Max Verstappen dominiert Bahrain-GP: «Dieser Sieg ist besonders süss»
Max Verstappen hat den Grossen Preis von Bahrain gewonnen (ausgetragen auf dem Sepang International Circuit in Malaysia). Der 29-jährige Niederländer ist happy: «Das ist ein besonders süsser Sieg.»
Max Verstappen triumphiert beim nachgeholten WM-Lauf von Bahrain, gefahren auf der kniffligen malaysischen Rennstrecke Sepang International Circuit. Der Red Bull Racing-Pilot gewinnt das turbulente Rennen vor Kimi Antonelli und Lewis Hamilton.
Für Max ist dies der 72. Volltreffer in der Königsklasse, sein erster in dieser Saison (und der erste seit dem WM-Finale 2025 in Abu Dhabi), sein dritter beim Bahrain-GP (nach 2023 und 204) und sein zweiter auf dem Sepang International Circuit nach 2017. Gleichzeitig ist dies sein 135. Podestplatz.
Verstappens Rennstall Red Bull Racing feiert in Malaysia den 131. GP-Erfolg der Firmengeschichte, den fünften beim Bahrain-GP und den sechsten in Malaysia.
Max am Funk in der Auslaufrunde: «72, Jungs, 72! Hervorragende Arbeit, Jungs, was für ein Wochenende! Vielen Dank an alle im Team, ich bin sehr stolz auf eure Arbeit.»
Sieger Verstappen sagt nach dem spannenden Grand Prix: «Das ist ein besonders süsser Sieg nach dem schwierigen ersten Teil der Saison. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie stolz ich auf meine Mannschaft bin, die unermüdlich und so hart gearbeitet hat, um das Ruder herumzureissen und den Wagen schneller zu machen.»
«Das war ein ziemlich hektisches Rennen auch mit diesem Beginn, als es so stark regnete, dass wir ganz nicht zur eigentlichen Zeit losfahren konnten. Zunächst ging gar nichts, weil ich keine Motorleistung hatte. Aber im späteren Verlauf des Grand Prix haben wir alles richtig gemacht, auch in Sachen Einsatz der Reifen.»
«Ich konnte mich nach dem enttäuschenden Start in Ruhe vorarbeiten, ich wusste, dass ich den Speed dazu habe. Danach fuhr ich mein Tempo und konnte das Rennen kontrollieren, dann aber zum Schluss Safety-Car, und natürlich stellte das meinen Sieg wieder in Frage, weil die Verfolger aufrückten.»
«Zum Glück habe ich die Re-Starts gut hinbekommen, und letztlich ist alles gut gegangen.»
Für Statistiker: Nach der 140. Pole eines Ford-beschrifteten Formel-1-Autos von Max am 3. Oktober (die zuvor letzte Pole war Rubens Barrichello in Magny-Cours 1999 mit dem Stewart-Ford) nun also der 177. Sieg für Ford, die als Partner von Red Bull Powertrains den Motor von Verstappen gebaut haben (der erste GP-Sieg seit Giancarlo Fisichella mit Jordan-Ford in Brasilien 2003).
Verstappen sagt: «Es war schon bemerkenswert, wie wir als neuer Motorhersteller gut und in der Regel standfest unterwegs waren, mit zuletzt vielen Podesträngen. Nun aber im ersten Jahr auch noch einen Grand Prix zu gewinnen, das ist schon sehr eindrucksvoll.»
So lief der Bahrain-GP in Malaysia
Die meteorologische Ausgangslage zum 16. WM-Lauf der Formel-1-Saison 2026: 30 Grad Lufttemperatur, die Bahn bei 41 Grad, nach trockener Bahn am Freitag und Samstag begann es eine Stunde vor dem Rennen zu regnen.
30 Minuten vor dem Grand Prix nahm der Regen zu, der Himmel düster und bedrohlich. Die meisten Fahrer am Funk über die Erkundungsrunden: «Die Bahn bietet trotz Regen viel Grip, aber die Intermediate-Reifen bauen schon nach kurzer Zeit ab.»
20 Minuten vor dem Grand Prix dann richtiger Sepang-Regen, also wie aus Kübeln, so wie wir das in Malaysia oft erlebt haben. Dazu auch Blitz und Donner.
Die Rennleitung beschloss um 14.42 Uhr (in Europa 08.42): Start verschoben. Kein Wunder – von Anfang der Start/Ziel-Geraden war das Ende nicht mehr zu erkennen.
