Jorge Martin in Sepang? Massimo Rivola hat erhebliche Zweifel
Während Paolo Bonora auf Jorge Martins MotoGP-Comeback in Sepang hofft, äußert Massimo Rivola erhebliche Zweifel. Der Aprilia-Chef spricht auch über die ungewisse Austragung des Katar-GP.
Ob Jorge Martin bereits am kommenden Wochenende in Sepang wieder ein MotoGP-Rennen bestreiten kann, bleibt offen. Während Aprilia-Rennmanager Paolo Bonora nach dem Unterarmbruch des Spaniers vorsichtig optimistisch klang, äußerte sich Rennchef Massimo Rivola deutlich zurückhaltender. Seine Hoffnung richtet sich zunächst darauf, Martin überhaupt beim Team in Malaysia zu sehen.
«Es ist sehr, sehr schwierig. Ich hoffe, Jorge in Sepang zu sehen, zumindest bei uns. Dann werden wir sehen», erklärte Rivola. Martin wird nach seinem
Bonora hatte zuvor als positive Nachricht hervorgehoben, dass der Bruch nicht verschoben sei. Auf die Frage nach einem Comeback in Sepang hatte er erklärt: «Daran arbeiten wir. Wir sind optimistisch.» Rivola betonte dagegen, dass für ihn eine vollständige körperliche Genesung eine wichtige Rolle spielt.
Jorge Martin und Aprilia: Großes Potenzial, aber zu viele Rückschläge
«Die Geschichte zwischen Aprilia und Jorge war ziemlich unglücklich. Das Glück im Unglück ist diesmal, dass der Knochen lediglich gebrochen ist und die Verletzung nicht dramatisch ist. Aber ich würde mir wünschen, dass unsere gemeinsame Geschichte bestmöglich endet – mit ihm in körperlich hundertprozentiger Verfassung», sagte der Aprilia-Rennchef.
Der Zeitpunkt der Verletzung ist sportlich besonders bitter. Im Sprint hatte Martin mehrfach gegen Marc Marquez um die Führung gekämpft, bevor er in Runde 8 in der schnellen Kurve 8 stürzte. Die Röntgenuntersuchungen ergaben einen Speichenbruch und den Verdacht auf einen zusätzlichen Bruch der Elle nahe dem Handgelenk.
«Gestern hat er eine fantastische Show geliefert. Wir haben den echten Jorge gesehen, und ich denke, dass er die Chance hatte, das Rennen zu gewinnen. Aber manchmal passiert einfach Scheiße. Wir haben zusammen nicht besonders viel Glück. Trotzdem werden wir ganz sicher nicht aufgeben, solange es nicht vorbei ist», betonte Rivola.
Durch die Absage des Hauptrennens auf Phillip Island blieb Martin ein weiterer Punkteverlust erspart. Marquez führt die WM nun mit 365 Punkten vor dem Aprilia-Piloten mit 355 Zählern an. Marco Bezzecchi folgt mit 315 Punkten. Für Martin hängt im Endspurt deshalb viel davon ab, wann und in welcher Verfassung er zurückkehren kann.
Wie Rivola die Situation in Katar einstuft
Zusätzliche Unsicherheit bringt das Rennen in Katar, das unmittelbar nach Sepang vorgesehen ist. Wegen der Unruhen in der Region ist die Austragung weiterhin nicht vollständig gesichert. Rivola will die Entscheidung darüber jedoch nicht mit den sportlichen Interessen seines Teams vermischen.
«Einerseits gibt es dadurch mehr Gesprächsstoff. Andererseits tun wir das, was uns vorgegeben wird. Wir machen diesen Job, weil wir ihn lieben. Wenn uns die Organisatoren sagen, dass aus Sicherheitsgründen die Voraussetzungen für ein Rennen gegeben sind, dann fahren wir», erklärte der Italiener.
Zum jetzigen Zeitpunkt sieht er keinen Anlass, eine Teilnahme grundsätzlich infrage zu stellen. Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass sich die Lage kurzfristig verändern kann. «Wir sind momentan nicht in der Position, zu sagen: Ich fahre nicht hin. Dafür gibt es bisher keinen Grund. Vielleicht wachen wir morgen auf und die Situation hat sich verändert. Aber heute ist das nicht der Fall», erläuterte Rivola.
Aprilia plant deshalb weiterhin mit dem vorgesehenen Restprogramm. Ob ein enger Kalender Martin bei einer schnellen Rückkehr helfen oder wegen seiner Verletzung zusätzlich belasten würde, ließ der Rennchef offen.
«Wir gehen davon aus, dass noch vier Rennen stattfinden. Ich weiß nicht, ob das für Jorge gut oder schlecht ist. Wenn er körperlich nicht fit ist, ist es nicht gut. Aber es liegt nicht an uns, solche Überlegungen zur Grundlage zu machen», stellte Rivola klar.
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