Ferrari im Glück nach Strategie-Patzer, Vasseur: «Andere taten das Gleiche»
Ferrari mit blauem Auge davongekommen: Falsche Reifenwahl zu Beginn des Bahrain-GP, dann Glück im Rennverlauf und starke Fahrer, Hamilton P3, Leclerc P4. Teamchef Fred Vasseur mit Hintergründen.
Im ersten Teil dieses spektakulären Grossen Preises von Bahrain sank den treuen Tifosi das Herz in die Hose: Lewis Hamilton (Startplatz 2) und Charles Leclerc (Startplatz 4) wurden auf profillosen Slicks ins Rennen geschickt, wo doch eigentlich klar war, dass die passendere Wahl die profilierten Intermediates waren.
Ferrari verspekulierte sich (ebenso wie McLaren), weil die Strategen davon ausgingen, dass die Bahn sehr schnell abtrocknen würde. Tat sie aber nicht.
Zwischendurch lag Lewis Hamilton nur noch auf P18, Leclerc noch weiter hinten, Rückstand des Briten auf Renn-Leader Max Verstappen bisweilen mehr als eine Minute!
Aber Ferrari konnte sich an diesem Tag auf die Kampfstärke von Hamilton und Leclerc verlassen, hatte dann ein wenig Glück mit dem Rennverlauf und Safety Car-Phasen, machte dann aber bei den Reifenwechseln keine weiteren Patzer mehr. Daher unterm Strich Lewis Hamilton auf dem Siegerpodest (erstes Ferrari-Podest seit fünf GP-Wochenenden!) und Charles Leclerc auf Rang 4. Eine gute Mannschaftsleistung und Platz 2 in der Konstrukteurs-WM verfestigt.
Zurück zum Start: Wieso liess Ferrari beide Fahrer weichen Slicks ins Rennen gehen? Wieso nicht Intermediates? Oder wieso nicht die Strategie teilen? Ein Fahrer so, der andere Fahrer so.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur nimmt die Strategie-Abteilung in Schutz: «Wenn du überzeugt bist, dass eine Option besser ist als die andere, dann musst du mit beiden Fahrern darauf setzen. McLaren, Red Bull Racing und Mercedes haben das Gleiche getan. Zudem: 50 % der Fahrzeuge auf der Startaufstellung haben sich für die Intermediates entschieden, die anderen für die Trockenreifen. Wir waren also nicht die Einzigen.»
«Natürlich ist es nach dem Rennen leicht zu sagen, dass eine Wahl besser ist als die andere. Aber wenn du in der Boxengasse stehst, bevor das Rennen beginnt, hast du nur Informationen vom Fahrer und von deinen Eindrücken, nichts Anderes. Schon nach der ersten Runde bist du schlauer, ob die Wahl richtig war oder falsch. Aber zu diesem Zeitpunkt ist es zu spät, um die Reifen zu wechseln.»
Der Franzose fasst das Bahrain-Wochenende in Malaysia so zusammen: «Alles in allem war unsere Leistung stark und überzeugend. Sicherlich gab es knifflige Momente zu bestehen, etwa mit den Entscheidungen auf der Startaufstellung, aber insgesamt ist es gut gelaufen. Die Qualifikationen von Samstag war auch positiv und heute mit dem Aufstieg vom zwischenzeitlich 20. und 21. Platz auf den dritten und vierten Rang. Beide Autos haben guten Speed gezeigt.»
«Wenn wir auch an all die Male denken, als wir Charles zum Reifenwechsel gerufen haben, und trotzdem ist er Vierter geworden, so ist das ein grossartiges Ergebnis.»
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