Erneut Tankstopps in der Formel 1? Knallhartes Urteil von drei Teamchefs
Die nächste F1-Motorgeneration, vielleicht schon im Jahre 2030, soll aus V8-Saugern bestehen. Der Vorschlag liegt erneut auf dem Tisch, Tankstopps zurückzubringen. Drei Teamchefs halten davon nichts.
Der Vorschlag kommt verlässlich zurück wie ein gut geschleudertes australisches Wurfholz: Tankstopps in der Formel 1. Wieso das beim Autosport-Weltverband FIA erneut ein Thema ist – die Rennwagen sollen wieder leichter werden. Ausserdem, so wird argumentiert, erhöhe das den Spektakel-Faktor.
Ach wirklich? Fachleute wie Racing Bulls-CEO Peter Bayer, Williams-Teamchef James Vowles sowie Haas-Teamchef Ayao Komatsu sind davon überhaupt nicht angetan, dies aus verschiedenen Gründen, wie sie vor kurzem festgehalten haben.
Peter Bayer erklärt: «Ich erinnere mich – als ich noch bei der FIA tätig war, hatten wir damals eine Arbeitsgruppe mit der Formel 1, mit Ross Brawn und seinem Team, in der es darum ging, wie man die Unterhaltung und das Spektakel verbessern könnte.»
«Eine der grossen Ideen einiger Leute war das Nachtanken, und wir haben uns sehr intensiv mit historischem Filmmaterial und den uns vorliegenden Daten beschäftigt. Dabei zeigte sich, dass das Nachtanken – abgesehen von ein paar sehr spektakulären und gefährlichen Bildern – dem Sport eigentlich nichts gebracht hat, da die meisten Überholmanöver plötzlich in der Boxengasse stattfanden.»
«Daher wäre ich kein Befürworter davon, denn es hat sich gezeigt, dass es dem Spektakel tatsächlich nicht viel hinzufügt.»
James Vowles ergänzt: «Ganz persönlich gesagt ist es ziemlich warm, einen Rennanzug zu tragen, wenn man an der Boxenmauer steht, deshalb möchte ich das lieber nicht noch einmal machen.»
«Ausserdem könnten wir im Grunde genau vorhersagen, wo das Auto zum Stehen kommen wird. Man fährt das Auto immer bis zum Ende seiner Tankfüllung, denn dann ist es am schnellsten. Das bedeutet, dass man jetzt vorhersagen kann, was passieren wird – egal, ob jemand auf zwei, drei oder eins fährt.»
«Und tatsächlich wird heutzutage, durch die Offenlegung gegenüber der Aussenwelt, jeder diese Informationen erhalten. Das nimmt für mich tatsächlich einen Grossteil der Spannung heraus. Ich denke, das Konzept dahinter lautet eher: ‚Lasst uns die Fahrzeuggewicht niedrig halten‘, und das unterstütze ich voll und ganz. Ich glaube jedoch, dass die Rückkehr zum Nachtanken nicht die richtige Lösung dafür ist.»
Ayao Komatsu schliesst so ab: «Ich persönlich bin kein Fan vom Nachtanken. Selbst wenn ich von aussen zugeschaut habe, war das Rennen durch das Betanken für mich als Zuschauer auf der Tribüne einfach schwer nachzuvollziehen, ebenso wie beim Qualifying und so weiter. Ich mag es, wenn das Qualifying-Auto am leichtesten ist und der Fahrer alles gibt. Kurz gesagt: Ich halte nichts von Tankstopps.»
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