Felix Bähker nach schwerem Sturz in Portugal: Kampf um die Gehfähigkeit
Der 21-jährige Felix Bähker hat sich bei einem Unfall beim XL Lagares schwere Verletzungen an Wirbelsäule und Rückenmark zugezogen. Nach einer Not-OP kämpft er um die Beweglichkeit in seinen Beinen.
Am vergangenen Wochenende ereilte die Hard-Enduro-Szene ein schwerer Schicksalsschlag. Der 21-jährige Felix Bähker zog sich bei einem Sturz Frakturen zweier Wirbelkörper mit Beteiligung des Rückenmarks zu. Noch am selben Tag wurde er operiert – die gebrochenen Wirbel wurden mit Titan-Stäben stabilisiert.
Seitdem bangt die Familie und die gesamte Community: Felix spürt derzeit 30 bis 40 Prozent Sensibilität in den Beinen, die aktive Motorik und Beweglichkeit fehlen jedoch noch. Die Prognose bleibt offen. Die Ärzte sehen aufgrund seines jungen Alters, der zügigen Operation und der bereits vorhandenen Sensibilität vorsichtige Hoffnung – Garantien gibt es aber keine. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein.
Kritik an der Organisation
Kritik müssen sich der Veranstalter und die Promoter der Hard-Enduro-WM gefallen lassen: Die medizinische Versorgung vor Ort war nach Berichten aus dem Umfeld alles andere als optimal. Sanitäter wirkten überfordert, eine Vakuummatratze funktionierte nicht richtig, die Schmerzmittel-Dosierung war unklar, eine Luftrettung wurde nicht angefordert und der Transport erfolgte über holprige Wege. Das ist einem WM-Lauf nicht würdig.
Hinter den Kulissen kämpft Felix’ Familie nicht nur mit der gesundheitlichen Ungewissheit, sondern auch mit bürokratischen Hürden. Theoretisch besteht eine ausreichende Versicherung – praktisch ist jedoch vieles noch ungeklärt, besonders bei den hohen Rehabilitationskosten.
Dank des großen medialen Echos und der von Milan Schmüser gestarteten GoFundMe-Aktion «Felix muss zurück auf die Beine!» kommt nun Bewegung in die Sache. Die Spenden fließen transparent und sollen vor allem die Reha absichern.
Appell an die Fahrer
Solche Fälle machen traurig – sie müssen aber auch wachrütteln. Besonders junge Fahrer unterschätzen häufig die Tücken internationaler Versicherungen bei Auslandsrennen. Wer in der WM oder bei großen Events startet, sollte seine Police genau prüfen: Was ist bei schweren Verletzungen wirklich abgedeckt? Wie schnell greift der Schutz? Und reicht die Summe für eine lange Rehabilitation? Gravierende Unterschiede gibt es auch zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung.
SPEEDWEEK.com wird dieses wichtige Thema in den kommenden Tagen genauer beleuchten. Denn Motorsport soll Leidenschaft bleiben – und keine existenzielle Bedrohung für Fahrer und Familien. Wir halten euch auch über den weiteren Heilungsweg von Felix auf dem Laufenden.
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