Warum Haga und Fogarty froh sind, dass Nicolò Bulega in die MotoGP wechselt
Unter normalen Umständen wird Nicolò Bulega beim Meeting in Cremona die Superbike-WM 2026 vorzeitig gewinnen. In der Statistik hat der Ducati-Werkspilot innerhalb kürzester Zeit Legenden eingeholt.
Nicolò Bulega ist ein Phänomen. Als gescheiterter Moto2-Pilot verpflichtete Ducati ihn für die Supersport-WM 2022 und bereits im ersten Jahr etablierte er sich als regelmäßiger Top-Fahrer. Im Folgejahr sorgte Bulega überlegen für den ersten Titelgewinn von Ducati in der mittleren Kategorie. Der Aufstieg in die Superbike-WM 2024 war der logische Schritt.
Was der 26-Jährige mit der V4R aus dem Stand zeigte, war beeindruckend. Den etablierten zweifachen Superbike-Weltmeister Álvaro Bautista stellte Bulega in den Schatten und wurde mit sechs Siegen und 24 Podestplätzen Vizeweltmeister. 2025 steigerte er sich auf 14 Siege und 32 Podestplätze und 603 Punkte, was normalerweise für den Gewinn der Weltmeisterschaft gereicht hätte – Ausnahmekönner Toprak Razgatlioglu (BMW) fuhr jedoch 13 Zähler mehr ein.
In der Superbike-WM 2026 bestätigte Bulega seine Favoritenrolle mit bisher 26 Siegen und einem zweiten Platz aus 27 Rennen. Auch bei der Dominanz von Ducati in diesem Jahr ist das kein Selbstläufer – immerhin fahren acht weitere Piloten das überlegene V4-Motorrad aus Borgo Panigale. Sofern kein Drama passiert, wird Bulega bei seinem Heimrennen in Cremona (25. bis 27. September) die Fahrerweltmeisterschaft für sich entscheiden.
Ein Blick in die Statistik macht die herausragende Performance des aus Montecchio Emilia stammenden Bulega deutlich: Mit 46 Siegen hat er Ikonen wie Noriyuki Haga (43 Siege), Tom Sykes (34), Troy Corser oder Colin Edwards (31) längst hinter sich gelassen. Bis zum Saisonende könnte er auch Troy Bayliss (52 Siege) überholt haben. Selbst wenn damals keine drei Siege an einem Rennwochenende zu erbeuten waren: Es ist beeindruckend!
«Es macht mich schon stolz, meinen Namen inmitten großartiger Fahrer wie Nori Haga stehen zu sehen», gestand Bulega demütig. «Ich habe mir auch die Superpole-Statistik angeschaut. Aktuell habe ich sie 18 Mal gewonnen und befinde mich in einem Kreis sehr berühmter Fahrer. Es ist ja erst meine dritte Saison in der Superbike-Kategorie und dass ich dennoch schon in einem Atemzug mit ihnen genannt werde, ist für mich kaum zu glauben.»
Tatsächlich befindet sich der kommende Weltmeister auch in der Pole-Statistik bereits auf Rang 7. Weil der Wechsel in die MotoGP 2027 bereits beschlossen ist, kann Bulega aber nur noch maximal mit Carl Fogarty gleichziehen, der in seiner langen Karriere 21 Pole-Position erbeutet hat.
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