21-jährige Amber Kramer verkaufte sich im Männersport Eisspeedway teuer
Drei Jahre nach seinem ersten Eisspeedway-Rennen steht der Niederländer Leon Kramer in dieser Saison im GP-Feld. Noch kann seine jüngere Schwester Amber einen ähnlich rasanten Aufstieg schaffen.
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Als die mit ihrer Familie seit 2018 in Schweden lebende Niederländerin Amber Kramer beim diesjährigen Roelof-Thijs-Pokal am Vorabend des GP3 in Heerenveen zu ihrem ersten großen Eisspeedway-Rennen ans Startband rollte, erwartete man von ihr keine Wunderdinge. Im 24er-Feld kam sie auf Grund des angewendeten K.-o.-Systems zwar nur zu drei Heats, doch es war deutlich mehr für sie drin als Rang 19.
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Im Eröffnungsheat sah die seit dem 11. Dezember 21-Jährige als Zweite die Zielflagge, wobei sie sich dazu erst mit einem alles andere als ergebenden Mitrollen von der dritten auf die zweite Stelle vorfuhr. Nachdem sie in ihrem zweiten Heat leer ausgegangen war, griff sie in ihrem dritten nach den Sternen. Nach dem Start war sie vor dem Bayern Simon Mayer Dritte, dann rang sie auf der Außenbahn ihren Landsmann Remo Huizinga nieder und am Kurvenausgang war sie auch deutlich schneller als der weitere bayrische Rookie Bernhard Sanftl, der letzten Endes 14. wurde. Dann ging ihr mit ihrer Überschussgeschwindigkeit auf der Außenbahn der Platz aus, sodass sie Sanftls Heck touchierte und in die Strohballen flog. Der nachfolgende Mayer konnte ihrem pinken Bike nicht ausweichen und stürzte ebenfalls. Als Abbruchverursacherin wurde Amber disqualifiziert und war damit ausgeschieden.
Ich war viel schneller als mein Vordermann, da konnte ich nirgendwo hin.amber kramer über ihren crash
Dennoch ist sie mit ihrem ersten großen Rennen zufrieden. «Der Sturz war natürlich nicht gut – ich war viel schneller als mein Vordermann, da konnte ich nirgendwo hin. Das war sehr schade. Das Ergebnis ist dadurch nicht so super, aber es war ein fantastisches Rennen für meinen ersten richtigen Einsatz», konstatierte sie anschließend im Vier-Augen-Gespräch mit SPEEDWEEK.com.
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Amber Kramer: Bislang kaum Rennläufe gefahren Ihre deutlich sichtbare starke Performance ist umso erstaunlicher, weil sie bisher noch nicht allzu viele Runden mit einem Eisspeedway-Bike gedreht hat. «Ich bin vor Heerenveen nur drei Rennen in der schwedischen Liga gefahren, dabei aber jeweils nur einen Heat», erzählte sie.
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Doch ganz von nichts kommt nichts. So hat sie, dank ihres Standortvorteils in Schweden und ihres «Buddys», ihrem zwei Jahre älteren Bruder, zumindest schon relativ viel auf dem Eis trainiert.
Nachdem sie Leon bei seinen Aktivitäten in Sachen Eisspeedway regelmäßig begleitete, wollte sie das auch machen. Im Dezember 2024 war es so weit, dass Amber ihre ersten Runden drehte und im Januar dieses Jahres war besagter erster Minieinsatz in der schwedischen Liga. Zuerst von Eisspeedway nicht sehr beeindruckt Obwohl sie einst nicht weit weg von Heerenveen beheimatet war und als Kind auch einmal zu einem Rennen im Thialf-Stadion weilte, hatte sie jahrelang mit Eisspeedway nicht viel am Hut. Das kam erst, als Leon 2024 das erste Mal beim Roelof-Thijs-Pokal antrat. «Als ich früher mal im Stadion zum Zuschauen war, hat mich das nicht allzu sehr geflasht. Als ich Leon dann fahren sah, dachte ich, dass das echt cool ist und dass ich das auch mal probieren möchte. Das habe ich dann gemacht und es wird immer besser.»
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Zuvor war sie, nicht wie ihr Bruder, weder Motocross noch auf der Straße Motorrad gefahren. «Ich hatte früher ein Pferd und irgendwann auch einen Scooter, immerhin mit Schaltung», betonte sie. Eisspeedway will sie nun aber auch in Zukunft und mit der gebührenden Ernsthaftigkeit betreiben. «Das soll für mich nicht nur Spaß sein, sondern ich versuche noch mehr zu trainieren, viel zu lernen und immer besser zu werden. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr noch stärker wiederkommen werde.» Wenngleich sie mit ihrer Familie in Schweden sesshaft geworden ist, verbrachte sie fast den gesamten Sommer 2025 in ihrem Ursprungsland Niederlande und arbeitete dort, wie sonst auch in Schweden, als Reinigungskraft. Ansonsten sind vor allem Kurzbesuche in ihrer Heimat eher rar. Mindestens das «Ijsspeedway Heerenveen 2027» hat Kramer aber wieder auf ihrer Agenda.
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