Aprilia will Ducati den Titel abjagen: «Wir arbeiten 8 Tage die Woche!»
Aprilia entwickelt die aktuelle RS-GP der MotoGP 2026 trotz des parallelen 850er-Projekts mit Hochdruck weiter. Teammanager Paolo Bonora erklärt, wie man in Noale mit dieser Doppelbelastung umgeht.
Aprilia demonstriert auch beim MotoGP-Wochenende in Aragon, dass die Entwicklung der aktuellen RS-GP noch längst nicht abgeschlossen ist. Nachdem der Hersteller aus Noale bereits beim zurückliegenden Event in Silverstone ein kleines Aerodynamik-Update gebracht hatte, tauchten am Freitagvormittag in Spanien erneut neue Teile auf.
Diesmal konzentrierte sich die Arbeit auf die Heckpartie der RS-GP. Dort waren neue Aero-Elemente zu erkennen. «Es gibt hier ein paar Dinge, die wir testen», bestätigte Aprilia-Teammanager Paolo Bonora bei MotoGP.com und verwies auf die Veränderungen am Heck. «Wir möchten die Fahrstabilität des Motorrads weiter optimieren.»
Nur Aprilia liefert weiterhin neue Teile für die 1000er
Dass Aprilia auch in der zweiten Saisonhälfte weiter neue Teile für das aktuelle 1000-ccm-Motorrad bringt, ist bemerkenswert. Schließlich laufen längst die Arbeiten an der komplett neuen 850er-Maschine für das ab 2027 geltende MotoGP-Reglement. Während sich die vier anderen Hersteller bereits vollständig auf ihre 2027er-Projekte konzentrieren, treibt Aprilia zwei Programme parallel voran.
Der Grund dafür liegt auf der Hand: In Noale ist man sich bewusst, wie groß die Chance mit der aktuellen RS-GP ist. In der Fahrerwertung liegen aktuell drei Aprilia-Piloten vor Titelverteidiger Marc Marquez. Zuletzt in Silverstone präsentierte sich die Aprilia ausgesprochen stark. Dass sich dieses Kräfteverhältnis automatisch auf Aragon übertragen lässt, erwartet Bonora allerdings nicht.
«Wir wussten, dass uns das Layout in Silverstone mit den schnellen Kurven entgegenkommt. Doch hier in Aragon hatten wir in der Vergangenheit ein bisschen zu kämpfen», räumte der Italiener ein. Gleichzeitig verwies er auf die Fortschritte der vergangenen Monate: «Wir haben an den bekannten Schwächen gearbeitet und das Motorrad verbessert – vor allem in den engen Kurven.»
Balanceakt: Vernachlässigt Aprilia die 850er-Entwicklung?
Aprilia steht damit vor einem Balanceakt. Einerseits möchte der Hersteller die Gelegenheit mit der aktuellen RS-GP nicht ungenutzt verstreichen lassen. Andererseits darf die intensive Weiterentwicklung der 1000er nicht zulasten des für die Zukunft entscheidenden 850er-Projekts gehen.
Bonora versichert, dass Aprilia beide Aufgaben mit maximalem Einsatz verfolgt. «Uns ist klar, dass wir eine Chance haben. Und diese Chance wollen wir nicht verstreichen lassen. Unser Motorrad ist mit Sicherheit richtig gut. Doch auch unsere Gegner arbeiten auf einem sehr hohen Level», kommentierte er mit Blick auf die laufende Saison.
Deshalb kommt es für Aprilia nicht infrage, die Entwicklung der aktuellen Maschine vorzeitig einzustellen. «Wir müssen uns von Rennen zu Rennen weiter verbessern, auch wenn es mit der 850er bereits ein neues Projekt gibt», unterstrich Bonora. «Es gibt also zwei Projekte. Wir müssen beide Projekte zur gleichen Zeit auf dem höchstmöglichen Niveau vorantreiben. Das ist ein wirklich anspruchsvoller Job, doch wir kennen unser Potenzial.»
Wie groß die Belastung für die Rennabteilung in Noale dadurch ist, brachte der Teammanager schließlich mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: «Wir arbeiten acht Tage die Woche und 25 Stunden pro Tag. Schwierig, doch wir wissen, dass es notwendig ist.»
Die neuen Aero-Elemente in Aragon sind der sichtbare Beweis für diesen Ansatz. Während die Zukunft mit der 850er längst konkrete Formen annimmt, ist Aprilia nicht bereit, die Gegenwart vorzeitig abzuschreiben.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach






