Volkswagen mit viel Rückenwind nach Italien

Von Toni Hoffmann
WRC
Erste Saisonhälfte der FIA Rallye-Weltmeisterschaft endet nach Rallye Italien, doppelt gejagt: Ogier im WM-Zweikampf mit Mikkelsen, Latvala hofft auf Aufholjagd.

Mit Siegambitionen gehen deshalb sowohl Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) als WM-Führende als auch ihre direkten Verfolger in der Gesamtwertung, Andreas Mikkelsen/Ola Floene (N/N) und die zuletzt siegreichen Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) in die Rallye Italien. Der sechste WM-Lauf des Jahres vom 11. bis 14. Juni 2015, der den Abschluss der ersten Saisonhälfte der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) bildet, wird seit 2004 auf Sardinien ausgetragen. Er bietet mit Klassikern wie der Wertungsprüfung «Monte Lerno» und ihrem bei Fans und Fahrern beliebt-berüchtigten Sprung «Micky’s Jump» große Herausforderungen für Mensch und Material. Am Samstag stellt sich die Weltelite des Rallye-Sports zudem dem längsten Rallye-Tag der bisherigen Saison – mit allein 212,83 der insgesamt 394,63 WP-Kilometer. Die drei Volkswagen Duos Ogier/Ingrassia, Mikkelsen/Floene und Latvala/Anttila gehen im Kampf um Punkte und Platzierungen mit drei identischen Polo R WRC an den Start – wie zuletzt bei der Rallye Portugal, als sie mit einem Dreifachsieg sowohl bei der Rallye als auch bei der Powerstage das beste Resultat für Volkswagen in der Rallye-WM-Geschichte feierten.

«Man kann nicht mit mehr Selbstbewusstsein in eine Rallye starten», so Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito. «Die volle Punkteausbeute in Portugal hat uns Auftrieb gegeben und alle drei Fahrer – Sébastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen – haben das Zeug, in Italien zu gewinnen. Aber es wird keine Spazierfahrt, denn die Streckenbedingungen auf Sardinien sind schwierig und verändern sich von Auto zu Auto. Dazu kommt die Konkurrenz, die uns nach dem Dreifacherfolg in Portugal das Leben sicher umso schwerer machen möchte.»

Momente des Jahres 2013 und 2014 – Volkswagen mit guten Erinnerungen an Italien

Zweimal in Folge hat Volkswagen die Rallye Italien gewonnen – 2013 und 2014. Doch nicht nur der sportliche Erfolg weckt positive Erinnerungen. Der weltberühmte «Micky’s Jump» ist nicht nur Zuschauermagnet, Gänsehautmoment und Postkartenmotiv der Rallye Italien, der Sprung von Sébastien Ogier über diese Kuppe wurde 2013 offiziell zum «FIA Motorsport-Moment des Jahres» gekürt. Auch der Rückblick auf das Jahr darauf ruft Erinnerungen wach: 2014 landeten die Fahrer, Beifahrer und das Teammanagement nach der Podiumszeremonie zur Abkühlung im Hafenbecken von Alghero, um Ogiers zweiten Erfolg in Italien zu feiern. Nicht alle freiwillig – aber auch ohne offiziellen Titel für das Volkswagen Team der Spaß-Moment des Jahres 2014.  

La dolce vita – Ogier/Ingrassia und die Liebe zu Italien

Die Erfolgskurve zeigt stetig nach oben: Die Doppelweltmeister Sébastien Ogier und Julien Ingrassia verbindet eine innige Zuneigung zur Rallye Italien. 2013 und 2014 siegten die Champs auf Sardinien und sind mit dem Polo R WRC hier ungeschlagen. Auch 2015 sind die Ambitionen hoch – nach drei Siegen und einem zweiten Rang bei den ersten fünf Rallyes der Saison liegen Ogier/Ingrassia mit 42 Zählern Vorsprung vor ihren Teamkollegen Mikkelsen/Floene vorn. Die Doppelweltmeister von 2013 und 2014 haben damit mehr Vorsprung, als die Konkurrenz binnen einer einzelnen Rallye aufzuholen vermag. Maximal 28 Punkte gibt es in der Rallye-WM für die Kombination aus Sieg und Bestzeit in der Powerstage.

Was war, was wird: Mikkelsen und Floene ein Jahr nach der «Wiedervereinigung»

13 Rallyes gemeinsam wieder auf der Uhr, die 14. folgt: Seit genau einer Rallye-Saison sind Andreas Mikkelsen und sein Beifahrer Ola Floene wieder vereint. Zuvor war Mikkelsen mit Mikko Markkula für Volkswagen in der Rallye-WM gestartet. Dem ersten Podium mit Markkula bei der Rallye Schweden 2014 folgten mit Floene seit der Rallye Italien 2014 acht weitere Podiumsplatzierungen. Dazu kamen für das norwegisch-norwegische Duo drei weitere Punkteränge, denen bisher in den 13 gemeinsamen Starts im Polo R WRC nur zwei Nuller entgegenstehen. Zuletzt bekamen Mikkelsen/Floene für die Rallye Portugal das Upgrade auf den Polo R WRC der zweiten Generation, in dem sie sich auf Anhieb heimisch fühlten. Platz drei, der vierte der laufenden Saison, war das erfolgreiche Resultat der Jungfernfahrt. Mikkelsen/Floene sind wegen dieser beeindruckenden Konstanz deshalb zu den Ogier/Ingrassia-Jägern Nummer eins avanciert und liegen derzeit auf Rang zwei der Gesamtwertung. Der ganz große Coup steht jedoch noch aus: der erste Laufsieg.

Auf der Woge des Erfolgs – Latvala/Anttila hoch motiviert für WM-Aufholjagd

Ist der Knoten für Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila geplatzt? Nach zuvor drei Nullern in Folge bogen Latvala/Anttila bei der zurückliegenden Rallye in Portugal zurück auf die Siegesstraße der Rallye-Weltmeisterschaft ein. Damit verbesserten sich die „Vize-Weltmeister“ von 2014 um vier Positionen auf Platz fünf der Gesamtwertung. Zwar liegen zwischen ihnen und den WM-Führenden Ogier/Ingrassia bereits 59 WM-Zähler, doch noch ist der große Traum vom WM-Titel auch für sie aus eigener Kraft erreichbar. In Portugal hatten Latvala/Anttila ihren Startvorteil clever genutzt und ihren Vorsprung routiniert bis ins Ziel verwaltet, um den ersten Saisonsieg, den 13. der Karriere und den sechsten mit Volkswagen, zu feiern.

Rundes aus den Zahlenwerken – was für Volkswagen ansteht

Gleich mehrere runde Zahlen könnten für Volkswagen bei der Rallye Italien anstehen. Etwa der 30.000. WP-Kilometer seit dem Einstieg mit dem Polo R WRC. Derzeit steht der Kilometerzähler aller World Rally Cars aus Wolfsburg bei gemeinsam 29.188,44 Kilometern. Sébastien Ogier steht – wenn alles perfekt läuft – vor seinem persönlich 40. Podiumsresultat, für Andreas Mikkelsen könnte in Italien das zehnte in der Rallye-WM erfolgen. Erstmals bei der Rallye Italien haben alle drei Volkswagen Duos gemeinsam den 400. WP-Sieg für den Polo R WRC vor Augen (derzeit: 392). Von der großen 400 ist auch Jari-Matti Latvala nicht weit entfernt. Fügt er seinem Konto zwölf weitere Bestzeiten hinzu, ist diese nächste Marke geknackt. Zehn weitere für Sébastien Ogier und es stehen 350 Bestzeiten auf der Habenseite des Champs.

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