Lando Norris nach Pole auf dem Madring: «Scheisse, ich war ziemlich gut»
Weltmeister Lando Norris stellte auf dem anspruchsvollen Madring seine Klasse unter Beweis und sicherte sich überraschend die Pole zum Spanien-GP. Danach stellte er sich selbst ein gutes Zeugnis aus.
Lando Norris sicherte sich auf dem Madring die Pole zum Spanien-GP. Titelverteidiger aus dem McLaren-Team schaffte es in 1:31,824 min um den 5,416 km langen Strassenkurs und erklärte nach getaner Arbeit: «Das ist ein kleiner Schock und ich bin etwas überrascht, hier zu stehen. Aber mein Gott, das war wohl eine der besten Runden, die ich in meiner bisherigen Karriere gedreht habe. Ich bin sehr, sehr happy und sehr stolz, auch für das Team.»
«Das war eine dieser Runden, bei der alles zusammenkommt. Ich hatte eine Vorstellung davon, was ich machen wollte, und alles funktionierte ziemlich perfekt. Das macht mich einfach glücklich. Das war eine dieser Runden, nach denen man die Zeit anschaut und denkt: 'Scheisse, ich war ziemlich gut'», fügte der 13-fache GP-Sieger strahlend an.
Der Adrenalinspiegel war auf der letzten Runde sehr hoch. Es ist einfach eine Strecke, auf der man sich entspannen und alles fliessen lassen muss. Ich hatte viel Vertrauen, denn das Auto fühlte sich ziemlich gut an. Ich fühlte mich gut, nahm Anlauf und alles war ziemlich perfekt. Ich dachte in der letzten Kurve noch, dass ich in der Wand landen würde und meinen Jungs viel Arbeit bescheren würde, aber es lief alles gut. Alles, was ich mir vorgenommen hatte, schaffte ich auch, und das ist einer dieser Momente, in denen du einen Rhythmus hast, und das zauberte mir ein breites Grinsen aufs Gesicht», schwärmte Norris daraufhin.
So lief das Qualifying:
Das erste Formel-1-Qualifying auf dem Madring fand wie erwartet bei strahlendem Sonnenschein und heissen 30,4 Grad Celsius Aussentemperatur statt. Die Piste des spanischen Strassenkurses hatte sich auf 54,2 Grad aufgeheizt, als die ersten Fahrer ihre Arbeit aufnahmen. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Zeiten aufleuchteten und nachdem die Hälfte aller Fahrer die erste schnelle Runde gedreht hatten, war WM-Leader Kimi Antonelli mit 1:33,566 min der Spitzenreiter.
Der Mercedes-Pilot, der am Trainingsfreitag und auch in der letzten freien Trainingsstunde der Schnellste geblieben war, hielt sich aber nicht lange vorne, Liam Lawson verdrängte den Sternfahrer mit 1:33,316 min von der ersten Position. Der Neuseeländer gab im Red Bull Racing-Renner von Isack Hadjar Gas, weil der Franzose seine Verletzung am linken Handgelenk noch nicht auskurieren konnte.
Hinter Lawson reihten sich dessen Teamkollege Max Verstappen und das Ferrari-Duo Lewis Hamilton und Charles Leclerc ein. Antonelli, der beim Versuch, eine Antwort auf Lawsons Rundenzeit zu finden, den Notausgang in der 17. Kurve nehmen musste, folgte erst auf der fünften Position vor George Russell, Lando Norris, Gabriel Bortoleto, Oscar Piastri und Franco Colapinto. Russell erwischte die Wand und bat sein Team, seinen Dienstwagen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Enttäuschung für die spanischen Fans
Zwei Fahrer hatten auch drei Minuten vor Quali-Ende noch keine Rundenzeit aufgestellt: Ollie Bearman und Lance Stroll. Ersterer konnte nicht teilnehmen, weil er seinen Dienstwagen im dritten Training bei einem Crash zu sehr zerstört hatte. Letzterer liess sich Zeit, weil er wegen deiner Motor-Strafe ohnehin ans Ende des Feldes zurückversetzt werden wird. Ein Wasserleck sorgte dafür, dass er letztlich keine Q1-Zeit aufstellen konnte.
Antonelli leistete kurz vor dem Q1-Ende mit 1:33,267 min Wiedergutmachung, auf der Uhr waren da nur noch knapp 80 Sekunden. Damit durfte er sich über die Bestzeit freuen. Für Lokalmatador Carlos Sainz, Fernando Alonso, Sergio Pérez, Valtteri Bottas, Bearman und Stroll war das Qualifying hingegen gelaufen. Sainz durfte sich ärgern, er verpasste den Q2-Einzug um nur fünf Tausendstel.
Starke Pole-Runde von Titelverteidiger Lando Norris
Im zweiten Qualifying legte Antonelli als Erster los, doch nachdem alle bis auf das Alpine-Duo Pierre Gasly und Franco Colapinto eine erste Rundenzeit aufgestellt hatten, führte Max Verstappen die Zeitenliste mit 1:32,557 min an. Das Team des vierfachen Champions hatte offenbar die richtigen Änderungen vorgenommen, um mehr Speed zu finden.
Verstappen drückte die Bestmarke auf 1:32,431 min und sicherte sich damit die Q2-Bestzeit. Der Niederländer führte die Q2-Wertung vor Antonelli, Hamilton, Leclerc, Lawson, Russell, Norris, Colapinto, Piastri und Lindblad an. Sie alle schafften es ins Q3, während die Zeitenjagd für Hülkenberg, Bortoleto, Ocon, Gasly, Tsunoda und Albon gelaufen war. 19 Tausendstel fehlten Hülkenberg zum Q3-Stechen,
Im dritten Quali-Segment legte Hamilton mit 1:32,079 min die Messlatte für den Rest des Feldes. Er blieb damit 61 Tausendstel schneller als Kimi Antonelli, hinter dem Russell, Leclerc, Verstappen, Norris, Piastri, Lawson, Colapinto und Lindblad die Top-10 komplettierten. Die grosse Frage lautete: Würde sich an der Reihenfolge etwas ändern?
Knapp vier Minuten vor dem Qualifying-Ende rückten alle fast gleichzeitig aus. Lindblad quetschte sich vor Leclerc, der abbremsen musste. Die Regelhüter notierten sich die Szene, sahen aber von einer Strafe ab. Auch Sainz wurde notiert, weil er im ersten Quali-Segment Valtteri Bottas im Weg gewesen war. Antonelli übernahm mit 1:31,835 min die Spitzenposition. Doch am Ende war Norris der strahlende Polesetter. Der Titelvertedigier blieb 11 Tausendstel schneller als der WM-Leader. Dahinter reihte sich Verstappen ein. Hamilton, Leclerc, Russell, Piastri, Lawson, Colapinto und Lindblad komplettierten die Top-10.
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