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Letztes Update 24.07.17 14:26:59
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Racing-Raritäten - Unser Foto-Spiel
Aus dem Archiv der Agentur LAT stellen wir jeden Dienstag-Morgen ein kleines Stück Motorsport-Historie vor. Sagen Sie uns, wer zu erkennen ist, wo und wann das Bild entstand (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und gewinnen Sie mit etwas Glück einen kleinen Preis.

Bitte Name, Adresse, Geburtsjahr und Telefonnummer nicht vergessen. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist jeweils Sonntag der gleichen Woche, 24.00 Uhr.

Das Bild der Vorwoche (11. bis 16. Juli 2017):

Beim letzten Mal hatten wir als Tipp mit auf den Weg gegeben: «Nein, ein Ferrari ist das wohl nicht. Aber Rot war in den 70er Jahren nicht nur die Hausfarbe der Italiener. Passend dazu der Helm des Piloten, eines Mannes, der weit über seine Rennkarriere hinaus den Motorsport geprägt hat. Die Formel 1 war für ihn quasi Sprungbrett zu einer völlig neuen Aufgabe.»

Ein Ferrari war das tatsächlich nicht, sondern ein March 711, angetrieben vom klassischen Cosworth-V8. Der Wagen wurde von Gene Mason Racing eingesetzt und mit einer anderen Fahrzeugnase ausgerüstet. Am Lenkrad sitzt John «Skip» Barber aus Philadelphia.

Der Harvard-Abgänger begann schon während seiner Uni-Zeit Rennen zu fahren, Mitte der 60er Jahre gewann er drei SCCA-Meisterschaften in Folge, gefolgt von zwei Formel-Ford-Titeln 1969 und 1970, da galt Barber aber nicht mehr als Nachwuchsfahrer – er war bereits 33 Jahre alt. Verblüffenderweise hatte niemand Einwände, dass er 1971 mit dem privaten March von Gene Mason in der Formel 1 auftauchte. In Monaco konnte sich Barber nicht qualifizieren, in Holland kam er ins Ziel, wurde aber aufgrund mangelnder Renndistanz nicht gewertet. Ausfall dann in Mosport, erneut nicht klassiert in Watkins Glen.

Im Jahr darauf behielt Gene Mason den 711er March, doch das Auto wurde erheblich modifiziert. Barber trat jedoch nur in Nordamerika an: Erneut nicht klassiert in Mosport 1972 (von da stammt unser Foto), dann 16. in Watkins Glen.

In der Formel 1 würde sich heute niemand mehr an den Grand-Prix-Piloten Barber erinnern. Als Skip 1975 seine Rennkarriere beendete, gründete er mit zwei geliehenen Formel-Ford-Lola eine Rennschule. Daraus wurde eine wahre Rennfahrer-Uni mit mehr als 120 Autos, welche auf mehr als dreissig Rennstrecken im Einsatz waren, ab 2007 arbeitete Skip Barber mit Mazda zusammen.

Wie wichtig ist diese Rennschule für den US-Motorsport? Zeitweise bestand gut ein Drittel sowohl des IndyCar-Startfelds als auch des NASCAR Sprint Cups aus Piloten, die bei Skip Barber ausgebildet worden waren! Die «Skip Barber Racing School» wurde zur grössten Rennfahrerschule der Welt, zudem zum Besitzer der Lime-Rock-Rennstrecke.

1999 zog sich Skip Barber von der Schule zurück, welche seinen Namen behielt. Der heute 81-Jährige musste im vergangenen Mai erleben, wie seine frühere Firma Zahlungsunfähigkeit anmeldete. Die Betreiber der Schule hatten sich mit Investitionen und Pistenmieten in ganz Amerika übernommen.

Eine Bemerkung noch zum March 711. Berühmt wurde das für die Formel-1-Saison 1971 gebaute Auto durch den ovalförmigen Frontflügel, der auf die Nase aufgesetzt wurde – teilweise spöttisch als Teetablett bezeichnet. Das Werks-Team setzte Cosworth-Renner ein, doch bei einigen Läufen auch einen Motor von Alfa Romeo. Mit teilweise vier Autos und zwei verschiedenen Aggregattypen war der Rennstall überfordert. Die 33 WM-Punkte der Saison 1971 wurden ganz alleine von Ronnie Peterson eingefahren, der verblüffenderweise WM-Zweiter hinter Jackie Stewart wurde und March den vierten Platz in der Markenwertung sicherte.

Ein Rennprogramm vom Grossen Preis von Grossbritannien gewinnt Nadja Kaufmann-Mayer aus Düsseldorf. Wir gratulieren.

Hier das neue Fotospiel (18. bis 23. Juli 2017):
Wer war es?
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