Oliveira über Aprilia: «Fabiano Sterlacchini war das fehlende Puzzleteil»
Ex-MotoGP-Pilot Miguel Oliveira fuhr zwei Jahre für Aprilia. Für den Aufstieg des italienischen Werks sei vor allem eine Person verantwortlich: Technik-Direktor Sterlacchini. «Fabiano ist großartig!»
Aprilia ist in der MotoGP-Saison 2026 derzeit die Nummer 1. Trotz des Erfolgslaufs, den Champion Marc Marquez zuletzt mit der Ducati hatte, fahren in diesem Jahr die vier RS-GP-Piloten Marco Bezzecchi, Jorge Martin, Ai Ogura und Raul Fernandez regelmäßig Siege ein. Bis zum Großen Preis von Italien in Mugello sorgten in erster Linie die Werksfahrer Bezzecchi und Martin für Furore, bei den letzten vier Grands Prix waren die Trackhouse-Piloten Ogura und Fernandez für die Spitzenergebnisse verantwortlich.
Ein Blick auf die WM-Tabelle zur Saisonhalbzeit verdeutlicht die Stärke des Herstellers aus Noale: In der Fahrerwertung belegen die Aprilia-Piloten die Ränge 1, 2, 4 und 6. Die Teamwertung wird von Aprilia Racing vor Trackhouse angeführt. Auch in der Herstellerwertung ist Aprilia derzeit die Nummer 1.
Einer, der zwei Jahre für Aprilia in der MotoGP fuhr, ist Miguel Oliveira. 2023 war der Portugiese im RNF-Team, 2024 beim Nachfolgeteam Trackhouse. Nach einem Jahr bei Pramac Yamaha, wechselte der 31-Jährige 2026 in die Superbike-WM, wo er bei BMW unter Vertrag ist.
Überraschen Oliveira die Erfolge von Aprilia in dieser MotoGP-Saison? «Überhaupt nicht. Schon 2024 hatten sie ein ziemlich konkurrenzfähiges Motorrad, es fehlten nur wenige Dinge. Ich denke, dass Fabiano Sterlacchini das fehlende Puzzleteil war», meinte Oliveira im exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com. Sterlacchini kam in der Saison 2025 als Technik-Direktor neu ins Aprilia-MotoGP-Projekt. «Es ist aber nicht nur Fabiano, denn es steckt immer eine Teamleistung dahinter. Und wir dürfen auch nicht die Arbeit bis zu seiner Ankunft vergessen, die mit dem früheren Ingenieur, mit Romano Albesiano, geleistet wurde. Aber als Fabiano dazu stieß, mit seiner KTM-Erfahrung, brachte er einige Dinge in die richtige Position. Das Bike ist sehr konkurrenzfähig. Aber auch die Menschen, die Techniker, die derzeit am Motorrad arbeiten… das Team ist eine Einheit.»
Oliveira und Sterlacchini: Gemeinsame Zeit bei KTM
Sterlacchini hat um sich herum ein schlagkräftiges Team aufgebaut. Oliveira fuhr von 2019 bis 2022 vier Jahre lang für KTM. In dieser Zeit hat er den italienischen Ingenieur kennengelernt. «Fabiano ist großartig. Ich habe mit ihm bei KTM zusammengearbeitet. Er ist ein genialer Kopf, sehr intelligent. Ich habe es sehr genossen, mit ihm zu arbeiten.»
Trotz all des Lobs für Sterlacchini ist Miguel Oliveira bewusst, dass Vieles zusammenstimmen muss, um in der MotoGP erfolgreich zu sein. «Eine Person kann der Schlüssel sein, aber es muss auch um ihn herum alles gut funktionieren», betonte der fünfmalige MotoGP-Sieger. «Es ist komplex. Es geht darum, das Team als Ganzes zu managen, es muss aber auch auf jede einzelne Person in jedem Bereich eingegangen werden. Es ist nicht leicht.»
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