Das Knifflige in Sepang bei solchen Verhältnissen: Nicht nur erstmals an diesem Wochenende Niederschläge, sondern für viele Fahrer erstmals überhaupt ein Einsatz mit dem 2026er Auto auf nasser Bahn! Nur wenige Piloten konnten – bei Wintertests oder Pirelli-Probefahrten – das Verhalten des Rennwagens bei Regen ausloten. Also viel Unwägbarkeit vor dem Bahrain-GP.
Neuigkeiten um 9.30 Uhr (Europa-Zeit): Formationsrunde um 9.40 Uhr, also 40 Minuten, nachdem es eigentlich losgehen sollte. Luft nun bei moderaten 25 Grad, Piste bei 34 Grad, Luftfeuchtigkeit bei happigen 89 Prozent.
Alle 22 Autos machten sich auf den (grün markierten) Intermediate-Reifen auf den Weg: Isack Hadjar rudelte gleich mal in den Kies! Während der Formationsrunde durfte der Pariser P8 wieder einnehmen.
Leader Verstappen dann aber auf einmal langsam: «Ich kann kein Gas geben, da stimmt etwas nicht.»
Auch Lewis Hamilton in langsamer Fahrt: «Ich gebe Gas, und nichts passiert.»
Verstappen fiel ans Ende des Feldes zurück, Hamilton wurde innerhalb des Feldes zurückgereicht.
Bei beiden offenbar ein Problem mit der Fahrzeug-Elektronik, wilder Funkverkehr bei Red Bull Racing und Ferrari. Hamilton stellte den Wagen zwischendurch bei Start und Ziel zur Seite, konnte dann aber wieder aus eigener Kraft losfahren, Verstappen nahm auch wieder Tempo auf, Ocon und Pérez (ebenfalls Ferrari-Motoren!) blieben ebenfalls bei Start und Ziel stehen, ein einziges Chaos. So haben wir das in der Formel 1 noch nie gesehen.
Die Rennleitung tat das einzig Richtige und führte das Feld wieder in die Boxengasse, Startprozedere abgebrochen. Das gab den Spezialisten die Möglichkeit, die Elektronik auf die Reihe zu bekommen. Ziemlich blamabel.
Zwischendurch meldete WM-Leader Kimi Antonelli: «Es trocknet brutal schnell ab.» Die Sonne blinzelte zwischen den Wolken durch, aber viele Regenzellen blieben in der Region. Neue Niederschläge nahten …
Um 16.xx Uhr (Lokalzeit) stellten sich die Wagen erneut auf, in ursprünglicher Formation, neue Renndistanz 55 Runden.
Die Fahrer beim neuen Versuch mit diesen Reifen: Verstappen auf Intermediates, Hamilton und Leclerc auf weichen Reifen, Norris und Piastri auf mittelharten Pirelli, Hamilton auf weich, Russell und Antonelli mit Intermediates. Die Aufwärmrunde zeigte: noch an einigen Stellen recht nass, Gasly auf weichen Pirelli schon mit einem Dreher. Die Han wohl noch nicht bereit für profillose Reifen.
Hamilton am Funk: «Es ist wahnsinnig rutschig, das ist gefährlich.» Renningenieur Carlo Santi ermahnte ihn zur Geduld: «Das wird sich bald ändern.»
Die Fahrer auf den profillosen Slicks wünschten sich mehr Runden hinter Safety Car-Fahrer Bernd Mayländer, die Piloten auf Intermediates wollten natürlich, dass es bald losgeht. Pérez kam an die Box und wechselte von weichen Pirelli auf Intermediates.
Würden Ferrari und McLaren die Chancen verteilen und einen Fahrer auf Intermediates wechseln lassen? Ja, McLaren liess Norris draussen und holte Piastri rein. Ferrari liess aber beide Autos draussen, Audi holte beide Rennwagen rein.
Die FIA bestätigte: stehender Start.
Max Verstappen kam von seiner Pole-Position nicht gut weg, beide Mercedes vorne, Antonelli vor Russell, dann Verstappen vor Lawson.
Ferrari auf 10 (Hamilton) und 12 (Leclerc). Nico Hülkenberg im Audi schon auf P13. Ferrari holte Leclerc ein, Slicks so früh war ein Fehler. Dann auch noch eine Standzeit von 12 Sekunden für den Monegassen, mamma mia! Da hatte es wohl Kontakt mit einem Gegner gegeben, denn Charles bekam eine neue Fahrzeugnase für seinen Renner. Die Wiederholung zeigte: Leclerc hatte Hülkenberg angestubst.
Runde 4 (von 55). Hamilton auf P16 abgefallen, Norris vor ihm auf P15 auch nicht besser, Abstand zu Leader Antonelli schon 30 Sekunden, also mehr als ein Boxenstopp.
Ferrari wollte Hamilton reinholen. Der Brite am Funk: «Denkt ihr, das ist eine gute Idee? Es wird doch immer trockener.» Also blieb der siebenfache Champion draussen, aber schon eine Minute hinter Leader Antonelli.
Verstappen arbeitete sich ans Mercedes-Führungsduo heran und begann in Runde 6, Druck auf Russell zu machen. Max fackelte nicht lange und ging vorbei.
Reihenfolge in Runde 7: Antonelli, Verstappen, Russell, Hadjar, Lawson, Ocon, Sainz, Lindblad, Albon und Piastri, alle auf Intermediates.
Norris auf P15, Hamilton auf P18, inzwischen 75 Sekunden zurück. Die Strecke trockete langsamer ab als erwartet. Verstappen machte Jagd auf Leader Antonelli.
In Runde 9 flogen Antonelli und Verstappen Seite an Seite über die Start/Ziel-Gerade, aber noch blieb Kimi vorne. Es war klar: Max in dieser Phase des Rennens der schnellere Mann.
Dann Bottas im Cadillac im Kies, Safety-Car, Mercedes holte Kimi sofort rein, RBR natürlich auch Verstappen, Mercedes auch Russell, Reihenfolge unverändert. Alle Intermediate-Fahrer nutzen diese Chance, ihre grün markierten Reifen abzugeben.
Norris und Leclerc (beide ja schon auf Slicks) kamen erneut rein – Norris nun auf harten Pirelli, Leclerc auf weichen. Hamilton (noch ohne Stopp) nun auf P15.
Stand in Runde 11: Antonelli auf mittelharten Reifen, Verstappen auf weichen, Russell auf mittelharten, Hadjar auf weichen. Volles Risiko also bei Red Bull Racing. Verstappen schimpfte am Funk, wieso es nicht weitergehe. Er hatte nicht Unrecht, denn der Wagen von Bottas war längst zur Seite geräumt. Die Rennleitung wartete, bis die Nachzügler (inklusive Hamilton) aufgeholt hatten. Aber der jammerte am Funk, er habe keinen Grip.
In Runde 13 wurde das Rennen wieder freigegeben, das Feld wieder zusammengerückt, Reihenfolge: Antonelli, Verstappen, Russell, Hadjar, Lawson, Ocon, Lindblad, Sainz, Bortoleto und Piastri.
Beim Re-Start verteidigte sich Antonelli zunächst, dann aber Verstappen unwiderstehlich in Führung, und Kimi musste auch Russell passieren lassen.
Die grossen Fragen nun: Wie lange würden die weichen Reifen am Wagen von Verstappen halten und würde es nochmals regnen?
Weiter hinten Bortoleto auf P9, Hülkenberg auf P10, Hamilton auf P12, Norris P13, Leclerc P15. Bortoleto und Sainz gerieten aneinander, Sainz kurz im Kies, die FIA ermittelte.
Runde 16 (von 55): Bortoleto an die Box, Hamilton vorbei an Hülkenberg, der Engländer damit neu auf P9, nun auf der Jagd nach Piastri.
Verstappen zog vorne leicht weg, er kam mit den weichen Reifen sehr gut zurecht, das hatte sich schon am Freitag im Dauerlauf gezeigt, aber da war die Bahn fast 30 Grad heisser!
Runde 18: Kimi moniert am Funk, er könne schneller fahren. Übersetzung – lasst mich vorbei an Russell. Verstappen zu diesem Zeitpunkt drei Sekunden vor Russell. Der erhielt die Frage: Wie sind die Reifen? Übersetzung: Leg Tempo zu.
Antonelli wurde zur Geduld ermahnt: «Wir haben verstanden, aber bewahre deine Reifen in gutem Zustand. Wir machen was Anderes.»
Hamilton inzwischen auf P7 vor Lindblad und Piastri. Der Australier erhielt die Anweisung, er solle gefälligst an Hamilton dranbleiben.
Runde 21: Antonelli mit erster Attacke auf Russell, noch abgewehrt, dann vorbei, der WM-Leader neu auf P2 hinter Verstappen, Rückstand 4,3 sec.
Die FIA meldete: 10-Sekunden-Strafe wegen der Kollision mit Sainz, der Brasilianer hatte den Spanier umgedreht, klare Sache.
Runde 23 (von 55): Hamilton hatte sich Lawson gekauft, daher neu auf P4, aber elf Sekunden hinter Hadjar.
Hülkenberg verlor zwei Ränge, gegen Leclerc und Norris, daher nur noch P12 für Nico.
