Leclerc (Ferrari): Helm an Familie von Jules Bianchi
Charles Leclerc hat seinen Heim-GP von Monaco gewonnen. Typisch: In der Stunde seines grössten Erfolgs dachte der Ferrari-Pilot mit Wehmut an Menschen, die er auf seinem Weg verloren hat.
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Anfang 2023 kam ein Buch über Ferrari-Fahrer Charles Leclerc auf den Markt: Le Prodige, das Wunderkind. Darin äusserte sich der GP-Sieger sehr offen über den Verlust seines Vaters und seiner Freunde.
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Jules Bianchi 2015, Hervé Leclerc 2017, Anthoine Hubert 2019 – schon in jungen Jahren musste Charles Leclerc den Verlust seines Vaters und langjähriger Wegbegleiter verkraften. Darüber spricht er ganz offen im Werk des französischen Journalisten Rémi Boudoul, der vom Aufstieg des jungen Charles Richtung Königsklasse erzählt. Und Charles kommt ausführlich zu Wort über jenen Menschen, ohne den es den Formel-1-Fahrer Leclerc wohl nicht gäbe, seinen Vater Hervé. Hervé Leclerc verlor den Kampf gegen den verdammten Krebs mit nur 54 Jahren, kurz vor dem Rennwochenende von Baku 2017. Charles trat damals in der Formel 2 an.
"Auf so etwas bist zu völlig unvorbereitet", sagt Leclerc im Buch über den Verlust seines Vaters. "Nach dem Tod von Jules Bianchi war dieser erneute Schlag sehr schwierig zu verdauen. Aber ich glaube, diese schweren Stunden haben mir dabei geholfen, reifer zu werden. Ich wurde mental stärker. Seinen Vater so früh zu verlieren, das verändert dich für immer."
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Es wäre dem Monegassen nie in den Sinn gekommen, aus Trauer nicht an den Start zu gehen. "Mein Vater war mein grösster Fan, und er wollte, dass ich in einem Rennen so stark als möglich auftrete. Ich weiss, dass er gewollt hätte, dass ich fahre; ich wollte für ihn gewinnen."
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Über Jules Bianchi hat Leclerc gesagt: "Er war extrem talentiert. Jules hat in der Formel 1 gezeigt, was er zeigen musste. Da wäre definitiv noch viel mehr möglich gewesen. Ergebnisse wie in Monaco 2014 für Marussia sprachen Bände über seine Fähigkeiten." Damals hatte Bianchi mit Platz 9 die einzigen Punkte für Marussia geholt.
Bianchi hätte 2015 ein Lehrjahr bei Sauber fahren sollen, dann war der Wechsel zu Ferrari programmiert. Charles: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass Jules mehr gezeigt hätte als ich. Das Schicksal hatte aber leider andere Pläne für ihn." Zu Anthoine Hubert sagte Leclerc: "Wir haben einige sehr gute Momente erlebt und auch einige, bei denen wir gegeneinander gekämpft haben und es nicht gut ausging. Aber rückblickend sind das auch sehr gute Erinnerungen. Die erste war wohl bei meinem ersten Rennen in der französischen Kart-Meisterschaft, an dem auch Pierre Gasly und Esteban Ocon teilnahmen. Anthoine hat das Rennen gewonnen, ich war bis zur letzten Kurve Zweiter, dann krachte ich mit Esteban zusammen. Das ist eine meiner ältesten Erinnerungen an Anthoine und wahrscheinlich auch die beste." Am Samstag, 31. August, verlor Hubert bei einem fürchterlichen Formel-2-Unfall sein Leben. Einen Tag später gewann Leclerc mit Ferrari seinen ersten Grand Prix. Nach seinem Sieg in Monaco hat Charles Leclerc darüber gesprochen, wie er an die Lieben gedacht hat, die viel zu früh gehen mussten, an seinen Vater, an Jules Bianchi, an Anthoine Hubert. Nun ist bekannt geworden: Er hat den Sieger-Helm von Monaco der Familie von Bianchi geschenkt. Philippe Bianchi, Vater des verstorbenen Jules, schreibt auf Instagram: "Danke, Charles, für dieses Geschenk, für deinen Tribut, für deine Unterstützung, was Jules angeht. Die ganze Familie Bianchi gratuliert dir zu deinem fantastischen Sieg in Monaco. Hervé und Jules sind gewiss stolz auf dich als grossen Mann und grandiosen Rennfahrer." Charles Leclerc und Jules Bianchi hatten eine sehr enge Bindung. Sie waren dicke Freunde, und der acht Jahre ältere Jules auch der Patenonkel von Charles. Grund für das enge Verhältnis ist eine lange Freundschaft der beiden Väter. Die amüsierten sich stets darüber, wie ähnlich die beiden Karrieren verliefen. "Es war mitunter ziemlich seltsam, als wir beide noch Rennen fuhren. Denn jedes Mal, wenn er an einem Wochenende ein sehr schlechtes Rennen hatte, dann hatte ich am gleichen Wochenende auch ein sehr schlechtes Rennen", erinnert sich Leclerc. Monaco-GP, Circuit de Monaco
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01. Charles Leclerc (MC), Ferrari, 2:23:15,554 h 02. Oscar Piastri (AUS), McLaren, +7,152 sec 03. Carlos Sainz (E), Ferrari, +7,585 04. Lando Norris (GB), McLaren, +8,650 05. George Russell (GB), Mercedes, +13,309 06. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +13,858 07. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +14,908 08. Yuki Tsunoda (J), Racing Bulls, +1 Runde 09. Alex Albon (T), Williams, +1 10. Pierre Gasly (F), Alpine, +1 11. Fernando Alonso (E), Aston Martin, +1 12. Daniel Ricciardo (AUS), Racing Bulls, +2 Runden 13. Valtteri Bottas (FIN), Sauber, +2 14. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +2 15. Logan Sargeant (USA), Williams, +2 16. Guanyu Zhou (RCH), Sauber, +2 Out Esteban Ocon (F), Alpine, Unfall Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, Unfall Nico Hülkenberg (D), Haas, Unfall Kevin Magnussen (DK), Haas, Unfall WM-Stand (nach 8 von 24 Grands Prix und 2 von 6 Sprints) Fahrer 01. Verstappen 169 Punkte 02. Leclerc 138 03. Norris 113 04. Sainz 108 05. Pérez 107 06. Piastri 71 07. Russell 54 08. Hamilton 42 09. Alonso 33 10. Tsunoda 19 11. Stroll 11 12. Oliver Bearman (GB) 6 13. Hülkenberg 6 14. Ricciardo 5 15. Albon 2 16. Ocon 1 17. Magnussen 1 18. Gasly 1 19. Zhou 0 20. Bottas 0 21. Sargeant 0 Konstrukteurspokal 01. Red Bull Racing 276 Punkte 02. Ferrari 252 03. McLaren 184 04. Mercedes 96 05. Aston Martin 44 06. Racing Bulls 24 07. Haas 7 08. Williams 2 09. Alpine 2 10. Sauber 0
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