Max Verstappen aus Sicht von Sergio Pérez: Wie tief sitzt dieser Stachel?
Die Stallgefährten von Max Verstappen essen hartes Brot. Sergio Pérez wusste das, als er bei Red Bull Racing einen Vertrag unterzeichnete, aber noch immer beklagt sich der Mexikaner.
Bislang hatte der 28-jährige Niederländer Max Verstappen acht Stallgefährten in der Formel 1: Carlos Sainz bei Toro Rosso, danach bei Red Bull Racing Daniel Ricciardo, Pierre Gasly, Alex Albon, Sergio Pérez, Liam Lawson, Yuki Tsunoda und seit Anfang Isack Hadjar. Alle haben eines gemeinsam: In den meisten Fällen hatten sie gegen Max das Nachsehen.
Gegen Sainz ging das Quali-Duell noch 12:11 aus, gegen Ricciardo 34:23. Dann aber: 11:1 gegen Gasly, 25:1 gegen Albon, 80:10 gegen Pérez, 2:0 gegen Lawson, 22:0 gegen Tsunoda. Mit Hadjar steht es in der laufenden Saison 2026 nun 6:3 für Max.
Bei den Renn-Duellen (mit beiden Piloten im Ziel) hiess es 12:9 gegen Sainz, 35:22 gegen Ricciardo, 11:1 gegen Gasly, 17:9 gegen Albon, 79:11 gegen Pérez, 2:0 gegen Lawson, 21:1 gegen Tsunoda, 4:0 gegen Hadjar.
In einer Zusammenfassung der GP-Saison 2025 wollten die Kollegen von Viaplay von Max wissen, wie er sich eigentlich den idealen Stallgefährten vorstelle.
Der 71-fache GP-Sieger hat zur Antwort gegeben: «Mir ist es wichtig, dass wir uns gut verstehen und dass Informationen übers Auto offen und ehrlich ausgetauscht werden. Ich möchte auch jemanden, der es versteht, bei der Entwicklung des Fahrzeugs mitzuhelfen.»
«Freundlich, lustig, aufnahmebereit, keiner, der etwas zurückhält. Ich wünsche mir jemanden, der mit mir zusammen das Team vorwärts bringt. Das halte ich für das Wichtigste bei der Arbeit.»
Einer, der die Zeit an der Seite von Verstappen offenbar noch nicht ganz verdaut hat: Sergio Pérez. Er hat fünf seiner sechs GP-Siege dank Red Bull Racing errungen und 29 seiner 39 F1-Podestplatzierungen. Ohne RBR wäre er kaum WM-Zweiter geworden wie 2023.
Dennoch jammert der 34-jährige Mexikaner immer wieder über seine Zeit in Milton Keynes, so wie unlängst im Podcast High Performance.
Da sagt der 290-fache GP-Teilnehmer: «Bei Red Bull Racing gegen Max anzutreten, das ist die grösste Herausforderung. Ich meine, selbst Max bei einem anderen Team gegenüberzutreten, wäre sehr schwer.»
«Aber ihm bei RBR gegenüberzutreten, mit seinem Team, seinen Leuten, seinem Umfeld – das ist hart, und du brauchst die Besten der Besten in jedem Bereich, und das hast du dort einfach nicht. Während er alle Möglichkeiten hat, was Ingenieurwesen angeht, leitende Ingenieure, erfahrene Ingenieure, geht alles an Max.»
Im Podcast Cracks von Oso Travo sagte Pérez weiter: «Mir war immer klar, was auf mich zukommt, als ich dort unterschrieben habe. Der damalige Teamchef Christian Horner sagte mir bei den Verhandlungen: ‚Wir sind verpflichtet, zwei Autos einzusetzen, aber dieses Projekt ist für Max entstanden.’ Ich antwortete: Das spielt keine Rolle, ich werde helfen, den Wagen zu entwickeln, ich werde das Team unterstützen.»
«2024 entstand dann enormer Druck. Christian hatte ein paar Probleme, und ich diente als willkommene Ablenkung. Auf einmal redeten alle über meine Leistungen und darüber, wie schwer ich mich tue. Oft entstand der Eindruck, die mittelmässigen Darbietungen lägen nur an mir. Aber ich wusste: Das ist nicht wahr. Ich habe nie an mir gezweifelt. Aber ich habe den Wagen kritisiert.»
«Und dann begann auch Max sich über das Auto zu beschweren, und er war der Mann, der mit einem lebhaften Fahrzeugheck am besten zurechtkam. Wenn also Verstappen den Wagen bemängelt, dann muss es schrecklich sein. In Monza sagte Max: ‚So kann ich nicht fahren.’ Und endlich begannen sie auf uns zu hören.»
«Beim folgenden Rennen in Baku hatten ich einen modifizierten Unterboden am Auto, umgebaut gemäss der Forderungen von Max. Ich war im Training eine Sekunde schneller als die Anderen. Alles lief super. Ich kämpfte um den Sieg, dann kam die Kollision mit Sainz in der letzten Runde, und ich habe diesen Unterboden nie wieder aus der Nähe gesehen.»
«Letztlich wurde alles zu einem Problem. War ich schneller als Max, war es ein Problem. War ich langsamer als Max, war es ein Problem.»
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