FIA erklärt: Deshalb blieben viele Autos beim Sepang-Start plötzlich stehen
Beim Startversuch in Sepang blieben reihenweise F1-Autos einfach stehen. Auch Lewis Hamilton (Ferrari) war betroffen. Die FIA erklärte später, was los war. Die Autos bekamen ein Software-Update.
Was für ein Formel-1-Rennen! Erst verzögerte starker Regen den Start des Bahrain-GP, der dieses Jahr ausnahmsweise in Malaysia abgehalten wurde. Und dann, als es trocken genug schien, trat plötzlich ein weiteres Problem auf: Mehrere Autos blieben auf dem Weg in die Startaufstellung hinterm Safety-Car plötzlich auf der Strecke einfach stehen!
Startabbruch, weil die Autos liegen blieben
Lewis Hamilton (Ferrari), der spätere Rennsieger Max Verstappen (Red Bull Racing) und mehrere andere Autos, darunter Haas und Cadillac mit Ferrari-Motor, meldeten Probleme und blieben kurzzeitig liegen. Der geplante Start wurde wieder abgebrochen, alle Teams mussten in die Garage. Alles verzögerte sich noch weiter, lange war unklar, wann es wieder losgehen würde und wie man mit den Pannen-Autos, die ja zurückgefallen waren, verfahren würde. Am Ende wurde nach einem Software-Update in der ursprünglichen Reihenfolge gefahren (
Aber was war da los? Wie können Formel-1-Autos plötzlich reihenweise einfach stehenbleiben? Nikolas Tombazis ist Single-Seater-Chef bei der FIA, also einer der höchsten technischen Verantwortlichen beim Weltverband. Er erklärte nach dem Rennen: «Bei nassen Bedingungen gibt es aus Sicherheitsgründen einige unterschiedliche Softwareeinstellungen für die Autos, um die Leistung in bestimmten Abschnitten vom Maximum auf ein niedrigeres Niveau zu reduzieren. Und in diesem Jahr hatten wir nur sehr wenige Fahrten bei nassem Wetter, fast gar keine, sodass dies vielleicht nicht ausreichend überprüft wurde.» Der Bahrain-GP in Malaysia war die erste richtig nasse Session. Die Formel 1 befuhr damit Neuland – und das war noch chaotischer als ohnehin schon befürchtet.
Tombazis: «Diese Software wird von uns gemeinsam mit den Teams entwickelt. Es handelt sich um eine einheitliche Software für alle Autos.» Also keine unterschiedliche Software je nach Motorenhersteller.
Verkettung von Ereignissen
Tombazis zu der skurrilen Massen-Strandung: «Im Grunde genommen kam es zu einer Verkettung von Ereignissen zwischen diesen Softwareeinstellungen und der Tatsache, dass einige Autos während der Einführungsrunde unglaublich langsam fuhren. Dadurch entstand eine Art Fehler in der Software, der diese Autos daran hinderte, wieder zu beschleunigen und auf normale Geschwindigkeiten zu kommen. Infolgedessen waren ziemlich viele Autos von diesem Problem betroffen, was dazu führte, dass sie zum Stehen kamen.» Und der Start abgebrochen wurde und alle unter roter Flagge in die Garage mussten. Das klappte immerhin selbstständig.
Tombazis: «Anschließend mussten wir uns natürlich Gedanken über den Neustart machen, da die Vorschriften diesen speziellen Fall nicht im Detail regeln: Einige Autos hatten nur eine Einführungsrunde absolviert, andere zwei, sodass viele Autos nicht auf ihrer Position waren. Das ist in den Vorschriften nicht vorgesehen. Wir mussten uns auf gesunden Menschenverstand und Fairness verlassen. Es war nicht die Schuld eines dieser Teams oder Fahrer, dass sie dieses Problem hatten. Daher wäre es äußerst unfair gewesen, wenn sie vom Ende des Feldes gestartet wären, also mussten wir die Startaufstellung neu ordnen.» Also alle wieder da einsortieren, wo sie hingehörten.
Software-Update verzögerte Start erneut
Tombazis: «Sobald die Probleme bei der Einführungsrunde auftraten, haben wir das Problem sehr schnell erkannt und den Teams eine aktualisierte Software zur Verfügung gestellt. Es dauerte etwa 20 Minuten, bis die Software bereitgestellt war. Nach einigen Absprachen mussten die Teams die Software auf den Fahrzeugen aktualisieren, sie hatten noch ein paar Fragen, und wir mussten sicherstellen, dass alle diese Arbeiten erledigt hatten. All das dauerte also vielleicht etwa 20 Minuten, und genau das war der Grund für die Verzögerung beim zweiten Start.» Danach liefen die Autos aber dann problemlos.
Die FIA ergänzte später noch in einem Statement: «Dieses Problem war weder von der FIA noch von den Teams während der Testfahrten oder auf den Runden zur Startaufstellung bemerkt worden. Die FIA wird gemeinsam mit den Teams und den Herstellern der Antriebseinheiten eine umfassende Untersuchung des Vorfalls durchführen.»
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