Jean Todt: Verhandlungen mit Michael Schumacher dauerten nur einen Tag
Der frühere Ferrari-Teamchef Jean Todt erklärt, wie er bei der Scuderia landete, wie er mit Michael Schumacher nur einen Tag verhandelte. Und dass er ursprünglich einen anderen Fahrer holen wollte.
Michael Schumacher und Ferrari. Michael Schumacher und Jean Todt. Jean Todt und Ferrari. Eine ikonische Traum-Kombination der Formel 1. Aber wie kam diese Konstellation damals zustande?
Im Podcast «High Performance» verriet Jean Todt jetzt, wie er bei Ferrari landete – und wie er später Michael Schumacher zur Scuderia lockte. Die Verhaltungen mit Schumi dauerten nur einen Tag.
Viele rieten Todt von Ferrari-Wechsel ab
Todt begann 1993 bei Ferrari, war zuvor bei Peugeot im Rallye-Bereich. Ferrari war damals überhaupt nicht erfolgreich und auf der Suche nach einem Macher. Todt: «Alle haben mir gesagt, geh da nicht hin, du hältst da keine zwei Jahre durch. Für sie war es eine große Veränderung, jemanden zu holen, der keine Erfahrung in der Formel 1 hatte und kein Italiener war.» Aber nach langen Gesprächen seit August 1992 bis in den März 1993 hinein wie Todt verriet, war man sich dann schließlich einig.
Todt machte sich dann auf die Suche nach den passenden Fahrern. Wir alle wissen: Der Mann, mit dem Todt und Ferrari fünf WM-Titel in Serie holte, war Michael Schumacher. Doch zunächst hatte Todt einen anderen Kandidaten im Kopf.
Todt wollte Senna holen, Senna wollte zu Ferrari
Während des Monza-GP 1993 hatte Todt mit Ayrton Senna Gespräche geführt. «Er wollte kommen, aber er wollte schon 1994 kommen. Doch da hatten wir bereits Verträge mit Jean Alesi und Gerhard Berger.» Die Verträge seien ihm wichtig gewesen, so Todt. Er wollte Senna deswegen erst ab 1995. Dazu kam es bekanntlich nicht mehr, Senna ging 1994 zu Williams und verunfallte in jener Saison beim GP von San Marino in Imola tödlich.
Todt und Schumi: Nur einen Tag verhandelt
Schließlich trat Todt an Michael Schumacher heran. Für ihn unstrittig der beste Fahrer damals. Todt: «Wir haben früh im Jahr 1995 gesprochen. Dann haben wir uns einen Tag in Monte Carlo getroffen.» Todt, Schumi und Willi Weber, Schumis damaliger Manager. Todt: «Nach nur einem Tag haben wir den Vertrag unterschrieben.»
Todt: «Für Ferrari zu fahren, war für ihn etwas anderes. Er mochte die Herausforderung. Er war natürlich sehr neugierig, sehr professionell. Er wollte natürlich Garantien, bevor er sich verpflichtete. Ich habe zeitgleich dann Ross Brawn kontaktiert, um ihn als Technischen Direktor zu holen und Rory Byrne als Chef-Designer. Beide hatten in der Vergangenheit mit Michael gearbeitet.» Und geboren war ein ikonisches Team...
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