Jari-Matti Latvala in der Pflicht

Von Toni Hoffmann
WRC
2009 Rally Portugal

2009 Rally Portugal

Nach seinem Horror-Crash in Portugal wurde Jari-Matti Latvala von Ford-Teamchef Malcolm Wilson in die Pflicht genommen. Die Zielankunft hat Priorität.

Ford-Teamchef Malcolm Wilson hat seinem «Bruchpiloten» Jari-Matti Latvala nach seinem Horror-Crash und seinem dritten Saisonunfall beim vierten WM-Lauf in Portugal eine Schonfrist eingeräumt. Bei der fünften WM-Runde in Argentinien hat für Latvala die Zielankunft oberste Priorität.

In einem Gespräch mit Teamdirektor Malcolm Wilson legte der 24-Jährige seine Marschroute für den anstehenden WM-Lauf fest: «Wir sind uns einig, dass ich in Argentinien unbedingt ins Ziel kommen sollte. Ich wäre mit einem vierten Platz zufrieden, wenn mehr daraus wird, umso besser. Für das Team und mich kommt es darauf an, dass ich gleichmäßig fahre, ein solides Ergebnis hole und mein Selbstvertrauen zurückgewinne.»

Latvala und Beifahrer Miikka Anttila im zweiten Ford Focus RS WRC starten zum vierten Mal in Argentinien, wo sie 2007 mit Platz vier ihr bestes Ergebnis holten. Beide haben sich von ihrem schweren Unfall an Latvalas 24. Geburtstag Anfang April erholt, wo sie mit ihrem Ford Focus RS WRC einen 150 Meter tiefen Hang hinabstürzten und sich 17 Mal überschlugen. «Ich bin danach in Portugal geblieben, um einige Gäste von Ford auf Demofahrten mitzunehmen“, berichtet Latvala. «Dabei fuhr ich mehr als 240 Kilometer und fühlte mich sehr gut. Es ist immer besser, nach einem solchen Crash schnell wieder ins Auto zu steigen. Je länger du wartest, umso mehr Zeit hast du, darüber nachzudenken.»

Das Quartett aus Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen und Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila vergleicht die Begeisterung der südamerikanischen Drift-Aficionados gar mit der ihrer Rallyeverrückten finnischen Landsleute. «Bei uns zuhause stehen zwar noch etwas mehr Menschen an den Strecken, doch die Begeisterung der Südamerikaner ist unschlagbar», bekennt der 28-jährige Hirvonen, derzeit WM-Zweiter. «Trotz aller Konzentration siehst du aus dem Auto, wie sie jubeln und Fahnen schwenken.»

Der erklärte Argentinien-Fan betont die Verschiedenartigkeit der 23 Prüfungen über zusammen 331,8 Kilometer: «Die Strassen sind schnell und teils extrem eng, dazu immer wieder unterbrochen durch Sprünge und Wasserdurchfahrten. Der Strassenbelag ist recht weich und entwickelt bei der zweiten Passage bereits tiefe Spurrillen. Da in Südamerika der Herbst begonnen hat, kann uns von warm bis nasskalt fast jede Witterung erwarten. Gerade auf die Flussquerungen müssen wir achten. Unser Ford Focus RS WRC kommt damit aber sehr gut zurecht – wenn wir die Wasserdurchfahrt richtig treffen, können wir voll auf dem Gas bleiben.»

Die Route der Rallye Argentinien wurde gegenüber den Vorjahren stark verändert, um eine kompaktere Veranstaltung zu ermöglichen. Ein Höhepunkt im doppelten Sinne bleiben jedoch die berühmten Gebirgs-WP «El Condor» und «Giulio Césare», die das Feld am Samstag bis auf 2.195 Meter Höhe führen und deren enge und steinige Pfade keinen Fehler verzeihen. An drei Abenden steht eine Showprüfung in Córdobas Fußball-WM-Stadion von 1978 auf dem Programm.

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