Danilo Petrucci (BMW) muss niemandem etwas beweisen: «Ich bin gelassen»
Als Danilo Petrucci für die Superbike-WM 2026 beim Werksteam ROKiT BMW unterschrieb, war sich der Italiener des Risikos des Scheiterns bewusst. Der 36-Jährige bereut jedoch nichts.
Danilo Petrucci war für BMW der bestmögliche Nachfolger für den in die MotoGP gewechselten Toprak Razgatlioglu. Umgekehrt war BMW für den Italiener die beste und auch einzige Chance, in der Superbike-WM mit einem Werksteam anzutreten.
Mittlerweile haben sich für beide Parteien jegliche Träume und Hoffnungen zerschlagen, dass man gemeinsam eine erfolgreiche Zukunft haben wird. Seit Ende Juli wissen wir, dass der 35-Jährige nach nur einer Saison BMW wieder verlassen wird. Sein Nachfolger ist der Südafrikaner Brad Binder, der wie einst Petrucci aus der MotoGP in die Top-Kategorie der seriennahen Weltmeisterschaft wechselt.
«Wäre ich bei Ducati geblieben, hätte ich vielleicht zehn Jahre weitergemacht. Vor meinem BMW-Engagement wusste ich: Entweder ich gewinne den Titel oder ich höre auf», sagte Petrux im Interview mit unserem Kollegen Mirko Colombi von motosprint.
Derzeit sieht es nicht danach aus, als könne Petrucci bei einem anderen Superbike-Team unterkommen. Sein Plan B – die Rückkehr zum Ducati-Team Barni Racing – hat sich in Luft aufgelöst, denn das steht kurz vor der Einigung mit Xavi Vierge. Petrucci zeigt auf niemanden mit dem Finger.
«Mir ist bewusst, dass ich mich verändert habe: Ich werde bald 36 Jahre alt. Was muss ich denn noch beweisen? Überall, wo ich angetreten bin, habe ich mich hervorgetan, immer 100 Prozent gegeben und mich nie zurückgehalten. Was auch immer passiert, ich bin gelassen», beteuert der Italiener. «In der MotoGP war ich 2012 Mister X und habe meinen Weg gemacht. Ich war damals 21, jetzt bald 36 und habe Grand-Prix-Rennen in der Königsklasse gewonnen, SBK-Läufe bestritten, auf Welt- und internationalen Podien gestanden und mich auf Asphalt, Schotter, Sand und Gras hervorgetan.»
Ein Rücktritt steht für Petrucci bislang nicht zur Debatte. «Was soll ich morgen tun? Ich spreche davon, in dieser Meisterschaft zu bleiben. Wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt, gehe ich woanders hin. Wenn sie mich wollen. Habe ich noch etwas zu beweisen? Vielleicht in anderen Disziplinen, wie der Dakar Auto. Ich bin ruhig und auf mein volles Potenzial konzentriert. Egal, ob ich Erster oder Siebter werde, ich bin gelassen.»
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