Hard Enduro WM: Änderungen im Kalender 2026 werfen Fragen auf
Es gibt zwei Änderungen im HEWC-Kalender: Das Abestone kehrt an seinen Heimatort zurück und wird deutlich nach hinten verlegt. Das Wild Woods Extreme fällt aus – die Saison schrumpft auf acht Läufe.
Am 29. April verkündete die FIM zwei Änderungen im Kalender der Hard-Enduro-WM 2026. Die Informationen in der Pressemitteilung sind dürftig und lassen viele relevante Fragen unbeantwortet. SPEEDWEEK.com ist dem nachgegangen: Aus dem «Abestone Rodeo Miravalle» wird nun «Abestone Hard Enduro» und der Termin wird verlegt vom 10. bis 12. Juli auf den 4. bis 6. September. Die Pressemitteilung der FIM liefert allerdings keinerlei Informationen zum Hintergrund. Aus gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen:
Zur Namensänderung: 2026 war ursprünglich der Plan, das traditionell als «Abestone» bekannte Hard-Enduro-Rennen erstmals an einem anderen Ort als eben Abetone durchzuführen, nämlich in Montevarchi in der Provinz Arezzo. Abetone ist ein beliebter Bergort und ein Skigebiet in den toskanisch-emilianischen Apenninen in der Provinz Pistoia (Toskana) und offensichtlich integraler Bestandteil der Namensgebung des überaus bei den Zuschauern beliebten und von den Fahrern geschätzten Rennens. Nachdem es wegen der Verlegung an einen anderen Ort zu einigen intensiven Diskussionen mit den Autoritäten in Abestone kam, die von der Verlegung in eine andere Region offensichtlich nicht so begeistert waren wie das Mastermind des Abestone Michele Bosi, traf Bosi die Entscheidung, das Rennen wieder in die traditionelle «Heimat» zu verlegen.
Zur Verlegung des Termins vom Juli in den September ist zu vernehmen, dass dies aus Naturschutzgründen (Vogelschutz) heraus geschehen ist.
Brisant ist der Wegfall des Wild Woods Extreme. In der Pressemitteilung der FIM ist zu lesen: «Aufgrund von Umständen, die außerhalb des Einflussbereichs sowohl des lokalen Veranstalters als auch des Meisterschaftsveranstalters lagen, war es nicht möglich, die Veranstaltung in dieser Saison durchzuführen.» Dies erscheint fragwürdig, denn SPEEDWEEK.com wurde ebenfalls aus gut unterrichteten Kreisen zugetragen, dass es dort offensichtlich durch Probleme mit den lokalen Behörden keine ausreichenden Genehmigungen für das Rennen gab und gibt. Sollte dies stimmen, dann stellt sich die Frage, warum ein Rennen in den Kalender einer Weltmeisterschaft aufgenommen wurde, das organisatorisch nicht auf soliden Beinen steht. Ob das Event Red Bull Romaniacs noch in den Kalender 2026 aufgenommen wird? Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen und es bleibt abzuwarten, ob man sich vertraglich einigen kann.
Erwähnenswert ist im Zusammenhang mit der FIM HEWC noch, dass auch die Fahrer der WERA (World Enduro Riders Association) entgegen der ursprünglichen Kommunikation beim XL Lagares (1. bis 3. Mai 2026 in Portugal) an den Start gehen werden.
Zwischenzeitlich hatten die WERA-Protagonisten wie Lettenbichler und Gomez ein Schreiben an den Promoter der HEWC verfasst. Darin forderten insgesamt 15 Top-Fahrer und deren Teams finanzielle Unterstützung für die «Overseas»-Rennen Silver Kings, Sea to Sky und Roof of Africa. Ohne diese Unterstützung wollten sie nur sechs von neun HEWC-Rennen bestreiten. Die Verhandlungen laufen noch.
Insgesamt aber zieht es sich leider wie ein roter Faden durch diese FIM HEWC: Zum wiederholten Mal zeigt sich bei der HEWC ein Muster: Kalenderänderungen, dürftige Kommunikation und organisatorische Unsicherheiten belasten die Serie. Es mangelt dieser Weltmeisterschaft an Professionalität, Substanz, Planbarkeit und Stimmigkeit.
Währenddessen entwickelt sich das World Hard Enduro Ranking fortlaufend weiter. Nach aktuellem Stand sind 29 Rennen in 2026 gelistet und Lettenbichler hat nach dem denkwürdigen Alestrem dort nun die Führung im Ranking übernommen. Darüber werden wir demnächst ausführlicher berichten.
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