George Russell wie Valtteri Bottas? Das sagt Ex-F1-Teamchef Günther Steiner
Als Valtteri Bottas neben Lewis Hamilton für Mercedes auf Punktejagd ging, wurde der Finne als Nummer 2 angesehen. Droht George Russell nun als Teamkollege von Kimi Antonelli das gleiche Schicksal?
Die Zahlen zeigten klar, wer bei Mercedes die erste Geige spielte: Als Valtteri Bottas als Teamkollege von Lewis Hamilton für das Werksteam der Sternmarke auf Punktejagd ging, war er dem siebenfachen Weltmeister meist deutlich unterlegen. In den fünf gemeinsamen Mercedes-Jahren schnitt der Finne in der Endabrechnung immer schlechter ab als der Rekord-GP-Sieger. Entsprechend klar wurde er als die Nummer 2 im Team von Toto Wolff betrachtet.
Als George Russell das zweite Mercedes-Cockpit neben Hamilton besetzte, war der Unterschied nicht mehr so klar. Der jüngere der beiden Sternfahrer war in zwei der drei gemeinsamen Jahren am Ende des Jahres der besser klassierte Mercedes-Pilot. Auch nach Hamiltons Abgang war der 28-Jährige erfolgreich, im ersten gemeinsamen Jahr mit Kimi Antonelli sammelte er mehr als doppelt so viele WM-Zähler wie der Rookie aus Italien.
In dieser Saison konnte der 20-Jährige aus Bologna aber das Blatt wenden. Nach zwölf Rennen belegt der Lockenkopf den ersten WM-Rang. Russell muss sich mit dem zweiten Tabellen-Zwischenrang begnügen, ihm fehlen satte 59 WM-Punkte auf den jungen Teamkollegen. Deshalb kam im «The Red Flags»-Podcast die Frage auf, ob ihm nun das gleiche Schicksal wie Bottas blühe.
Günther Steiner sagt: Russell muss sich entscheiden
Und Günther Steiners Antwort lässt aufhorchen. Der ehemalige Haas-Teamchef sagt dazu: «Das ist eine schwierige Frage. Mal schauen, wie er reagiert. Es sieht ganz danach aus. Aber ich weiss nicht, ob er das wirklich sein wird – auf jeden Fall deutet derzeit alles darauf hin.»
Es liege in Russells Hand, dies zu verhindern, betont der Südtiroler. «Valtteri war offensichtlich zufrieden mit seiner Rolle, deshalb blieb er dort auch ewig. Wenn George sich nicht damit abfinden will, muss er sich einen anderen Platz suchen. Das wird zwar nicht einfach, denn fürs nächste Jahr gibt es keine freien Plätze. Aber vielleicht für 2028 dann. Vielleicht wird sich George sagen, dass er nicht der nächste Valtteri Bottas sein und zehn Jahre lang bleiben will, um für den Rest seines Lebens Zweiter zu werden. Das muss er selbst entscheiden, nicht Mercedes.»
In Zandvoort startete Russell nach der Sommerpause gut in die zweite Saisonhälfte. Er sicherte sich die Sprint-Pole, die er in einen Sieg im 24-Runden-Rennen ummünzte. Im Grand Prix musste er sich mit dem dritten Platz begnügen, nachdem er auf Anweisung des Teams Platz für seinen Teamkollegen Antonelli gemacht hatte.
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