Jean Alesi/Ex-Ferrari: Lewis Hamiltons Kommentare in Zandvoort unangebracht
Lewis Hamilton im Niederlande-GP sehr unzufrieden mit der Ferrari-Rennstrategie und meldete sich entsprechend feurig am Funk. Der langjährige Ferrari-Fahrer Jean Alesi findet das unangebracht.
Ich fand immer: Jean Alesi wurde bei Ferrari jahrelang unter Wert geschlagen. Ein schlechter Witz der Rennhistorie, dass dieser Lenkradkünstler nie über einen Erfolg hinausgekommen ist, in Kanada 1995. Der Franzose mit sizilianischen Wurzeln hätte eine bessere Bilanz verdient, gemessen an seinem Talent.
Alesi hat seine Hand am Puls der Formel 1 behalten, für die Kollegen des Corriere della Sera hat er nun eingestuft, wie sich Lewis Hamilton in Zandvoort über die Ferrari-Strategie beklagte. «Mein Ziel ist es, Ferrari zur WM zu führen. Wenn man gewinnen will, dann muss man solche Dinge tun (Hamilton meint einen Platzwechsel, M.B.). Das machen jedenfalls die Anderen. Wir müssen das definitiv diskutieren.»
Hamilton forderte während des Rennens am Funk: «Ich bin schneller als Leclerc, meine Reifen sind besser.» Übersetzung: Lasst mich gefälligst vorbei an Charles.
Ferrari wollte Leclerc reinholen, aber dazu hatte Charles keine Lust, er blieb zwei Runden länger draussen als geplant. Hamilton am Funk, feurig: «Wir verlieren hier nur Zeit!»
Dann nochmals: «Wirklich eine fabelhafte Weise, Zeit zu verschleudern, tolle Arbeit, Jungs!»
Der 201-fache GP-Teilnehmer Alesi findet: «Ich fand Hamiltons Beschwerden zunächst über Funk und dann nach dem Rennen unangebracht. Zugegeben, Charles hat nicht sofort Platz gemacht, aber ich glaube nicht, dass dies der Grund war, wieso Ferrari in Zandvoort einen Podestplatz verpasst hat.»
«Es ist einfach so, dass Lewis eine starke Persönlichkeit hat, er ist ein Gewinn für Ferrari, keine Frage, er flösst aber auch eine gewisse Ehrfurcht ein. Ich erinnere uns, aber auch ihn daran, dass Ferrari eben Ferrari ist. Das erfordert Respekt – auch dann, wenn man einer Forderung von Hamilton nicht sofort nachkommt.»
Lewis Hamilton hat sich inzwischen auf seinen sozialen Netzwerken für die Kommentare entschuldigt.
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