Antonelli/Russell (Mercedes): Malaysia-Niederlage, Singapur mit altem Auto?
Vor dem Bahrain-GP: Mit grosser Spannung war ein umfangreiches Entwicklungspaket fürs Auto von Kimi Antonelli und George Russell erwartet worden. Aber dann ging in Malaysia Vieles schief. Was nun?
Die Konkurrenz von WM-Leader Mercedes schlief vor dem Bahrain-GP in Malaysia unruhig: Der Klassenbeste hatte angekündigt, das lang erwartete Update endlich auf die Bahn zu bringen. Die Gegner hegten die Befürchtung, dass Mercedes eine halbe Sekunde pro Runde zulegt.
Aber dann das: Pole-Position für Max Verstappen im Red Bull Racing-Ford, einen Tag später erster Saisonsieg für den Niederländer. Kimi Antonelli machte mit Platz 2 das Beste aus seinen Möglichkeiten, George Russell fiel wegen Motorschadens aus.
Nun lautet die Frage: Ist beim Mercedes-Update einfach der Wurm drin, oder haben die Verbesserungen deshalb nicht eingeschlagen, weil die Umstände auf dem Sepang International Circuit besonders waren?
Antwort: Auch bei Mercedes sind sich die Fachleute nicht sicher. Aus diesem Grund sind fürs kommende GP-Wochenende von Singapur drei Lösungsansätze vorgesehen.
Erstens: Antonelli und Russell fahren in Malaysia-Spezifikation, in der Hoffnung, dass sich der Wagen auf dem Strassenkurs von Singapur manierlicher verhält.
Zweitens: Antonelli und Russell teilen sich die Arbeit, einer fährt im Training diese frühere Spezifikation, der andere die neue. Hier stellt sich allerdings das Problem, dass wir in Singapur ein Sprint-Wochenende haben, also ist zum Gegen-Check nur ein freies Training Zeit, dann geht es bereits in die Sprint-Quali.
Drittens: Beide Fahrer fahren in der Ausführung ihres Rennwagens, wie er in Baku verwendet wurde. Die neue Version kommt erst wieder in Texas zum Einsatz.
Bradley Lord, der stellvertretende Teamchef von Mercedes, sagt dazu in der Nachbesprechung des Bahrain-GP in Malaysia: «Wir wissen, dass mehr Abtrieb auch mehr Luftwiderstand mit sich bringt, und die Berechnung ist – was man in den Kurven gewinnt, das überwiegt, was man auf den Geraden verliert.»
«Wir haben in Malaysia dann gesehen, was wir erwartet hatten, wir erkannten einen Vorteil in den Hochgeschwindigkeits- und mittelschnellen Kurven; und die Fahrer sagten, dass sie das deutlich spüren. Aber es besteht kein Zweifel, dass wir das ganze Wochenende über in bestimmten Kurven, insbesondere in den langsameren, unsere liebe Mühe hatten.»
«Die Kombination aus Updates, Streckentemperatur und Streckenoberfläche verursachte möglicherweise, dass das Auto nicht im besten Arbeitsfenster war. Die Fahrer mussten das Auto in den langsamen Kurven mit dem Gaspedal herumwerfen. Das verschärfte aber das Problem mit überhitzenden Reifen.»
«Es ist nicht einfach, das alles zu entwirren. Wir müssen dem auf die Spur kommen, und dann entscheiden, welche Schritte wir unternehmen müssen, damit das Update gut funktioniert. Das ist nicht nur für diese Saison wichtig, sondern auch für 2027.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach



