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Formel 1 anno 2020: Miami fraglich, Kopenhagen out

​Die Formel-1-Führung tut sich schwer mit den geplanten, neuen WM-Läufen: Bürgermeister Frank Jensen hat das Rennen ein Rennen in Kopenhagen abgesägt, in Miami wird bald über eine GP-Zukunft entschieden.

Rob La Salle

Von

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Der geplante Formel-1-WM-Lauf in Miami (Florida) ist für die Formel-1-Führung um Liberty Media ein Prestigeprojekt: Der erste neue WM-Lauf, den die Amerikaner selber aushandeln, nach der Ära Bernie Ecclestone. Liberty Media kann sich eine Blamage wie jene von Bernie Ecclestone mit New York nicht leisten. Mitte Juli wurde bekannt – es wird 2019 keinen Grand Prix in Miami geben. Ein Ausschuss der Stadtregierung von Miami wird sich erst Ende September mit Plänen für einen Formel-1-WM-Lauf in Miami befassen. Das ist viel zu spät, um das Rennen für Oktober 2019 einzuplanen. Gegen das geplante Rennen hatte sich erheblicher Widerstand gebildet. Die Stadt nimmt die Bedenken der Bürger ernst und will ihre Hausaufgaben gründlich machen.

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Am 27. September nun behandelt ein Ausschuss der Stadt das Projekt Formel-1-Rennen. Auf den Tisch kommt ein Antrag, die Verhandlungen über einen Grand Prix auf unbestimmte Zeit zur Seite zu legen. Dabei wollte Bürgermeister Francis Suarez eigentlich mit Liberty Media einen Zehnjahresvertrag aushandeln (Grand Prix von 2020 bis 2024, mit einer Option für fünf weitere Jahre). Zu vielfältig die Einwände der Anwohner, zu gross die Hürden mit der Hafenverwaltung PortMiami in Sachen Pistenführung. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Stadtausschuss dem Antrag nachkommt. Das wäre wohl das Aus für Miami als GP-Austragungsort. In der Schublade hat Liberty Media eine Alternative: Las Vegas.

Bereits geplatzt ist der Plan, die Formel 1 nach Kopenhagen zu bringen. Bürgermeister Frank Jensen (57) in der Zeitung "Politiken": "Ich war offen für alle Vorschläge, aber es wurde klar, dass von der Stadt eine beträchtliche finanzielle Beteiligung erwartet wird. Nun habe ich das Projekt stoppen lassen. Wir sprachen über einen Dreijahresvertrag. Wir haben immer betont – wir sind nicht gegen einen solchen Anlass, aber öffentliche Gelder dafür zu verwenden, das kommt für uns nicht in Frage."

Der frühere dänische Wirtschaftsminister Helge Sander (68) sagt in der "Ekstra Bladet": "Ich bin sehr enttäuscht, wir waren doch schon so weit. Liberty Media wollte hier fahren, Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting hatte seinen Segen gegeben, Pistenarchitekt Hermann Tilke arbeitete am Pistenlayout. Alles lag in unseren Händen."

Der Unternehmer Lars Seier Christensen (55), Architekt der Saxo-Bank: "Ich bin wütend. Das ist eine Entscheidung allein aus politischen Beweggründen, die leicht schon vor zwölf Monaten hätte gefällt werden können. Das hätte unserem kleinen, begabten Team tausende von Arbeitsstunden erspart und ein paar Millionen Dollar."

Helge Sander in der "Jyllands-Posten": "Wir hatten der Formel-1-Führung die geplante Piste eingereicht, es ging nur noch um Retuschen." Die 4,5 Kilometer lange Strecke hätte am dänischen Parlament vorbeigeführt, die Autos wären mit 300 Sachen über die Knippelsbro-Brücke gebraust, eine weitere Highspeed-Passage lag bei der Börse. "Das wäre eine grossartige Strecke geworden", findet Haas-Pilot Kevin Magnussen, "mit Baku vergleichbar."

Der dänische Finanzminister Kristian Jensen (47) hatte schon im Juni Bedenken angemeldet: "Wir sind bereit, für die Formel 1 in die Kasse zu greifen. Aber dann muss die Stadt Kopenhagen das Gleiche tun." Und genau daran ist der Grand Prix von Kopenhagen nun gescheitert.

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