Runde 25: Antonelli rutschte in der letzten Kurve vor Start und Ziel geradeaus und fuhr einen Poller über den Haufen. Kimi stöhnte am Funk: «Prüft meinen Frontflügel.» Der Mercedes hatte aber die Kollision gut verdaut. Kimi nun acht Sekunden hinter Leader Max Verstappen.
Stand in Runde 28 (von 55): Verstappen, Antonelli, Russell, Hadjar, Hamilton, Lawson, Piastri, Leclerc, Ocon und Norris, Hülkenberg auf P12.
Ferrari holte Leclerc an die Box – Wechsel von weichen Pirelli auf erneut weiche Reifen.
Stand in Runde 31: Verstappen 9,4 sec vor Antonelli, der 5,1 sec vor Russell, dann Hadjar, Hamilton, Piastri, Norris, Hülkenberg, Alonso und Leclerc.
Dann Hadjar und Hamilton für frischen Gummi an der Box, der Pariser auf weich, der Engländer auf mittelhart.
In Runde 33 auch Russell von P3 an der Box: weiche Reifen für den Mercedes-Fahrer.
Eine Runde später Verstappen an der Box: gebrauchte weiche Reifen. Dahinter auch Antonelli an der Box: ebenfalls weiche Pirelli.
Hamilton arbeitete sich an Norris und Hadjar heran, zeterte aber am Funk: «Dieser Reifen fühlt sich furchtbar an, wie lange müssen wir mit dem fahren?» Antwort von Renningenieur Carlo Santi: «Bis zum Schluss.»
Stand in Runde 37 (von 55): Verstappen, Antonelli, Russell, Hadjar, Hamilton, Leclerc, Piastri, Lawson, Norris, Lindblad und – erfreulich – Alonso auf P11.
Weiter hinten Hülkenberg (auf weichen Reifen) in einem Streich vorbei gleich an zwei Autos in einer Kurve, an Stroll und an Ocon, Nico auf der Jagd nach Lindblad und Alonso in der Hoffnung auf P10.
Vorne hatte Verstappen alles im Griff – Abstand zu Antonelli konstant bei neun bis zehn Sekunden. Russell mit Respektabstand hinter Kimi, dann Hadjar, der sich weiter mit dem Thema Hamilton beschäftigen musste.
Applaus von den Tribünen in Runde 40: Alonso vorbei an Lindblad und damit auf P10. Aber von hinten nahte Nico Hülkenberg.
In Runde 43: gelbe Flagge, Albon stehengeblieben (Getriebeschaden), virtuelle Safety Car-Phase.
Verstappen kam an die Box: erneut weiche Reifen. Antonelli blieb auf der Bahn, Russell auch. Max damit zurück auf P2 hinter Kimi, allerdings auf frischeren Reifen. Auch Hamilton kam an die Box und erhielt weiche Reifen. Auch Leclerc an der Box.
Eine Runde später, immer noch unter VSC, auch Antonelli an der Box mit frischen Reifen und Russell ebenfalls, also Verstappen wieder vorne. Die VSC-Phase umgewandelt ins richtige Safety-Car, da das Getriebe von Albons Williams feststeckte. Es dauerte gefühlt endlos, die Nachzügler vorbei zu lassen und das Feld in die korrekte Reihenfolge zu bringen.
Blöd für Verstappen: Der ganze schöne Vorsprung futsch. Bei inzwischen ziemlich tief stehender Sonne.
Kimi Antonelli wurde wegen Verletzung der Pistengrenzen gewarnt. Kimi maulte: «Ja, aber ich kämpfe hier gegen Max.»
Dann überschlugen sind die Ereignisse: Motorschaden am Wagen von Russell, und Norris ruderte von der Bahn, weil er mit viel zu viel Speed auf Piastri zugeschossen kam, wohl irritiert vom ausrollenden Russell. Dadurch natürlich die SC-Phase noch länger.
Und ganz schlimmer Rückschlag für Russell im WM-Kampf gegen Antonelli.
Kimi am Funk: «Was zum Geier ist da passiert?» – «Wir gucken es uns noch an, aber scheint ein Motorproblem zu sein.»
Das Rennen wurde in Runde 52 (von 55) wieder freigegeben: Verstappen erwischte Antonelli kalt, dann Hadjar und Hamilton.
Hamilton krallte sich Hadjar und rückte auf P3, Riesen-Jubel von den Tribünen für den sehr beliebten Rekord-Champion.
Dann auch Leclerc vorbei an Hadjar.
An dieser Reihenfolge ändert sich nichts mehr: Sieg für Verstappen, vor Antonelli und Hamilton, dann Leclerc, Hadjar, Piastri, Lawson, Alonso mit Aston Martin auf Rang 8, dann Norris und Lindblad. Nico Hülkenberg leider wieder nur Elfter.
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