 20 Kilometer langen SP das Tempo erhöhen. Was uns auch gelungen ist - doch drei Kilometer vor dem Ziel hat uns eine Kurve wieder ‚ausgespuckt‘, wir haben uns gedreht und landeten mit der Front in einem Graben. Wir konnten uns zwar aus dieser misslichen Lage befreien, doch weil zunächst der dritte Gang stecken blieb, dauerte es doch seine Zeit, in Summe haben wir dort rund 25 Sekunden an Zeit eingebüßt.»

Am Sonntag hatte man bei der Reifenwahl für die 25 Kilometer lange Prüfung die falsche Wahl getroffen: «Wir haben zu weiche Reifen genommen, denn auf der Bergab-Passage begannen die Reifen zu schmieren.» Die härtere Mischung konnte man wegen einer Neutralisierung beim zweiten Durchgang nicht mehr unter Wettbewerbsbedingungen testen, auf der abschließenden Powerstage wollten Keferböck/Minor keinesfalls das gute Ergebnis riskieren. In der WRC3-Tabelle belegen Keferböck und Minor in ihren Wertungen Platz zwölf und Platz 13 von 40.

Abschließend zeigt sich Johannes Keferböck noch einmal extrem begeistert von der Rallye Kroatien: «Diese Strecken sind wirklich einzigartig und sie stellen eine echte Herausforderung dar. Unserer herzliche Gratulation ergeht an die Organisatoren dieser tollen Rallye.» Wenige Tage vor dem Start mussten die Organisatoren pandemiebedingt die Rallye schweren Herzens offiziell als Rallye ohne Zuschauer definieren - Johannes: «Es war schön, auf den Strecken sichtbar viele Wanderer mit Rallyeherz zu sehen. Es war ein gutes Gefühl, das man an den Strecken wieder Menschen zu sehen bekam.»

Wie geht es nun weiter? Johannes erklärt: «Natürlich wollen wir in der Österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft an den Start gehen. Nachdem die Rallye Sankt Veit bereits abgesagt hat, ist die Redstag Rallye Extreme die erste ORM-Rallye dieser Saison. Die ehemalige Schneebergland-Rallye Mitte Juli ist damit unser nächster Einsatz, wobei wir da im Vorfeld wohl einen Test auf Schotter absolvieren werden.»

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