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Schumacher-Managerin Sabine Kehm: «Klagen weiter»
Michael Schumachers Managerin Sabine Kehm erinnert sich an den Tag zurück, an dem der Formel-1-Rekordweltmeister seinen schlimmen Ski-Unfall hatte, und erklärt, was sie heute anders machen würde.
Mehr als zwei Jahre sind seit dem schweren Ski-Unfall von Formel-1-Ikone Michael Schumacher vergangen. Der siebenfache Champion zog sich bei einem Sturz in den französischen Alpen schwere Kopfverletzungen zu und war seitdem nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen.
Die Informationen über seinen Heilungsprozess sind spärlich. Managerin Sabine Kehm erklärte im Mai 2015, dass der Formel-1-Star angesichts der Schwere seiner Verletzungen Fortschritte gemacht habe. Sie warnte aber auch: "Aber es ist auch klar, dass er noch viel Zeit zur Genesung braucht."
In einer Tagung am Starnberger See erklärte die Managerin des berühmtesten Rennfahrers der Welt vor 90 Journalisten: "Generell haben die Medien nie über das Privatleben von Michael und Corinna berichtet. Wenn er in der Schweiz weilte, war beispielsweise klar, dass er als Privatperson unterwegs war. Michael hat mir mal in einem langen Gespräch gesagt: Du brauchst mich das nächste Jahr nicht anzurufen, ich tauche ab."
Die 51-Jährige ist überzeugt: "Ich glaube, das war sein heimlicher Traum, das manchmal machen zu können. Deswegen möchte ich auch jetzt seine Würde schützen, in dem ich nichts nach aussen dringen lasse."
Kehm erinnert sich an den verhängnisvollen 29. Dezember 2013: "Die Nachricht hat mich so erreicht, wie mich oft Nachrichten erreichen: Ich habe einen Anruf erhalten, ob ich bestätigen könne, dass Michael einen Unfall hatte. Ich konnte es nicht bestätigen, ich war im Urlaub, wie viele in dieser Zeit. Nach fünf Minuten hat mich schon der erste Journalist beschimpft, warum ich den Unfall nicht bestätigen würde."
Die Managerin verrät: "Ich habe an dem Nachmittag sehr viele Anrufe erhalten und selbst versucht, Informationen zu bekommen und Michael zu erreichen. Wir mussten versuchen, das Krankenhaus abzusichern, auch mit Security. Wir mussten die Journalisten weghalten, weil das medizinisch schwierig gewesen wäre. Der Parkplatz und die Krankenhaushalle waren sehr voll. Besucher anderer Patienten wurden angesprochen, ob sie was wüssten. Es war chaotisch."
Kehm räumt aber auch ein: "Ich kann verstehen, dass man darüber berichten muss und dass es ein grosses Interesse gibt. Aber ich glaube, dass man als Journalist sich auch fragen muss, was und wie man berichtet. Es gab aber auch mehrfach den Versuch von Angehörigen anderer Patienten, Geld von Journalisten zu bekommen. Die liefen rum und boten Informationen über Michael an. Die Ärzte wurden von Besuchern angesprochen, ob sie nicht wenigstens mal ein Foto mit dem Handy machen könnten, ob es da Möglichkeiten gäbe."
Und sie fügt selbstkritisch an: "Ich sagte in den ersten Tagen zu viel. Ich habe versucht, den Journalisten zu helfen und habe zum Beispiel gesagt, dass keine Pressekonferenz am gleichen Tag stattfinden würde. Das führte dann dazu, dass grosses Chaos entstand, weil alle dachten, vielleicht gibt es dann doch noch eine PK. Ich würde heute eine andere Vorgehensweise wählen und zwischen allen Statements stumm bleiben."
Auch heute hat Kehm alle Hände voll damit zu tun, die Privatsphäre der Familie Schumacher zu schützen. Denn die frühere Journalistin kümmert sich auch um die Auftritte der beiden Kinder des 91-fachen GP-Siegers. Sie weiss: "Beide Kinder sind mittlerweile vom Alter und sportlichen Niveau her in der Lage, international aktiv zu sein, sodass eine Berichterstattung über ihre sportlichen Aktivitäten nachvollziehbar und zuzulassen ist."
Kehm erklärt aber auch: "Ich persönlich bin der Meinung, dass keiner über Ginas Sport berichten würde, wenn es nicht die Tochter von Michael wäre, die ihn ausübt. Viele Leute wissen nicht einmal, was ihre Sportart genau ist. Und das zeigt per se schon, dass es eigentlich nicht um die Sportberichterstattung geht, sondern um die Berichterstattung über die Tochter von Michael."
Und sie fügt an: "Ich glaube, die breite Öffentlichkeit würde die Formel 4 nicht kennen, wenn Mick da nicht fahren würde. Es gibt natürlich Fachblätter, die sich auskennen und darüber berichten. Das wäre aber ganz, ganz klein, da es die unterste Formelsport-Kategorie ist. Ansonsten würde die breite Öffentlichkeit davon aber nichts mitkriegen und auch kein Interesse daran zeigen."
Die Deutsche mahnt: "Wir versuchen hier, eine ganz klare Linie zu ziehen. Man darf über den Sport berichten, aber alles, was darüber hinaus und ins Private reicht, versuchen wir nach wie vor zu schützen und werden diesbezüglich auch immer wieder klagen, um weitere Berichterstattung darüber zu verhindern. Leider müssen wir das immer noch sehr intensiv machen."
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