Steckbrief

Luiz Felipe Nasr

Rennfahrer

Vorname: Luiz Felipe
Nachname: Nasr
Spitzname: k.A.
Webseite: www.felipenasr.com/
Twitter: FelipeNasr
Nationalität: Brasilien
Geburtsdatum: 21.08.1992 in Brasilia, Brasilien (27 Jahre und 2 Tage)
Familienstand: Ledig
Wohnort: Monaco
Größe: 175 cm
Gewicht: 67 kg
Hobbys: Funkferngesteuerte Modellautos, Fischen, Kartfahren
Lieblingssportart(en): Fussball, Tennis, Fischen
Lieblingsstrecke: Spa-Francorchamps
Lieblingsspeise(n): Libanesische Küche, italienische Küche
Lieblingsmusik: Brasilianische Musik, klassische Rockmusik, Johnny Cash, Bob Dylan, Dire Straits

Mit sieben Jahren hatte Felipe erstmals Kontakt mit dem Rennsport. Das kam nicht überraschend, denn Felipe stammt aus einer Motorsport-Familie. Sein Onkel war Rennfahrer, er bestritt die britische Formel-Ford-Meisterschaft in den 80er Jahren. «Als er nach Brasilien zurückkehrte, gründeten mein Vater und er ein Formel-3-Team», erklärt Felipe. In den späten 90er Jahren verfolgte Felipe einige Rennen der südamerikanischen Formel-3-Meisterschaft. Damals dachte er jedoch überhaupt nicht daran, selbst Rennfahrer zu werden.

Eines Tages fragte Felipes Vater, ob der Junior gerne ein paar Runden mit einem Kart drehen möchte. Felipe überlegte nicht lange und nahm das Angebot an. «Ich habe auch gerne Fussball gespielt, als ich jedoch das erste Mal in einem Kart sass, war das ein einzigartiges Gefühl.» Nach dieser Erfahrung startete der junge Brasilianer seine Laufbahn im Kartsport. Der dreimalige Gewinn der brasilianischen Kartmeisterschaft offenbarte sein Potenzial.

Nach einigen erfolgreichen Jahren im brasilianischen Kartsport setzte Felipe seine Karriere 2009 in der europäischen Formel BMW fort. «Mit 16 Jahren bin ich nach Italien gezogen und habe mit einem italienischen Formel-BMW-Team nahe Mailand zusammengearbeitet. Es war nicht einfach, Familie und Freunde hinter mir zu lassen.»

Obwohl Felipe sich an ein neues Umfeld und eine neue Sprache gewöhnen musste, hatte er seinen grossen Traum bereits vor Augen: «Wenn ich es in die Formel 1 schaffen möchte, musste ich in Europa fahren, das war glasklar.»

Dank täglicher Mittagessen mit den Ingenieuren und Mechanikern schnappte er die italienische Sprache schnell auf. «Ich habe die Zeit dort genossen, nicht nur der Küche wegen.» Der Gewinn der europäischen Formel-BMW-Meisterschaft in seiner Rookie-Saison bestätigt diese Aussage voll und ganz.

Im Jahr 2011 wurde Felipe britischer Formel-3-Meister und beendete das renommierte Formel-3-Rennen in Macau auf Platz 2. Von 2012 bis 2014 bestritt er die GP2-Serie, wobei er 2014 in einer Doppelrolle als GP2-Fahrer und Test- und Ersatzpilot für das Williams-Team unterwegs war. Die GP2-Saison 2014 schloss Felipe als Dritter im Gesamtklassement ab. Im Herbst verkündete ihn Sauber als Einsatzfahrer für 2015.

Felipe Nasr debütierte sensationell in der Formel-1-WM: Rang 5 beim Grossen Preis von Australien in Melbourne – besser als die späteren brasilianischen Formel-1-Champions Emerson Fittipaldi, Nelson Piquet und Ayrton Senna! Im weiteren Verlauf der Saison 2015 litt Nasr unter Problemen beim Gefühl mit den Bremsen und unter mangelnder Konkurrenzfähigkeit seines Sauber-Renners. Felipe schloss seine erste Formel-1-Saison auf Gesamtrang 13 ab, fünf Ränge besser als sein Sauber-Stallgefährte Marcus Ericsson. Nasrs Vertrag wurde vorzeitig bis Ende 2016 verlängert.

Woher kommt eigentlich Felipes ungewöhnlicher Name, der so gar nicht nach Brasilien klingt? Des Rätsels Lösung: Felipes Grossvater wanderte in den 60er Jahren vom Libanon nach Brasilien aus. «Er war etwa drei Monate mit dem Schiff unterwegs.» Zusammen mit seiner Frau, die er in Brasilien kennenlernte, zog er in die Hauptstadt Brasilia. Bis jetzt hat es Felipe noch nicht in das Heimatland seines Grossvaters geschafft. Die libanesische Kultur ist dennoch ein fester Bestandteil im Hause Nasr. «Jeden Samstag trifft sich die gesamte Familie bei meiner Grossmutter, die für uns alle libanesisches Essen zubereitet. Das ist Tradition bei uns.»

Sobald Felipe etwas Freizeit geniesst, geht er in seiner Heimat einem speziellen Hobby nach: dem Fischen. Ein kompletter Gegensatz zum Rennfahren, um in der Natur neue Energie zu tanken. «Es gibt immer eine Balance zwischen dem professionellen und privaten Leben. Für mich ist das Fischen eine Zeit zum Entspannen, die ich gerne mit meinen Freunden verbringe.» Interessant ist aber, dass Felipe weder Fisch noch Meeresfrüchte isst. «Ich mag keinen Fisch. Ich lasse sie wieder zurück in die Freiheit, nachdem ich sie gefangen habe.»

Zum Fischen sollte Nasr mehr Zeit erhalten, als ihm lieb ist. Welche Ironie der Rennhistorie: Im Regenchaos von Interlagos 2016 eroberte Nasr mit einer grossen Fahrt Rang 9, mit diesen ersten Saisonpunkten konnte Sauber in der Markenwertung Manor Racing überholen. Die Briten rutschten in die Insolvenz, und der Wirbelsturm um den Rücktritt von Nico Rosberg beförderte Valtteri Bottas von Williams in einen Silberpfeil, damit war dort der Weg für Pascal Wehrlein versperrt, so dass Mercedes ihn – bei Sauber unterbrachte, zu Lasten von Felipe Nasr! Der Brasilianer steht vor einer ungewissen Zukunft.

Felipe Nasr © Pan Images Felipe Nasr

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